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Erhöhung der Tabaksteuer: 12 Euro und mehr für eine Schachtel Zigaretten

 Barbesitzer Taco raucht eine Zigarette
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Von Kevin Koehrmann
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Rauchen wir deutlich teurer:  Der Bundestag hat in der Nacht zu Freitag mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen aus Union und SPD beschlossen, dass die Tabaksteuer schrittweise angehoben wird.

Aktuell kostet eine durchschnittliche Schachtel mit 20 Zigaretten etwa 8,05 Euro. Auf Basis der dem Gesetz zugrunde liegenden Berechnungen zeichnet sich für eine Standard-20er-Packung folgender Preispfad ab:

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  • ab 2027: 8,77 Euro
  • ab 2028: 9,56 Euro
  • ab 2029: 10,42 Euro
  • ab 2030: 11,36 EuroDa diese Steueranhebung an die Kunden weitergereicht wird, steigt der Preis von derzeit durchschnittlich gut 8 Euro pro 20er-Zigarettenpackung auf voraussichtlich knapp 12 Euro im Jahr 2030. Markenzigaretten könnten dann sogar bis zu 14 Euro kosten. Auch Feinschnitt - also Zigaretten zum Selbstdrehen - wird durch die Gesetzesnovelle deutlich teurer als derzeit.Deutschland holt bei den Zigarettenpreisen auf, bleibt nach derzeitigem Kenntnisstand aber voraussichtlich unter den europäischen Spitzenreitern Irland, Frankreich und den Niederlanden.

Bund hofft auf mehr Steuereinnahmen

Mit der geplanten Erhöhung will der Bund innerhalb von vier Jahren rund 12 Milliarden Euro zusätzlich einnehmen. Für 2027 sind Mehreinnahmen von rund 1,5 Milliarden erwartet, 20230 sollen es bereits 4,5 Milliarden Euro sein. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr erzielte der Bund durch die Tabaksteuer Einnahmen von 17,6 Milliarden Euro.

Die Tabakbranche bezweifelt allerdings, dass die erwarteten Mehreinnahmen tatsächlich erreicht werden. Sie warnt davor, dass höhere Steuern Raucher verstärkt zum Schwarzmarkt oder zu günstigeren Zigaretten aus dem EU-Ausland treiben könnten. Davon könnten vor allem legale Händler betroffen sein. Mit diesen Bedenken stießen Branchenvertreter bei Teilen der Union auf Verständnis.

Der CDU-Abgeordnete Carsten Brodesser hatte sich deshalb für moderate Steuererhöhungen ausgesprochen. Andernfalls drohten aus seiner Sicht sowohl geringere Steuereinnahmen als auch Nachteile für den legalen Tabakhandel. Mit seiner Position konnte er sich jedoch nicht durchsetzen.

Der SPD-Abgeordnete Ingo Vogel betonte in der Bundestagsdebatte, dass die Reform zwar auch der Haushaltskonsolidierung diene. Zugleich solle die höhere Besteuerung gesundheitspolitische Wirkung entfalten: Durch steigende Preise solle insbesondere der Einstieg in den Nikotinkonsum weniger attraktiv werden.

Durch steigende Preise soll der Einstieg in den Nikotinkonsum weniger attraktiv werden
Ingo Vogel
SPD

Gut sei zudem, dass die Steuern auf Zigarren und Zigarillos nicht so stark steigen würden wie zwischenzeitlich geplant, sagte Vogel. Bei Liquids für E-Zigaretten habe man hingegen etwas stärker nachgesteuert als ursprünglich vorgesehen. "Gerade günstige Produkte sollen nicht zum einfachen Einstieg in den Nikotinkonsum werden, und deshalb erhöhen wir hier die Preisschwelle." Alles in allem handele es sich um einen tragfähigen Kompromiss.

Kritische Äußerungen des Zolls und der Zollgewerkschaft, die vor einer Zunahme des Schwarzmarktes warnen, nehme man "sehr, sehr ernst", sagte Vogel. Sollte die Nachfrage in illegale Kanäle ausweichen, dann "verlieren wir nicht nur fiskalisch, sondern dann müssen wir uns mehr um kriminelle Strukturen kümmern", sagte der Polizeibeamte Vogel.

AfD, Linke und Grüne kritisieren geplante Tabaksteuererhöhung

Die AfD kritisiert die Erhöhung. Einerseits werde die Steuererhöhung mit dem Gesundheitsschutz begründet, andererseits rechne die Regierung mit steigenden Einnahmen, sagte der AfD-Abgeordnete Christian Douglas. Dies lasse darauf schließen, dass die Koalition nicht mit einem sinkenden Tabakkonsum rechne. Die Gesetzesnovelle diene vielmehr dazu, Haushaltslöcher zu stopfen. Zudem warnte auch Douglas vor einer Verlagerung des Handels auf den Schwarzmarkt.

Die Grünen unterstützen grundsätzlich eine höhere Tabaksteuer, sehen die geplanten Aufschläge jedoch als zu gering an. Sie setzten gesundheitspolitische Preissignale, sagte der Abgeordnete Sascha Müller. Insbesondere Feinschnitt werde weiterhin deutlich niedriger besteuert als Fabrikzigaretten und könne deshalb als Ausweichprodukt dienen. Zugleich forderte Müller, den Zoll mit ausreichenden Mitteln zur Bekämpfung des illegalen Tabakhandels auszustatten.

Neben der AfD stimmte auch die Linke gegen die Gesetzesreform.

Fast jeder Fünfte ist ein Raucher

In Deutschland rauchen laut Mikrozensus 2025 rund 19 Prozent der Menschen ab 15 Jahren: 14 Prozent regelmäßig, 5 Prozent gelegentlich. Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums starben 2023 rund 131.000 Menschen an tabakbedingten Erkrankungen. Gesundheitsexperten sehen höhere Preise als wirksames Mittel, um Menschen zum Rauchstopp zu bewegen.

Am Freitag entscheidet der Bundesrat über die Tabaksteuer-Novelle. Da bislang kein Einspruch absehbar ist, wird mit einer Zustimmung zur Steuererhöhung gerechnet.

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