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EU ringt um Ausbau der Rotmeer-Mission – Huthi verstärken Angriffe

Die Chefin der EU-Außenpolitik Kaja Kallas (links) spricht mit Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto bei einem Treffen der EU-Verteidigungsminister.
EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas (links) spricht mit Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto bei einem Treffen der EU-Verteidigungsminister. -  Copyright  AP Photo/ Harry Nakos
Copyright AP Photo/ Harry Nakos
Von Luca Bertuzzi
Zuerst veröffentlicht am
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EU und Italien drängen die Mitgliedstaaten, die Marineoperation Aspides im Roten Meer zu verstärken. Bisher sind nur zwei zusätzliche Kriegsschiffe zugesagt – Europas begrenzte Verteidigungsfähigkeit wird sichtbar, denn die Huthis bedrohen wichtige Energierouten.

Die Marineoperation der EU im Roten Meer findet kaum zusätzliche Unterstützung. Bisher stellen nur die Niederlande und Belgien jeweils ein weiteres Schiff in Aussicht, während die Huthis ihre Angriffe auf Riad ausweiten.

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Italien treibt die Bemühungen voran, Aspides zu verstärken, die EU-Marineoperation, die im Februar 2024 gestartet wurde, um die Schifffahrt im Roten Meer zu sichern. Doch zusätzliche Kapazitäten sind bisher kaum entstanden, und die Sicherheitslage hat sich weiter verschlechtert.

„Wir brauchen mindestens zehn Schiffe, und so weit sind wir noch nicht. Heute haben wir jedoch von einigen Mitgliedstaaten gehört, dass die Diskussion läuft“, sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas am Montag auf einer Pressekonferenz nach dem Rat für Auswärtige Angelegenheiten.

„Ich hoffe deshalb, dass die Schiffe, die die Operation tatsächlich braucht, auch bereitgestellt werden. Wenn wir in der Region ein glaubwürdiger Sicherheitsgarant sein wollen, brauchen wir eine glaubwürdige Mission“, fügte sie hinzu.

Am 19. September schickte Kallas einen Brief an die europäischen Hauptstädte. Darin bat sie die Mitgliedstaaten um zusätzliche Marine- und Luftkapazitäten, um die Präsenz der EU in der Meerenge Bab al-Mandab zu stärken, einem zentralen Nadelöhr für die Energieversorgung.

Die Initiative geht auf eine Forderung Italiens zurück. Zuvor hatte eine italienische Fregatte ein italienisches Handelsschiff vor der Küste des Jemen eskortieren müssen. Seit ihrem Start hat Aspides bereits Hunderte Schiffe im Roten Meer begleitet.

In den vergangenen Tagen haben die Huthis, eine von Iran unterstützte bewaffnete Gruppe aus Jemen, eine Serie von Angriffen auf Saudi-Arabien gestartet. Sie trafen den internationalen Flughafen von Riad; dabei kamen insgesamt 14 Menschen ums Leben und mehr als 300 wurden verletzt.

Die Mission entstand nach dem Ausbruch des Kriegs zwischen Israel und der Hamas und einem sprunghaften Anstieg von Angriffen auf Handelsschiffe. In den vergangenen Wochen hat sich die Lage im Jemen weiter verschlechtert und gefährdet zentrale internationale Handelsrouten.

Anfang des Monats sagte der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto dem in den VAE ansässigen Medium The National, Rom sei bereit, seinen Beitrag zu erhöhen – allerdings erst, wenn auch andere EU-Staaten vergleichbares Engagement zeigen.

„Angesichts der Tatsache, dass die Krise, die zunächst in Hormus und nun in Bab al-Mandab ausgebrochen ist, erhebliche Probleme für die europäischen Volkswirtschaften und damit für die europäischen Bürger schafft, bin ich der Meinung, dass Europa eine deutlich größere Rolle spielen sollte, als es dies bisher tut, um Frieden zu erreichen“, sagte Crosetto.

Italien, das stark von Energie aus dem Nahen Osten abhängt, unterstützt die Golfstaaten militärisch in erheblichem Umfang. Als Reaktion auf iranische Luftangriffe schickte Rom Flugabwehr- und Radarsysteme nach Saudi-Arabien, in die VAE, nach Katar, Bahrain und Kuwait.

Italien und Griechenland stellen die drei Kernschiffe der Mission. Deutschland, Frankreich, Spanien, die Niederlande und Belgien beteiligen sich mit Schiffen, die im Rotationsprinzip zeitweise dazustoßen und wieder abziehen. Dadurch schwankt die Zahl der einsatzbereiten Kriegsschiffe ständig.

Den Haag will eine zusätzliche Fregatte entsenden, allerdings nur in einer assoziierten Rolle mit Schwerpunkt Lagebild und Informationsgewinnung. Belgien plant, eine seiner zwei Fregatten, die „Leopold I“, beizusteuern. Das Schiff hat jedoch technische Probleme und dürfte der Mission erst im kommenden Jahr zur Verfügung stehen.

Andere Mitgliedstaaten behalten ihre Schiffe lieber in der Ostsee und im Schwarzen Meer, beides Brennpunkte für hybride Angriffe Russlands. Das zeigt, wie stark die Verteidigungsfähigkeiten der EU bereits ausgelastet sind.

Nach dem Annual Defence Readiness Report 2026, einer vertraulichen Analyse der militärischen Bedürfnisse der Union, die Euronews einsehen konnte, gibt es bei den maritimen Fähigkeiten kritische Lücken. Die derzeitigen Investitionen dürften diese erst nach 2030 schließen.

„Ich begrüße die zusätzlichen Schiffe, die die Mitgliedstaaten zuletzt angeboten haben. Aber es ist ebenso klar, dass wir mehr brauchen, um das Rote Meer offen zu halten. Das liegt im strategischen Interesse Europas“, sagte Kallas.

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