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Tech-Investitionen: welche Länder in Europa vorn liegen?

Archivbild: Northvolt Labs, Europas größtes Forschungs- und Entwicklungszentrum für Batterien in Västerås, Schweden.
Archiv: Northvolt Labs, größtes Batterie-Forschungs- und Entwicklungszentrum Europas in Västerås, Schweden. -  Copyright  AP Photo/ Copyright Business Wire 2026.
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Von Jonathan Benton
Zuerst veröffentlicht am
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Nach einem schleppenden Sommer zieht die Finanzierung europäischer Tech-Start-ups wieder an. Laut Daten von tech.eu entfällt fast die Hälfte des Kapitals auf Großbritannien.

Im September sind die Investitionen in europäische Tech-Unternehmen auf 15,8 Milliarden Euro geschnellt. Das Geld floss in 300 Finanzierungsrunden. Nach Daten des Online-Magazins tech.eu (Quelle auf Englisch) summiert sich das Volumen im Jahr 2026 damit auf fast 60 Milliarden Euro. Rund die Hälfte davon stammt aus dem Vereinigten Königreich.

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Der Sprung im September steht für gut ein Viertel der bisherigen Jahresinvestitionen. Er bedeutet eine deutliche Erholung nach dem August, als nur 3,2 Milliarden Euro in 165 Deals zusammenkamen.

Die Zahlen zeigen auch: Europäische Firmen ziehen inzwischen erhebliche Technologieinvestitionen an. Langfristig könnten sie so wachsen und die Abhängigkeit des Kontinents von den großen US-Techkonzernen verringern.

Im Vergleich zu den USA bleibt Europa aber deutlich zurück. Dort flossen im gleichen Zeitraum 50 Milliarden Dollar, bei jährlich 800 Milliarden Dollar in Cloud- und KI-Infrastruktur.

Quelle: tech.eu
Quelle: tech.eu Cleared

Von den 300 Abschlüssen im September sammelten 25 Unternehmen jeweils mehr als 100 Millionen Euro ein. Drei Runden lagen sogar über einer Milliarde Euro – darunter Finanzierungen für die KI-Plattform Mistral und den KI-Infrastruktur-Anbieter Nscale. Bei 34 Deals gaben die Beteiligten die Summe nicht bekannt.

Den größten Deal des Monats meldete das französische KI-Unternehmen Mistral. In einer Series-D-Runde nahm die Firma drei Milliarden Euro ein und wird nach der Finanzierung mit mehr als 21 Milliarden Euro bewertet.

Nach Branchen betrachtet floss das meiste Geld in Cloud-Computing und künstliche Intelligenz. In 44 Cloud-Deals wurden 5,541 Milliarden Euro investiert, in KI 4,194 Milliarden Euro.

Fintech (847,7 Millionen Euro), Healthtech (826,3 Millionen Euro), Raumfahrt (725,8 Millionen Euro), Robotik (508,3 Millionen Euro), Software (421,1 Millionen Euro), Sicherheit (319,8 Millionen Euro), Telekommunikation (315 Millionen Euro) und Deep Tech (274,5 Millionen Euro) vervollständigen die Top Ten der meistfinanzierten Technologiebereiche.

Das Vereinigte Königreich bleibt im September Europas wichtigster Markt für Tech-Finanzierungen. Investorinnen und Investoren stellten dort 7,3 Milliarden Euro in mehr als 65 Transaktionen bereit – gut die Hälfte des Monatsvolumens.

Auf das Vereinigte Königreich folgen Frankreich (3,478 Milliarden Euro), Deutschland (1,155 Milliarden Euro), die Niederlande (1,119 Milliarden Euro), Spanien (615,8 Millionen Euro), Portugal (524,1 Millionen Euro), Schweden (399,9 Millionen Euro), Italien (373,1 Millionen Euro), Bulgarien (177,7 Millionen Euro) und Finnland (175,8 Millionen Euro).

Quelle: tech.eu
Quelle: tech.eu Cleared

An den September-Deals beteiligten sich mehr als 11.700 Investorinnen und Investoren. Die französische öffentliche Förderbank BPI France war mit acht Transaktionen am aktivsten.

Auf Platz zwei folgt der deutsche öffentliche-private Wagniskapitalfonds High-Tech Gründerfonds mit sieben Deals. Dahinter liegen der italienische VC Vento und die britische Innovationsagentur Innovate UK mit jeweils sechs Abschlüssen sowie der britische Investor Balderton Capital und die Europäische Investitionsbank mit jeweils fünf.

Die EU stellt inzwischen mehrere spezielle Finanzierungsinstrumente für die Tech-Branche bereit. Der Staatenverbund will damit seine Abhängigkeit von den großen US-Techkonzernen beenden und zugleich technologische Souveränität sichern.

Im Juli startete die Europäische Kommission eine öffentlich-private Initiative über zehn Milliarden Euro. Sie soll den Aufbau von sieben KI-Gigafabriken in Europa unterstützen. Zusätzlich will die Kommission 20 Milliarden Euro an privaten Mitteln mobilisieren, um KI-Modelle mit Billionen von Parametern zu entwickeln, die mit Spitzenangeboten wie Claude und ChatGPT konkurrieren können.

Die Europäische Investitionsbank betreibt zudem das TechEU-Programm. Es bündelt 70 Milliarden Euro an Fremd- und Eigenkapital, um bis 2027 insgesamt 250 Milliarden Euro zu mobilisieren und europäische Start-ups von der Frühphase bis zum Börsengang zu begleiten.

Darüber hinaus stellt die EU-Kommission über das Programm „Digitales Europa“ 8,1 Milliarden Euro bereit. Das Geld fließt in Supercomputing, Cybersicherheit, fortgeschrittene digitale Kompetenzen und Halbleiter im Rahmen des Chips Act.

Schließlich gibt es noch den Scaleup-Europe-Fonds. Er umfasst fünf Milliarden Euro und wird von der schwedischen Beteiligungsgesellschaft EQT verwaltet. Investiert wird in KI, Quantencomputing, Cleantech und Biotech.

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