Die angolanisch-portugiesische Künstlerin IAMDDB wirft Israel vor, ihr Gesicht ohne Zustimmung in einem KI-Propagandavideo auf offiziellen Kanälen zu nutzen.
Die angolanisch-portugiesische Rapperin und Sängerin IAMDDB erhebt schwere Vorwürfe gegen das offizielle Social-Media-Konto Israels. Es habe in einem von KI erzeugten Propagandavideo ihre Identität „gestohlen“.
Der inzwischen gelöschte Clip lief auf mehreren offiziellen Profilen Israels in sozialen Netzwerken. Darin ist eine Frau zu sehen, die der in Manchester lebenden Musikerin verblüffend ähnlich sieht und Zeilen wie „Colonisers? Say the name. Jews from Judea, it's in the damn name, same Hebrew letters, same culture, same prayers remain.“ spricht.
Nach Informationen der Manchester Evening News (Quelle auf Englisch) stammt das KI-Video von dem in Israel geborenen und in New Jersey lebenden Regisseur Eyal Be. Der Clip trug die Bildunterschrift: „‚GO BACK WHERE YOU CAME FROM!‘ We did“.
Der Aktivist Rafael Shimunov bemerkte die Ähnlichkeit. Er fand ein Pressefoto von IAMDDB aus einem Fotoshooting für ein Crack-Profil aus dem Jahr 2018, auf dem sie fast das gleiche Outfit trägt wie die Frau in dem Clip.
Shimunov schrieb auf X: „Es gibt nichts Witzigeres, als dass Israel die Identität einer britischen angolanisch-portugiesischen Sängerin stiehlt, um in einem KI-Video über indigene Herkunft eine falsche Israelin zu erschaffen. Ihr Name ist IAMDDB.“
IAMDDB, bürgerlich Diana Adelaide Rocha De Brito, reagierte auf den Clip auf X und schrieb: „Hiya yeah so – why did you steal my identity for something I 100 % did not consent to?“
Nun äußerte sie sich in einer offiziellen Erklärung: „Ich habe erfahren, dass von KI erzeugte Bilder, die mir ähneln, in einem Video verwendet wurden, das über den offiziellen Account der israelischen Regierung verbreitet wurde. Ich möchte unmissverständlich klarstellen, dass ich weder die Nutzung meines Bildes in diesem Video autorisiert, gebilligt oder daran mitgewirkt habe, noch ihr zugestimmt habe. Ich habe mit der Entstehung des Videos und seiner Botschaft nichts zu tun.“
Sie fügte hinzu: „Ich gehe an meine Musik und meine Kunst immer aus einem Ort der Liebe, Freiheit, Menschlichkeit und Verbundenheit heran. Ich unterstütze keinen Genozid, keine Tötung unschuldiger Menschen und kein Leid von Frauen, Kindern oder Familien. Mein Herz ist bei allen Unschuldigen, die Verlust, Vertreibung und Gewalt erleben, besonders beim palästinensischen Volk, das unvorstellbares Leid ertragen muss.“
IAMDDB erklärte, sie sei früher bereits in Israel aufgetreten, noch bevor sie „das Bewusstsein oder Verständnis für die Lage hatte, das ich heute habe“.
Weiter sagte sie: „Hätte ich damals gewusst, was ich heute weiß, hätte ich mich anders entschieden. Dieser Auftritt darf nicht als Unterstützung der Politik irgendeiner Regierung, weder früher noch heute, verstanden werden.“
Sie äußerte zudem Sorgen über den Einsatz von KI: „Ich lasse mich beraten und prüfe geeignete Schritte, um mein Bild, meine Arbeit und meine Rechte zu schützen.“
„Ich stehe für die Menschlichkeit. Ich stelle mich gegen das Töten und das Leid aller unschuldigen Menschen. Und ich stehe für das Recht jedes Künstlers, selbst zu entscheiden, womit sein Name, sein Gesicht und sein Werk verbunden werden. Mein Bild gehört mir. Meine Stimme gehört mir. Meine Werte gehören mir. Free Palestine.“