Polen baut seine Rolle als größter EU-Exporteur in die Ukraine aus. Die Ukraine ist für polnische Ausfuhren so wichtig wie nie, heißt es im neuen Bericht der Bank BGK.
Polen überholt Deutschland und steht inzwischen für fast 30 Prozent der EU-Verkäufe auf dem ukrainischen Markt, das verzeichnet ein Bericht der Bank Gospodarstwa Krajowego (BGK).
Nach Angaben der BGK stieg der Wert der polnischen Exporte in die Ukraine von rund 5,2 Milliarden Euro im Dezember 2020 auf 14,1 Milliarden Euro im Mai 2026. Das entspricht einem Plus von fast 169 Prozent.
Im gleichen Zeitraum nahm der Import aus der Ukraine von etwa 2,5 Milliarden Euro auf 4,4 Milliarden Euro zu. Das ist ein Zuwachs von 71,8 Prozent.
Polen liefert 29,5 Prozent der EU-Exporte in die Ukraine
Polen hat seinen Anteil an den EU-Exporten in die Ukraine auf 29,5 Prozent erhöht, 44,9 Prozent der Lieferungen entfallen auf Waffen und Luftfahrttechnik.
Der Anteil Polens lag im Dezember 2020 noch bei 22,7 Prozent und war im Mai 2026 auf 29,5 Prozent gestiegen. Damit wurde Warschau zum größten EU-Exporteur auf dem ukrainischen Markt.
Dahinter folgten Deutschland mit 18,5 Prozent, Ungarn mit 7,6 Prozent, Tschechien mit 5,6 Prozent und Italien mit 5,2 Prozent.
Seit 2022 gewann der Export von Waffen, Munition sowie Luftfahrttechnik in die Ukraine deutlich an Gewicht. Vor Russlands Angriffskrieg lag ihr gemeinsamer Anteil an den polnischen Ausfuhren bei etwa einem Prozent. In den Jahren 2024 bis 2025 kletterte er zeitweise über 20 Prozent und betrug im Mai 2026 dann 12,5 Prozent.
Energie, Rüstung, Luftfahrt
Den größten Teil der polnischen Ausfuhren in die Ukraine machen nichtmilitärische Industrieprodukte aus. Ihr Wert stieg von rund 4,3 Milliarden Euro im Dezember 2020 auf 8 Milliarden Euro im Mai 2026. Agrarprodukte und Lebensmittel stehen inzwischen für 33,3 Prozent der Importe aus der Ukraine, vor dem Krieg waren es 24,7 Prozent.
Nichtmilitärische Industrieprodukte dominieren auch beim Import Polens aus der Ukraine. In diesen Kategorien erhöhte sich der Wert von etwa 1,8 Milliarden Euro im Dezember 2020 auf 2,9 Milliarden Euro im Mai 2026.
Die Handelsbilanz Polens im Warenverkehr mit der Ukraine bleibt positiv. Der Überschuss wuchs von rund 2,7 Milliarden Euro im Dezember 2020 auf 9,7 Milliarden Euro im Mai 2026 und erreichte damit den höchsten Stand im gesamten Beobachtungszeitraum.
Wesentlich trugen dazu auch Energierohstoffe und Strom bei. In diesen Bereichen lag der Überschuss bei rund 2,7 Milliarden Euro. Ein weiteres wichtiges Standbein der positiven Bilanz bildeten zudem Waffen und Munition sowie Flugzeuge und Luftfahrttechnik. Die gemeinsame Überschussposition dieser beiden Gruppen erreichte etwa 1,8 Milliarden Euro, wenn auch weniger als in der Phase der Rekordlieferungen im Jahr 2024.
Landwirtschaftliche Produkte und Lebensmittel bleiben die einzige der großen Warengruppen, bei der Polen im Handel mit der Ukraine ein Defizit verzeichnet. Nach Kriegsbeginn verschlechterte sich die Bilanz dieser Produktkategorie deutlich.