Loader
Finden Sie uns
Werbung

Ryanair-Chef: bis Sommer 2027 keine Kerosinengpässe in Europa

Archiv: Ryanair-Chef Michael O’Leary spricht am Dienstag, 31. August 2021, auf einer Pressekonferenz in London.
Archivbild: Ryanair-Vorstandschef Michael O'Leary spricht bei einer Pressekonferenz in London am Dienstag, 31. August 2021. -  Copyright  AP Photo/Frank Augstein
Copyright AP Photo/Frank Augstein
Von Doloresz Katanich
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Ryanair-Chef Michael O’Leary rechnet damit, dass Europa bis zum nächsten Sommer ausreichend Kerosin hat, warnt aber vor hohen Preisen für weitere zwölf bis achtzehn Monate.

Ryanair-Chef Michael O’Leary sagte am Donnerstag, er rechne trotz des Iran-Kriegs weder in diesem Winter noch bis in den Sommer 2027 hinein mit Kerosinknappheit in Europa.

WERBUNG
WERBUNG

„Es gibt aus meiner Sicht keinerlei Zweifel an der Verfügbarkeit von Kerosin in Europa in diesem Winter oder, ehrlich gesagt, auch bis zum kommenden Sommer – es sei denn, es passiert etwas völlig Unvorhersehbares“, sagte O’Leary auf einer von Airlines for Europe (A4E) in Brüssel organisierten Pressekonferenz.

Seine Aussagen dürften die Branche beim Thema Versorgung beruhigen, doch Fluggesellschaften und Passagiere haben weiter mit hohen Treibstoffpreisen zu kämpfen.

Euronews Business hatte bereits berichtet, dass die geringere saisonale Nachfrage ab November und höhere Importe aus Asien die Versorgung Europas in den kommenden Monaten sichern dürften. Nach Daten des Analysehauses Kpler sollten in diesem Zeitraum fast 900.000 Tonnen Kerosin aus Asien eintreffen.

Diese Lieferungen können Engpässe verhindern, sie werden die Preise aber voraussichtlich kaum senken.

„Kerosin dürfte eher noch teurer werden, zumal der Markt eng an Diesel gekoppelt ist. Dort verknappt sich das Angebot weiter, und die Preise haben zuletzt Rekordstände erreicht“, sagte George Shaw, Senior Insight Analyst für Destillatmärkte bei Kpler, Euronews am 23. September.

Die EU-Kommission erklärte am 8. September ebenfalls, dass höhere Raffinerieproduktion in der EU und alternative Importe die europäische Nachfrage nach Kerosin derzeit decken. Weitere Verwerfungen im Nahen Osten könnten das Angebot jedoch wieder verknappen.

Unabhängig davon vereinbarten die G7-Staaten am vergangenen Freitag, die Freigabe von 100 Millionen Barrel aus strategischen Reserven zu beschleunigen, um den Druck auf die Energiemärkte zu mindern. Am Mittwoch stellte die Internationale Energieagentur klar, dass diese Mengen Teil der Notfallfreigabe sind, auf die man sich bereits im März geeinigt hatte.

Die Mitgliedstaaten sprachen sich dafür aus, die verbleibenden Freigaben zu beschleunigen und Diesel zu priorisieren, weil dort das Angebot besonders knapp ist. Eine gezielte Freigabe von Kerosin nannten sie jedoch nicht.

Kerosinpreise verdoppeln sich

Die Preise für Flugtreibstoff sind seit Kriegsbeginn deutlich schneller gestiegen als der Rohölpreis. Angriffe auf Raffinerien stören die Produktion und vergrößern die Lücke zwischen den Kosten für Rohöl und dem Preis für das fertige Produkt.

Nach dem jüngsten Fuel Price Monitor des internationalen Luftfahrtverbands IATA verzeichneten Europa und die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) den höchsten durchschnittlichen Kerosinpreis weltweit.

In der Woche bis zum zweiten Oktober lag der Durchschnittspreis bei 195,95 Dollar je Barrel und damit mehr als doppelt so hoch wie vor einem Jahr. Zwar ging der Preis in dieser Woche um ein Prozent zurück, doch der weltweite Aufschlag von Kerosin gegenüber Rohöl blieb etwa drei Mal so hoch wie ein Jahr zuvor.

„Historisch lag Kerosin etwa zwischen zehn und 15 Prozent über dem Preis für Brent-Rohöl. Derzeit liegt der Aufschlag bei rund 50 Prozent“, sagte O’Leary.

Er rechnet damit, dass dieser Aufschlag noch weitere zwölf bis 18 Monate anhält. Zur Begründung verwies er auf Angriffe auf Raffinerien in Russland und im Nahen Osten sowie auf Engpässe bei Tankschiffen und der Raffineriekapazität.

Ryanair kündigte im vergangenen Monat an, den Winterflugplan zu kürzen, um sich besser gegen die hohen Treibstoffkosten abzusichern. Das Jahresziel für die Zahl der Passagiere senkte der Konzern von 216 auf 214 Millionen.

Weitere Quellen • AFP

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Reallöhne sinken in großen Volkswirtschaften Europas, nur in Deutschland nicht

Ryanair-Chef: bis Sommer 2027 keine Kerosinengpässe in Europa

Samsung steuert auf spektakulären Rekordgewinn zu: Was steckt dahinter?