Die Preise steigen schneller, und der Unmut wächst. Im Euroraum liegt die Inflation inzwischen bei 3,8 Prozent. Von Brüssel bis Lissabon gehen Menschen auf die Straße. Doch wie viel kann die EU überhaupt tun?
Die Inflation im Euroraum ist im September auf 3,8 Prozent gestiegen, nach 3,2 Prozent im August. Das zeigt die Schnellschätzung von Eurostat. Energie war 18,8 Prozent teurer als vor einem Jahr. Am stärksten zogen die Preise in Litauen (6,1 Prozent), Bulgarien (5,6 Prozent) und Spanien (5 Prozent) an.
Die Teuerung treibt die Menschen in ganz Europa auf die Straße. In Brüssel und Paris demonstrierten Gewerkschaften, vor dem griechischen Parlament campieren Studierende. In Lissabon und Porto protestierten Tausende gegen hohe Mieten. In Spanien hat Ministerpräsident Pedro Sánchez Neuwahlen für den 29. November angesetzt, nachdem der Kongress zwei Wohnungsdekrete abgelehnt hatte.
Die EU-Kommission sagt, sie koordiniere die Freigabe von Ölreserven. Zugleich dringt sie auf gezielte Hilfen statt pauschaler Subventionen. Die Regierungen haben in diesem Jahr bereits 17,9 Milliarden Euro ausgegeben, um die Kosten abzufedern.
Doch die EU legt weder Preise noch Mieten oder Studiengebühren fest. Darüber entscheiden größtenteils die nationalen Regierungen, auf denen der Druck wächst. Kann die EU den Bürgern also helfen, mit der Inflation zurechtzukommen?