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Gimmick oder Erfolgsrezept: japanische Convenience Stores testen KI-Geschmack

Menschen kaufen in einem Laden in Fujikawaguchiko ein, rund 110 Kilometer westlich von Tokio; im Hintergrund ist der Fuji zu sehen, Freitag, 14. Juni 2024.
Menschen kaufen in einem Minimarkt in der Stadt Fujikawaguchiko ein, im Hintergrund erhebt sich der Fuji. Der Ort liegt rund 110 Kilometer westlich von Tokio. -  Copyright  AP Photo/Hiro Komae
Copyright AP Photo/Hiro Komae
Von Roselyne Min mit AFP
Zuerst veröffentlicht am •Zuletzt aktualisiert
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Japans Convenience-Store-Ketten holen sich Dessertideen von KI – und überraschen Kundschaft mit ungewöhnlichen neuen Geschmackskombinationen.

Eine Zitronentarte mit Gurkenaroma wirkt als Dessert zunächst ziemlich abwegig. Japans große Convenience-Store-Ketten setzen dennoch darauf, dass Künstliche Intelligenz (KI) ihnen Geschmagskombinationen vorschlägt, von denen Kundinnen und Kunden gar nicht wussten, dass sie sie mögen.

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Die beliebten Ketten FamilyMart und Lawson nutzen die Technologie, um neue Snacks und Fertiggerichte zu entwickeln. Sie suchen nach Ideen, die über vertraute Geschmacksrichtungen hinausgehen.

Die Versuche laufen vor dem Hintergrund breiter Sorgen, dass KI Arbeitsplätze verdrängen könnte und immer leistungsfähigere Systeme der Kontrolle durch Menschen entgleiten.

In diesem Fall bleibt die Rolle der Technologie jedoch bescheiden: Sie macht Vorschläge, was im nächsten Snack stecken könnte.

Die KI lieferte die Ideen, doch Menschen mussten daraus erst etwas Essbares machen. Die Unternehmen nutzten das System vor allem zum Brainstorming, Fachleute entwickelten daraus die endgültigen Produkte.

FamilyMart speiste Verkaufsdaten in das System ein. So entstand ein Canelé nach französischem Vorbild, dessen Teig Süßkartoffelpüree enthält und der mit Karamellsauce überzogen wird. Die Kette erklärt, sie wolle etwas Neues schaffen, das sich trotzdem gut verkauft.

Im Juli brachte FamilyMart testweise das erste KI-Produkt in die Regale: ein Keks-Sandwich mit einer dicken Milchcreme-Füllung.

Rivalin Lawson wählte einen anderen Ansatz. Die Kette bat die KI um überraschende Kombinationen und ließ bewusst keine früheren Verkaufszahlen oder Marktdaten einfließen. So sollten Ideen entstehen, „die nicht von bestehenden Denkmustern oder Trends im Markt begrenzt sind“, heißt es in einer Unternehmensmitteilung.

Eine der Ideen: Zitronentarte kombiniert mit eingelegten Gurken.

Für Shingo Shiina, vierundsechzig Jahre alt und im Architekturbereich tätig, war diese Kombination eine Überraschung.

„Ich dachte zuerst: ‚Hm?‘ Aber es passt eigentlich ziemlich gut, oder? Die Gurken. Ich bin überrascht“, sagte er nach dem Probieren der Tarte.

„Der Geschmack ist ungewöhnlich, aber lecker. Es ist wirklich köstlich.“

Shiina war auch von der Idee selbst beeindruckt.

„Darauf käme man allein wohl nie, oder? Gurken und so etwas. Ich glaube nicht, dass ein Mensch sich das ausdenken würde. Genau das ist KI“, sagte er.

Zu den weiteren KI-Ideen von Lawson gehört ein Brötchen mit roter Bohnenpaste, Margarine und Joghurtcreme sowie ein Salat im japanischen Stil, der wie ein Parfait geschichtet ist.

Die Zitronentarte mit Gurkenaroma kommt laut Lawson im September in Tokio und den umliegenden Regionen in die Läden.

Cutter • Roselyne Min

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