Trotz des EU-Ziels einer "tabakfreien Generation" bis 2040 rauchen noch mehr als 16 Prozent der über 16-Jährigen täglich Tabak- oder E-Zigaretten. Wo in der EU wird am meisten geraucht?
Gesetzliche Beschränkungen und Aufklärungskampagnen scheinen Wirkung zu zeigen: In Europa geht der Zigarettenkonsum langsam zurück.
Im Jahr 2025 rauchte in der EU etwa jeder sechste Befragte ab sechzehn Jahren täglich Tabak oder verwandte Produkte wie E-Zigaretten und Nikotinbeutel, belegen die Daten von Eurostat.
Nach Angaben der Statistikbehörde rauchten 20,8 % der Männer täglich, bei den Frauen waren es 12,6 %.
Beide Anteile lagen etwas niedriger als 2022, als noch 22,2 % der Männer und 13,1 % der Frauen täglich rauchten.
Tabak tötet in Europa jedes Jahr schätzungsweise 1,1 Millionen Menschen. 153.000 davon sterben durch Passivrauchen, beklagt die Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Beim Lungenkrebs gehen 71 % der Todesfälle bei Männern und 46 % bei Frauen auf Tabakkonsum zurück.
Weil Tabakkonsum eine häufige Krebsursache ist, hat die EU Gegenmaßnahmen beschlossen. Ziel ist, den Konsum bis 2040 auf weniger als 5 % der Bevölkerung zu senken – im Rahmen ihres Beating Cancer Plan.
Der tägliche Tabakkonsum unterscheidet sich je nach Altersgruppe, aber nur gering. Menschen zwischen 35 und 49 Jahren verzeichneten 2025 den höchsten Anteil täglicher Nutzer von Tabak, E-Zigaretten und Nikotinbeuteln mit 21,3 %, so Eurostat. Nur knapp dahinter lagen die 25- bis 34-Jährigen mit 19,9 % und die 50- bis 64-Jährigen mit 19,8 %.
EU-Vergleich: Wo wird am meisten geraucht?
Unter den EU-Staaten verzeichneten Bulgarien (26,3 %), Schweden (23,9 %) und Kroatien (23,6 %) die höchsten Anteile beim täglichen Konsum von Tabak und verwandten Produkten. Die niedrigsten Anteile hatten die Niederlande (9,9 %), Irland (11,7 %), Belgien (13,6 %) und Luxemburg (13,8 %).
In 17 EU-Ländern ging der Anteil der Menschen, die täglich Tabak und verwandte Produkte konsumierten bzw. nutzten, zwischen 2022 und 2025 zurück.
Den stärksten Rückgang meldeten Spanien und Luxemburg. In Kroatien und Litauen stieg der Anteil dagegen am stärksten.
Folgen des Rauchens: Wie gut sind Bürger informiert?
Seit Jahren setzen Staaten auf strengere Tabakkontrollen, Schockbilder auf Packungen und Aufklärungskampagnen. Dennoch hat sich das Wissen über die gesundheitlichen Folgen des Rauchens kaum verbessert, berichtet das Fachjournal BMJ Open.
Mehr als 90 % der Befragten wussten, dass Rauchen Lungenkrebs auslösen kann.
Doch nur rund 80 % nannten Herzkrankheiten als Folge des Rauchens, und noch weniger wussten um das Schlaganfallrisiko und die Gefahren des Passivrauchens.
Die Forscher stellten fest, dass das Bewusstsein für den Zusammenhang zwischen Rauchen und Lungenkrebs in den Niederlanden im gleichen Zeitraum deutlich zunahm, in Ländern wie Deutschland, Frankreich und Rumänien jedoch zurückging.