Auf einem Eurowings-Flug von Rhodos nach Düsseldorf klagen mehrere Reisende über starkes Unwohlsein. Die Crew setzt daraufhin Masken auf. Am Flughafen rücken Rettungskräfte aus. Drei Passagiere kommen ins Krankenhaus.
Auf einem Eurowings-Flug von der griechischen Ferieninsel Rhodos nach Düsseldorf kam es am Sonntagabend (18. Oktober) zu einem Rettungseinsatz. Weil während des Fluges mehrere Passagiere plötzlich über gesundheitliche Probleme klagten, forderte die Cockpitcrew eine priorisierte Landung an. Nach dem Aufsetzen der Maschine in Düsseldorf wurden drei der betroffenen Reisenden zur weiteren Abklärung in ein Krankenhaus gebracht.
Großeinsatz auf dem Düsseldorfer Rollfeld
An Bord der Maschine mit der Flugnummer EW9631 reisten laut Angaben der Fluggesellschaft 212 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder. Für die überwiegende Mehrheit der Fluggäste gab es nach der Landung keine Verzögerungen. Sie konnten ihre Heimreise normal antreten. Auch auf den restlichen Flugplan hatte der Vorfall keine Auswirkungen.
Augenzeugin berichtet von Schutzmasken an Bord
Eine Passagierin schilderte dem Fernsehsender RTL, wie angespannt die Situation an Bord zeitweise war. Die Urlauberin, die anonym bleiben möchte, berichtete, dass ihr und ihrem Freund zunächst kaum etwas aufgefallen sei. Allerdings habe ein Passagier in ihrer Nähe schon beim Abflug über Übelkeit geklagt.
Rund eine Stunde nach dem Start bemerkten die beiden jedoch, dass die Flugbegleiter plötzlich Masken trugen, was bei ihnen Besorgnis auslöste. Die Passagierin vermutete daraufhin, dass möglicherweise ein ansteckender Erreger an Bord sein könnte.
Kurz vor dem Aufsetzen thematisierte auch der Pilot die besondere Situation und kündigte medizinisches Personal am Zielflughafen an. Nach der Landung durften die Reisenden die Maschine vorerst nicht verlassen. Stattdessen kamen drei Personen in vollständiger Schutzkleidung an Bord und befragten die Passagiere zu möglichen Symptomen.
Gemäß den Angaben der Augenzeugin mussten die Reisenden im Anschluss weiter im Flugzeug ausharren. Erst gegen 23.30 Uhr durften sie schließlich aussteigen. Nach ihren Angaben gegenüber RTL führten vor allem die unklaren Informationen und die Verzögerung zu großer Verunsicherung unter den Fluggästen.
Vorsorglicher Großalarm für die Rettungskräfte
Als das Flugzeug gegen 22 Uhr in Düsseldorf eintraf, stand am Boden bereits ein Großaufgebot bereit. Neben mindestens zehn Rettungswagen und diversen weiteren Einsatzfahrzeugen war auch die Berufsfeuerwehr Düsseldorf vor Ort, um die Flughafenfeuerwehr bei dem Einsatz zu unterstützen.
Da die genaue Zahl der behandlungsbedürftigen Personen in der Luft noch unklar war, leiteten die Behörden vorab eine besondere Sicherheitsstufe ein. Es wurde vorsorglich ein sogenannter MANV-Alarm ausgelöst. Die Abkürzung steht für „Massenanfall von Verletzten“ und bezeichnet eine Einsatzlage, bei der möglicherweise viele Menschen gleichzeitig versorgt werden müssen. Dieses Protokoll stellt sicher, dass sofort genügend medizinisches Personal und Rettungsmittel zur Verfügung stehen.
Die Lage stellte sich vor Ort jedoch glücklicherweise als weniger dramatisch heraus als befürchtet. Nach Angaben des Westdeutschen Rundfunks (WDR) bestätigte sich ein Massenanfall von Erkrankten letztlich nicht. Die Rettungskräfte konnten ihren Einsatz daher noch am späten Sonntagabend erfolgreich beenden.
Eurowings untersucht die Ursachen
Weshalb mehrere Fluggäste während der Reise unter starkem Unwohlsein litten, ist im Detail noch nicht geklärt. Der Verdacht liegt aktuell auf einem Magen-Darm-Infekt, wobei auch ein Ausbruch des Norovirus als denkbare Ursache im Raum steht. Offiziell bestätigt ist dies bisher jedoch nicht.
„Die Ursache für die Beschwerden ist derzeit noch unklar und wird untersucht“, erklärte eine Eurowings-Sprecherin gegenüber RTL. Die Airline bestätigte in diesem Zuge erneut, dass drei der betroffenen Passagiere nach der Ankunft medizinisch betreut wurden und sich vorsorglich in ein Krankenhaus begaben.