Justizminister Gürlek meldet Ermittlungen zum illegalen Handel mit Eizellen in der Türkei, Nordzypern, Albanien und Georgien: In 14 Provinzen wurden 36 Verdächtige festgenommen; 41 Frauen sollen 811 Mal ihre Eizellen verkauft haben.
In der Türkei sind 36 Verdächtige festgenommen worden. Wie Justizminister Akın Gürlek mitteilte, haben Sicherheitskräfte im Rahmen einer Ermittlung zum mutmaßlichen illegalen Handel mit Eizellen in der Türkei, der Türkischen Republik Nordzypern (TRNZ), Albanien und Georgien zeitgleich in 14 Provinzen Razzien durchgeführt.
Die Ermittler werteten Telefonverbindungen, Daten der Finanzkriminalitätsbehörden, Informationen zu Auslandsreisen und weitere Beweise aus. Sie stellten fest, dass türkische Staatsbürgerinnen gegen Bezahlung ins Ausland geschickt wurden, um dort ihre Eizellen zu verkaufen.
Nach Angaben des Justizministers wurde festgestellt, dass 41 Frauen im Rahmen des Netzwerks insgesamt 811 Mal ihre Eizellen verkauft hatten.
53 Verdächtige im Visier der Justiz
Die Justiz leitete nach den zeitgleich in 14 Provinzen, darunter in Istanbul, durchgeführten Razzien gegen insgesamt 53 Personen Verfahren ein.
Unter den Beschuldigten befinden sich der mutmaßliche Kopf der Gruppe, fünf weitere mutmaßliche Organisatoren, 41 Frauen, die ihre Eizellen verkauft haben sollen, zwei Fachärzte für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie vier Personen, die die Reisen organisiert haben sollen.
Die Behörden nahmen 36 Verdächtige in Gewahrsam. Ein weiterer Beschuldigter sitzt bereits in Haft. Nach insgesamt 16 Personen, darunter sieben, die sich im Ausland aufhalten, wird weiter gefahndet.
Justizministeer Gürlek erklärte, man werde weiter daran arbeiten, alle Verbindungen offenzulegen und die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen.
Die Ermittlungen dauern an.
In Deutschland ist es Frauen - wie in der Türkei - verboten, Eizellen zu verkaufen oder zu spenden. Das Embryonenschutzgesetz erlaubt es den Frauen nur, eigene, künstlich befruchtete Eizellen wieder eingesetzt zu bekommen. Dass Männer Samen spenden dürfen, Frauen die Eizellenspende aber verwehrt ist, wird von einigen als diskriminierend empfunden.