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Lehren aus der Ukraine: Europa testet neue militärische Fähigkeiten in Portugal

ARTEX26 fand auf dem Militärgelände Santa Margarida in Constância im Distrikt Santarém statt.
ARTEX26 fand auf dem Militärgelände Santa Margarida in Constância (Distrikt Santarém) statt. -  Copyright  Exército Português/Facebook
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Von Joana Mourão Carvalho mit AFP
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Portugal war drei Wochen lang Schauplatz von ARTEX26, einem europäischen Manöver für neue Militärtechnologien. Im Fokus standen Drohnen und elektronische Kriegsführung in realistischen Einsatzszenarien.

Portugal war Schauplatz eines großen Manövers, das die nächste Generation europäischer Verteidigungsinnovationen erproben soll.

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Das Test- und Übungsmanöver ARTEX 26 lief über drei Wochen. Beteiligt waren das Portugiesische Heer, die Europäische Verteidigungsagentur, Vertreter aus 22 europäischen Staaten, die Rüstungsindustrie sowie mehrere Hochschulen.

Der Krieg in der Ukraine hat gezeigt, wie wichtig es ist, Europa auf künftige Konflikte vorzubereiten, militärische Innovation zu beschleunigen und die Verteidigungsindustrie zu stärken.

„Europa ist unser Verbündeter, und wir wollen, dass unsere Verbündeten von unseren Erfahrungen profitieren. Wir wollen weitergeben, was wir in diesem Krieg herausgefunden haben, damit andere Länder daraus lernen, diese Praktiken übernehmen und in ihren Streitkräften umsetzen können“, sagte der ukrainische Unternehmer Valeryi Kulyk, Manager bei Himera. Das Unternehmen entwickelt sichere, verschlüsselte taktische Kommunikationssysteme, die gegen elektronische Kriegsführung resistent sind.

Nach Angaben der Europäischen Verteidigungsagentur (EDA) umfassten die Tests auf dem Campo Militar de Santa Margarida in Constância autonome Luft- und Bodensysteme, logistische Unterstützung, Nachschub, Verwundetentransport, Aufklärung und Überwachung. Zudem wurden sogenannte loitering munitions sowie die Zusammenarbeit verschiedener Plattformen erprobt.

Zu den prioritären Fähigkeiten zählen Drohnen, tiefreichende Präzisionswaffensysteme, Luft- und Raketenabwehr sowie elektronische Kriegführung. Diese Bereiche haben seit der russischen Invasion der Ukraine im Februar 2022 besondere Bedeutung gewonnen.

„Wir setzen sehr teure Raketen ein, dafür suchen wir eine Lösung. Wir entwickeln kleine Raketenmunition, speziell für Drohnen, die gegen andere Drohnen eingesetzt wird. Das ist eine neue Art von System: eine Luftwaffe gegen Drohnen“, erläuterte Andrejs Pukitis, Geschäftsführer von Rannon, einem lettischen Unternehmen, das Munition für Luftkampfdrohnen herstellt.

Der Konflikt hat gezeigt, wie wichtig glaubwürdige Abschreckung ist. Sie stützt sich auf gut ausgebildete und ausgerüstete Streitkräfte sowie auf eine europäische Industrie, die schnell und im geforderten Umfang reagieren kann.

„Wir müssen die europäische Verteidigungsindustrie stärken“, sagte André Denk vor Journalistinnen und Journalisten. Die Branche brauche „nicht nur Nachfragesignale, sondern langfristige, verlässliche Aufträge“, um ihre Produktionskapazitäten ausbauen zu können. Denk sprach sich für einfachere Beschaffungsregeln und mehr Zusammenarbeit zwischen den europäischen Ländern aus.

Der Geschäftsführer der Europäischen Verteidigungsagentur, der ARTEX 26 besuchte, betonte, dass die europäischen Staaten ihre Zusammenarbeit sowie die Entwicklung und Beschaffung militärischer Ausrüstung verbessern müssen.

Er forderte die Angleichung operativer Anforderungen, die Bündelung der Nachfrage und gemeinsame Beschaffungen. Das soll Skaleneffekte ermöglichen und die Interoperabilität der Streitkräfte erhöhen.

„Innovation entscheidet auf dem Gefechtsfeld, das sehen wir derzeit in der Ukraine. Sie hier in Europa zu erproben, ist entscheidend für den künftigen Erfolg“, sagte er.

Nach Einschätzung von André Denk hat Europa seine eigene Verteidigung in den vergangenen Jahrzehnten vernachlässigt. Nun befinde sich der Kontinent aber in einer Phase militärischer Investitionen und Zusammenarbeit „ohne Beispiel“. Bis zum von der Europäischen Union gesetzten Ziel einer umfassenden Einsatzbereitschaft bis 2030 bleibe jedoch noch Arbeit.

Bei der Kampagne kamen mehr als 200 Fachleute und Teilnehmende aus über 40 Unternehmen zusammen. Sie arbeiten an Lösungen für unbemannte Luft- und Bodensysteme, Logistik, Überwachung, Kommunikation und präzise Angriffsmunition.

Die Tests fanden in realitätsnahen Einsatzszenarien statt. So ließen sich nicht nur die einzelnen Technologien prüfen, sondern auch ihr Zusammenspiel mit Soldatinnen, Soldaten und anderen Systemen.

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