In der Kapelle des Krankenhauses beten Gläubige den Rosenkranz und baten während des Eingriffs um die Gesundheit des Papstes. Wird er nach seiner Lungenkrebs-OP die geplante Reise nach Südamerika antreten können?
Papst Leo XIV. hat nach seiner Lungenoperation eine "ruhige" Nacht verbracht, wie der Vatikan an diesem Mittwoch mitteilte.
Der Papst erholt sich im römischen Gemelli-Krankenhaus, nachdem er sich am Dienstag einer Operation zur Entfernung eines bösartigen Tumors an der rechten Lunge unterzogen hatte.
In einer Mitteilung erklärte der Vatikan, der Eingriff sei "planmäßig und im vorgesehenen Zeitrahmen erfolgreich abgeschlossen" worden. Der Papst sei anschließend in sein Zimmer im zehnten Stock des Krankenhauses zurückgekehrt, auf eine Station neben dem Papst-Apartment, in dem Papst Franziskus vor eineinhalb Jahren hospitalisiert war.
Der 71-jährige Papst unterzog sich einem 90-minütigen Eingriff. Danach erklärte der Vatikan, Leo XIV. sei "ganz normal aufgewacht".
Chirurgen entfernten bei der Operation einen Teil der Lunge. Der Papst wartet nun auf Testergebnisse, die zeigen sollen, ob sich der Krebs ausgebreitet hat.
Die Mitteilung erwähnte keine weiteren Behandlungen. Nach Angaben des Vatikans denken die Ärzte noch nicht an Chemotherapie oder andere Therapien, solange zusätzliche Untersuchungsergebnisse ausstehen.
Fachleute betonen, wie stark die weitere Behandlung davon abhängt, in welchem Stadium sich der Krebs befindet und ob er bereits gestreut hat.
Der Vatikan erklärte jedoch, man habe den Tumor früh entdeckt und er sei lokal begrenzt. Beides gilt als wichtige Grundlage für eine günstige Prognose.
Genesung nach OP: Ist Papst-Reise nach Südamerika im November gefährdet?
Der Eingriff wirft Fragen auf, ob der in den USA geborene Pontifex seine für den Zeitraum vom 6. bis 17. November geplante Reise nach Uruguay, Argentinien und Peru antreten kann.
Der Vatikan rechnet mit einer etwa einwöchigen Erholungszeit. Alle Audienzen sind bis 20. Oktober abgesagt.
Onkologinnen und Onkologen raten in der Regel, in den ersten drei Wochen nach einer Operation nicht zu fliegen. Damit bliebe dem Papst nur wenig Zeit, sich vor Reisebeginn ausreichend zu erholen.
Die Reise wäre die bislang längste seines Pontifikats. Geplant sind mehr als 31.000 Kilometer auf zwölf Flügen und zwei Helikopterstrecken.
"Er hat sich bewusst frühzeitig operieren lassen, um seine Pläne für künftige Auslandsreisen nicht zu verändern. Daher besteht kein Anlass zur Sorge; es handelt sich nicht um einen Notfall", erklärte der Tokioter Kardinal Kikuchi Tsutomu, der den Papst am Montag gesehen hat.
Die Operation ist der erste Krankenhausaufenthalt von Papst Leo XIV. seit seiner Wahl am 8. Mai 2025.
Der Vatikan ging traditionell sehr zurückhaltend mit Informationen zur Gesundheit der Päpste um. Unter seinem Vorgänger Papst Franziskus wurde die Praxis jedoch transparenter; Franziskus sprach offen über seine gesundheitlichen Probleme.