Papst Leo XIV lässt sich diese Woche einen kleinen Gewebeknoten aus der Lunge entfernen. Was über den geplanten Eingriff bekannt ist.
Papst Leo XIV. lässt sich in den kommenden Tagen operieren. Ärztinnen und Ärzte wollen einen lokal begrenzten Knoten in seiner Lunge entfernen, der in einem sehr frühen Stadium entdeckt wurde. Es ist der erste größere medizinische Eingriff seines seit siebzehn Monaten dauernden Pontifikats und das erste Mal, dass ein Papst eine derart persönliche Gesundheitsentscheidung selbst öffentlich macht.
Bei seiner wöchentlichen Ansprache auf dem Petersplatz am Sonntag sagte der einundsiebzigjährige Pontifex, die Ärztinnen und Ärzte hätten den Knoten bei jüngsten Untersuchungen entdeckt und hielten einen Eingriff für die beste Option.
„Ich habe entschieden, mich operieren zu lassen, um ihn entfernen zu lassen“, sagte er.
Lungenknoten: Was steckt dahinter?
Lungenknoten sind rundliche Bereiche in der Lunge, in denen das Gewebe ungewöhnlich dicht (Quelle auf Englisch) ist. Meist sind sie gutartig. Viele kleine Knoten verursachen keine Beschwerden und fallen nur auf, wenn Ärztinnen und Ärzte aus anderen Gründen die Lunge untersuchen.
Ein kleiner Teil kann jedoch auf Lungenkrebs in einem frühen Stadium hinweisen. Das Risiko ist höher bei älteren Menschen, Raucherinnen und Rauchern sowie bei Personen, in deren Familie die Krankheit bereits vorkam.
Ist der Knoten bösartig und wird früh entfernt, ist die Prognose „ausgezeichnet“. Oft reicht dann eine Operation als alleinige Behandlung aus, erklärte Stephen Liu, Lungenkrebsspezialist am Lombardi Comprehensive Cancer Center der Georgetown University, der Nachrichtenagentur Associated Press.
Wie häufig sind Lungenknoten und wodurch entstehen sie?
Lungenknoten sind sehr häufig. Sie zeigen sich auf etwa einem Drittel bis zur Hälfte aller CT- oder Röntgenaufnahmen des Brustkorbs. Die Zahl der Diagnosen steigt, weil bildgebende Verfahren und Vorsorgeuntersuchungen immer verbreiteter werden.
Medizinerinnen und Mediziner unterscheiden zwei Hauptgruppen: bösartige (maligne) und gutartige (benigne) Knoten.
Gutartige Knoten, die am häufigsten vorkommen, entstehen oft nach Infektionen wie einer Lungenentzündung oder durch Entzündungsreaktionen im Gewebe. Bösartige Knoten gehen auf Lungenkrebs zurück oder auf Tumoren, die von anderen Organen in die Lunge gestreut haben.
Operation und Genesung
Die Entfernung eines Lungenknotens erfolgt in der Regel unter Vollnarkose. Die Patientin oder der Patient atmet dabei über einen Beatmungsschlauch.
Der Vatikan teilte mit, dass der Pontifex Anfang dieser Woche operiert wird. Anschließend soll er etwa eine Woche im Krankenhaus bleiben, um sich zu erholen.
Behandelt wird der Papst in der Agostino-Gemelli-Poliklinik in Rom, einem privaten, gemeinnützigen katholischen Lehrkrankenhaus. Dort gibt es eine speziell für Päpste eingerichtete Wohnung mit Besprechungsraum für das medizinische Personal, Küche, Bad, Ruhezonen und einer kleinen Kapelle.
Papst Leos unmittelbarer Vorgänger, Papst Franziskus, wurde dort während einer langen Krankheit betreut, ausgelöst durch eine schwere Atemkrise vor seinem Tod im April 2025.
Wer hat das Sagen, während der Papst operiert wird?
Der Vatikan kennt keine klaren Regeln, wer die Amtsgeschäfte übernimmt, wenn ein Pontifex völlig handlungsunfähig wird. Auch im Operationssaal bleibt Papst Leo im Amt und behält seine Autorität.
Papst Franziskus blieb während seiner längeren Krankenhausaufenthalte im Amt, ebenso der heilige Johannes Paul II. Beide ernannten aus dem Krankenhaus heraus Verantwortliche und erließen Gesetze und Stellungnahmen.
Fortschritte der Medizin und die längere Lebenserwartung von Päpsten machen diese Lücke im Kirchenrecht sichtbarer und haben Forderungen ausgelöst, der Vatikan solle Vorsorge treffen für den Fall, dass ein Papst zu krank oder zu geschwächt ist, um noch zu regieren.