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Nie wieder Nachtschicht? Dänemark testet Roboter im Supermarkt

Humanoider Roboter von Hive Robots räumt Regale im Supermarkt Føtex ein
Humanoider Roboter von Hive Robots räumt Regale im Føtex-Supermarkt ein -  Copyright  AP Photo
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Von Roselyne Min mit AP
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Räumen Blechdosen bald Dosen in die Regale ein? Noch arbeiten die humanoiden Roboter langsamer als das menschliche Personal im Supermarkt. Aber mit Fortschritten bei KI sollen Tempo und Präzision steigen.

Im dänischen Lyngby, nördlich von Kopenhagen, bekommt die Nachtschicht eines Supermarkts neue, ungewöhnliche Auszubildende.

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Humanoide Roboter lernen, nach Ladenschluss Regale aufzufüllen. Es ist Teil eines mehrjährigen Tests, der Routineaufgaben übernehmen und Beschäftigte für den Kundenkontakt freispielen soll.

Mit Armen, Beinen und Fingern können die Roboter in Bereichen arbeiten, die für Menschen geplant sind. Märkte müssen dafür ihre Einrichtung nicht umbauen, erklärt das dänische Start-up Hive Robots.

Noch arbeiten sie langsamer als Supermarktangestellte. Das Start-up erwartet jedoch, dass Fortschritte bei KI ihre Geschwindigkeit und Präzision steigern.

Wie lernen Roboter?

Bis Roboter in realen Umgebungen zuverlässig arbeiten, brauchen sie Training und Daten aus dem laufenden Betrieb.

In einer Ecke des Marktes steuert ein Mitarbeiter mit Virtual-Reality-Brille und Handcontrollern einen Roboter. Er lässt ihn Nudelpackungen greifen und in die Regale stellen.

Seine Demonstrationen liefern die Daten, mit denen die Maschinen die Abläufe eigenständig lernen.

„Es gibt viele Kleinigkeiten, über die wir Menschen gar nicht nachdenken, die wir dem Roboter aber beibringen müssen“, sagt Roger Sala, Robotpilot bei Hive Robots.

Das Training begann im Juni bei der Supermarktkette Føtex. Sie gehört zum größten Einzelhändler Dänemarks, der Salling Group, die mehr als 2.100 Filialen in Dänemark, Deutschland, Polen, Lettland, Estland und Litauen betreibt.

Hive Robots entwickelt die Software und trainiert die Systeme. Produziert werden die humanoiden Maschinen vom chinesischen Robotikhersteller Unitree.

Das dänische Start-up hofft, dass die Roboter Anfang 2027 nachts erste Waren selbstständig nachräumen. Die Märkte sollen dann stundenweise für den Service zahlen.

Was bedeutet das für Beschäftigte?

Der Einsatz humanoider Roboter am Arbeitsplatz heizt die Debatte an, ob KI Fachkräftemangel entschärft oder die Nachfrage nach Arbeitskräften senkt.

Laut einem Bericht des Jahres 2024 vom Internationalen Währungsfonds (Quelle auf Englisch) könnte KI die Art und Weise verändern, wie rund 60 % der Jobs in der EU erledigt werden. Sie unterstützt Beschäftigte bei manchen Aufgaben und übernimmt womöglich andere vollständig.

Die Technologie eröffnet Chancen für mehr Produktivität, birgt aber zugleich das Risiko, dass Stellen wegfallen, heißt es in dem Bericht.

Die Salling Group betont, der Test solle die Belegschaft unterstützen, nicht ersetzen.

Die Supermarktkette Føtex schätzt, dass das Auffüllen der Regale 40 bis 50 % der Arbeitszeit des Personals ausmacht.

Hive Robots berichtet außerdem, die Kette finde nur schwer junge Leute für diese Aufgabe.

Føtex-Betriebsdirektor Simon Kudsk rechnet damit, dass es bis zu fünf Jahre dauern kann, bis in allen Filialen Roboter im Einsatz sind. Weitere Aufgaben könnten sein, fehlende oder falsch eingeräumte Produkte zu erkennen, leere Kartons zu entfernen und Mindesthaltbarkeitsdaten zu prüfen.

„Unsere Vision oder der Traum ist derzeit, dass wir irgendwann in jedem Føtex-Markt ein oder zwei humanoide Roboter haben, die unsere Kolleginnen und Kollegen unterstützen. So werden die Abläufe effizienter und es bleibt mehr Zeit für Tätigkeiten mit Mehrwert für die Kundinnen und Kunden“, sagt Kudsk.

Cutter • Roselyne Min

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