Binnen zehn Monaten hat die kleine Ägäisinsel Agios Efstratios fast ihren gesamten Strom auf erneuerbare Quellen umgestellt und deckt jetzt über 90 Prozent ihres Bedarfs mit EU-geförderter grüner Energie.
Die griechische Insel Agios Efstratios (Quelle auf Englisch), umgangssprachlich Ai Stratis (Quelle auf Englisch), setzt konsequent auf erneuerbare Energien. Sie liegt in der nordöstlichen Ägäis. Die kleine Vulkaninsel mit nur 250 Einwohnerinnen und Einwohnern lebt buchstäblich von Sonne und Wind. Früher war sie vollständig von fossilen Brennstoffen abhängig. Heute stammen 91 Prozent ihres Stroms aus erneuerbaren Quellen. So verhindert das von der Europäischen Union finanzierte Projekt Ai Stratis – Green Island (Quelle auf Englisch) jedes Jahr den Ausstoß von rund 1.000 Tonnen CO₂ in die Atmosphäre.
So erklärt Dimitrios Kardomateas (Quelle auf Englisch), Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer des Zentrums für erneuerbare Energien und Energiesparen (CRES (Quelle auf Englisch)):
Das Projekt basiert auf einem Hybridsystem: einer Windkraftanlage mit 900 Kilowatt Leistung, einem Solarpark mit 225 Kilowatt, einem Batteriesystem zur Stromspeicherung und einer automatisierten Echtzeit-Steuerung der Energie. Sie gilt als Herzstück des Projekts.
Die überschüssige erneuerbare Energie dient der Wärmeversorgung.
Manolis Klados (Quelle auf Englisch), Projektleiter bei GEK TERNA Group (Quelle auf Englisch), erklärt: „Überschüssige Energie wird in der Batterie gespeichert. Bei einem Mangel an erneuerbarer Produktion gibt die Batterie Strom ab. Im Winter nutzen wir jeden Überschuss aus der erneuerbaren Erzeugung, um Wärme zu produzieren. Diese Wärme wird in vier Warmwasserspeichern mit einem Gesamtvolumen von 500 Kubikmetern gelagert.“
Der Strom aus erneuerbaren Quellen wird über das bestehende Netz an die Bewohnerinnen und Bewohner der Insel verteilt. Bei der Heizung ist die Unabhängigkeit von Heizöl eine große Erleichterung für Charalambos Makris, einen Einheimischen und Betreiber von zwei Pensionen. Seit Beginn des Projekts, sagt Makris, „müssen wir keinen Heizkessel im Haus betreiben, die Heizung läuft völlig geräuschlos und sie ist sehr kostengünstig.“
Zoi Vlastou, stellvertretende Bürgermeisterin für Bürgerservice, betont die Bedeutung des Pilotprojekts Ai Stratis – Green Island als Modell für andere griechische Inseln und für das ganze Land: https://x.com/goizlyon/status/2105998565247963462?s=20 (Quelle auf Englisch)
Das Gesamtbudget für Ai Stratis – Green Island liegt bei 7,23 Millionen Euro. 85 Prozent stammen aus der Kohäsionspolitik der Europäischen Union, die restlichen 15 Prozent aus griechischen nationalen Mitteln.
Damit dieses Pionierprojekt starten konnte, musste das Team zahlreiche Hürden überwinden. Dazu gehörten Transport, Montage und Installation der Windkraftanlage, die 77 Meter hoch ist, fast 30 Tonnen wiegt und heute auf dem höchsten Punkt der Insel steht. Die größte Herausforderung war jedoch, die griechischen Energiestandards anzupassen, sagt Panagiotis Zorlos (Quelle auf Englisch), Projektleiter bei CRES: „Da es sich um ein Pilotprojekt handelt, war der gesetzliche Rahmen sehr allgemein gehalten und nicht auf ein derartiges System mit vielen Besonderheiten zugeschnitten.“
Ai Stratis steht an der Spitze der europäischen Energiewende. Andere griechische Inseln wie Tilos, Ikaria und Astypalea folgen seinem Beispiel.