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Real Madrid fordert Rücktritt von Liga-Chef Tebas nach Nazi-Vergleich

Javier Tebas, Präsident von LaLiga. Archivfoto, 2025.
Javier Tebas, Präsident von LaLiga. Archivfoto, 2025. -  Copyright  Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved.
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Von Jesús Maturana
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Real Madrid C.F. fordert in einer offiziellen Erklärung den Rücktritt von Liga-Chef Tebas, nachdem dieser Real Madrid TV mit der Propaganda Goebbels verglichen hatte.

Der Streit zwischen Real Madrid und Javier Tebas (64), dem Boss der spanischen Liga, ist seit Jahren ein Thema in Spanien. Doch jetzt wird es völlig absurd. Tebas hatte öffentlich kritisiert, dass der vereinseigene TV-Sender von Real Madrid (Real Madrid TV) regelmäßig strittige Schiri-Entscheidungen kommentiert und so Stimmung gegen die Liga macht.

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Dazu hat Javier Tebas in den sozialen Netzwerken kürzlich einen Vergleich zwischen den Vorgehensweisen der Vereinsführung von Real Madrid und Joseph Goebbels gezogen. In diesem bezeichnete er Real Madrid TV als Instrument einer Propaganda-Strategie.

Gegen diese Anschuldigungen wehrt sich Real Madrid mit einer Mitteilung. Darin fordert der Klub zugleich den Rücktritt des LaLiga-Präsidenten Javier Tebas, der außerdem Vizepräsident des spanischen Fußballverbands RFEF ist.

Der Verein aus Madrid legte in sechs Punkten dar (Quelle auf Spanisch) und erklärte in seinem Schreiben, es sei „unerträglich und äußerst schwerwiegend“, dass Tebas in seinen Ämtern einen propagandistischen Vergleich mit dem NS-Regime ziehe.

Tebas sei daher als Präsident der Liga und als Vizepräsident des nationalen Fußballverbandes nicht mehr tragbar.

Der Präsident von LaLiga erklärte nachträglich, er habe sich nicht auf die Ideologie bezogen. Aus Sicht des Klubs mindert das jedoch nicht den beleidigenden Charakter des Vergleichs. Real Madrid spricht von einem „moralisch widerwärtigen und institutionell unwürdigen“ Verhalten von Tebas.

Real Madrid C.F. hält fest, dies sei nur einer von vielen wiederholten Angriffen von Tebas gegen den Verein, seinen Präsidenten und die clubeigenen Medien. Der Klub macht Tebas zudem für den Umgang mit dem Fall Negreira verantwortlich und wirft LaLiga sowie der RFEF mangelnde Transparenz und Untätigkeit vor. Nach eigener Darstellung sah sich Real Madrid C.F. deshalb gezwungen, die UEFA einzuschalten, um Maßnahmen zu erreichen.

Beim Fall Negreira geht es um Ermittlungen der spanischen Steuerbehörde (AEAT) zu Zahlungen, die der frühere Schiedsrichter José María Enríquez Negreira, damals Vizepräsident des Technischen Schiedsrichterkomitees, zwischen 1993 und 2018 vom F.C. Barcelona erhalten haben soll. Die Summe beträgt 8,4 Millionen Euro. Öffentlich bekannt wurde die Untersuchung im Jahr 2023; als Begründung für die Zahlungen waren rund 600 Berichte mit Schiedsrichterstatistiken genannt worden.

Der Hauptstadtklub fordert eine umfassende Erneuerung des gesamten Schiedsrichtersystems und der Strukturen der RFEF. Außerdem betont Real Madrid, es sei „bemerkenswert“, dass Tebas nicht auf Aufklärung der Fakten dränge, sondern versuche, den Klub zu diskreditieren. Das Schiedsrichterkomitee sei schließlich eine Organisation innerhalb der RFEF.

Vor diesem Hintergrund wirft der Verein Tebas mangelnde Neutralität und eine Parteilichkeit vor, die mit seinen Aufgaben unvereinbar sei, und verlangt seinen Rücktritt als Präsident von LaLiga und als Vizepräsident der RFEF.

Tebas kontert: harter Gegenangriff in sozialen Netzwerken

Javier Tebas reagierte mit einem langen Beitrag auf x.com und verteidigte dort seine Position.

Tebas wiederum wirft Real Madrid vor, seit Jahren auf seinen Rücktritt hinzuarbeiten und ihn über Real Madrid TV sowie andere Sprecher immer wieder anzugreifen.

Er wies die Vorwürfe im Fall Negreira zurück und hob das Vorgehen von LaLiga seit Beginn der Affäre sowie die Fortschritte bei der Schiedsrichterreform hervor. Zugleich deutet er an, Real Madrid gehe nun deshalb so entschieden gegen den F.C. Barcelona vor, weil sich der Klub wegen der Superliga von Real Madrid entfernt habe.

Zum Schluss forderte Tebas den Hauptstadtklub auf, jede Information öffentlich zu widerlegen, die er für falsch halte. Der Schlagabtausch spitzt sich weiter zu, seit im Jahr 2023 der Verdacht auf mögliche Korruption im spanischen Fußball bekannt wurde.

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