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Nach Metro-Enteignung in Russland: Putin kassiert auch deutsche Firmentochter ein

Archivbild: Russlands Präsident Wladimir Putin im Kreml in Moskau, 13. Oktober 2026
ARCHIV: Russlands Präsident Wladimir Putin im Kreml in Moskau, 13. Oktober 2026 -  Copyright  AP Photo
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Von Serguei Doubine & Euronews Russian
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Russland greift weiter nach westlichem Firmenvermögen. Präsident Putin hat die Übernahme der Russland-Töchter von fünf europäischen Unternehmen angeordnet, darunter der Bodenbelaghersteller Tarkett und eine Tochter des deutschen Konzerns Menshen.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat per Dekret die Zwangsübernahme der russischen Vermögenswerte des französischen Bodenbelagsherstellers Tarkett und von vier weiteren europäischen Unternehmen angeordnet. Zusammen kommen die Firmen auf einen Jahresumsatz von mehr als 50 Milliarden Rubel, umgerechnet rund 532 Millionen Euro.

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Die Vermögenswerte stehen nun unter vorläufiger Kontrolle der Verwaltungsgesellschaft Centre Capital, die im Februar 2026 registriert wurde. Als Geschäftsführer gilt Marat Mirkhaydarov. Er leitete zuvor die Verwaltung des Gouverneurs der Region Transbaikalien und trat 2025 zurück, nachdem er im Krieg gegen die Ukraine verletzt worden war.

Das Dekret betrifft außerdem den Papierverpackungshersteller Kappa Rus, früher Teil des irischen Konzerns Smurfit Kappa, und den Hygienewarenproduzenten Ontex RU aus der belgischen Ontex-Gruppe. Hinzu kommen der Metallverpackungshersteller Eviosys Packaging Kuban, der zum US-Konzern Sonoco Products Company gehört, sowie Menshen Packaging CIS, eine Tochter des deutschen Kunststoffproduzenten Menshen. Alle fünf Unternehmen waren auch nach dem umfassenden Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 auf dem russischen Markt aktiv.

Tarkett ist nach eigenen Angaben der weltweit drittgrößte Anbieter von Bodenbelägen und Marktführer bei Vinylböden. Laut Geschäftsbericht 2024 betreibt der Konzern weltweit 34 Werke, zwei davon in Russland. Dort zahlte das Unternehmen weiterhin Steuern in den Staatshaushalt.

Im September war bereits Warenhauskette Metro betroffen

Die jüngsten Eingriffe knüpfen an ähnliche Maßnahmen im September an. Damals stellte Putin die russischen Vermögenswerte des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestlé, der deutschen SB-Warenhauskette Metro, des französischen Einzelhändlers Auchan und der Baumarktkette Leroy Merlin unter Zwangsverwaltung. Sie gingen an die kurz zuvor gegründete Gesellschaft LEV Management, der russische Medien Verbindungen zu den Sicherheitsdiensten nachsagen. Kurz darauf stellte der Kreml auch einen Hersteller von Kunststoff-Dosiersystemen unter befristete Verwaltung, der zum französischen Konzern Aptar Europe Holding gehört.

Den formalen Rahmen schuf ein Präsidialdekret vom April 2023. Es erlaubt, für bestimmte russische Vermögenswerte ausländischer Unternehmen eine temporäre Verwaltung einzusetzen. Zu den ersten Zielen zählten der dänische Brauer Carlsberg und der französische Molkereikonzern Danone.

Kremlsprecher Dmitri Peskow brachte den Transfer der Vermögenswerte von Nestlé und Auchan ausdrücklich mit der Herkunft der Firmen in Verbindung. Sie stammen aus Staaten, die Moskau als "unfreundliche Länder" einstuft. Diese offizielle Bezeichnung der russischen Regierung gilt für alle EU-Staaten, die USA, das Vereinigte Königreich und weitere Länder, die nach dem Großangriff 2022 Sanktionen verhängt haben. Moskau will damit erreichen, dass diese Staaten Kyjiw nicht länger unterstützen.

Russland stellt die Übernahmen teilweise als Antwort auf den Beschluss der EU dar, rund 300 Milliarden Euro an russischem Staatsvermögen nach Beginn der Invasion einzufrieren.

Westliche Regierungen und internationale Rechtsexperten sprechen von rechtswidriger Enteignung. Betroffene Unternehmen können theoretisch vor internationalen Schiedsgerichten Entschädigung verlangen, gestützt auf bilaterale Investitionsabkommen zwischen Russland und EU-Staaten. In der Praxis lassen sich Urteile gegen den Kreml oder ihm nahestehende Einrichtungen jedoch kaum durchsetzen.

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