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Ryanair-Chef erwartet höchsten Ticketpreisanstieg Europas

Archivfoto: Ryanair-Chef Michael O'Leary spricht auf einer Pressekonferenz in Brüssel am Mittwoch, dem siebten September 2022.
Archivaufnahme: Ryanair-Chef Michael O’Leary spricht auf einer Pressekonferenz in Brüssel am Mittwoch, dem siebten September 2022. -  Copyright  AP Photo/Virginia Mayo
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Von Doloresz Katanich
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Ryanair-Chef Michael O’Leary erwartet 2027 in Europa höhere Ticketpreise: Flüge könnten durch teureres Kerosin, Steuern und weniger Kapazität um bis zu 20 Prozent steigen.

Ryanair-Chef Michael O'Leary sagte Euronews, dass Flugtickets im Jahr 2027 wegen steigender Treibstoffkosten deutlich teurer werden. Außerdem kritisierte er europäische Umweltabgaben, die die Kosten der Airlines weiter in die Höhe treiben.

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Der Chef der größten europäischen Billigfluggesellschaft rechnet damit, dass die Ticketpreise 2027 europaweit um bis zu 20 Prozent steigen. Grund sind höhere Kerosinkosten; der Iran-Krieg treibt die Ölpreise weiter nach oben.

Nach Angaben O'Learys sind die meisten Airlines ab April 2027 weitgehend nicht mehr gegen steigende Kerosinpreise abgesichert.

In Europa und der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) lag der durchschnittliche Kerosinpreis in der Woche bis zum 16. Oktober bei 207,61 Dollar je Barrel. Das sind fast 128 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie das Monitoring des Branchenverbands IATA zeigt.

Viele europäische Airlines, darunter Ryanair, waren laut O'Leary bis einschließlich 2026 gut gegen Preissprünge abgesichert. Ab April 2027 sei dieser Schutz jedoch deutlich geringer. Ryanair habe Treibstoff für dieses Jahr zu rund 67 Dollar je Barrel festgeschrieben, sagte er Euronews. „Unser Ölpreis wird sich nächstes Jahr verdoppeln“, so O'Leary.

Auf einer Pressekonferenz in Brüssel am Dienstag, dem 20. Oktober, sagte er: „Im kommenden Jahr werden die Flugpreise in Europa steigen, ich rechne mit zehn, 15, vielleicht 20 Prozent. Wir werden in Europa in den nächsten zwölf Monaten den größten Anstieg der Ticketpreise sehen, den es je gegeben hat.“

„Wir sind im nächsten Jahr zu 85 Prozent ungesichert, und die meisten anderen europäischen Fluggesellschaften befinden sich in einer ähnlichen Lage“, fügte er hinzu.

Die gestiegenen Kerosinpreise drücken die Margen der Airlines, die sich nicht gegen solche Kosten abgesichert haben.

Die Preise für Rohöl und raffinierte Produkte wie Kerosin sind nach Ausbruch des Iran-Kriegs und der faktischen Schließung der Straße von Hormus rasant gestiegen. Die Nordsee-Sorte Brent, der wichtigste internationale Referenzwert, kostete am Mittwoch 109,86 Dollar und lag damit in der Nähe eines Fünfmonatshochs.

Nach Einschätzung O'Learys kommen zu den höheren Treibstoffkosten noch Angebotsengpässe hinzu: Durch Insolvenzen und Übernahmen im europäischen Luftverkehr werde es 2027 weniger Sitzplätze geben.

O'Leary war nach Brüssel gereist, um eine deutliche Kürzung der Ryanair-Aktivitäten in Belgien anzukündigen. Hintergrund ist, dass die belgische Luftverkehrsabgabe im Januar 2027 von 2 auf 7 Euro steigen soll.

Ryanair streicht 20 Strecken und 1,1 Millionen Sitzplätze aus dem belgischen Winterflugplan und begründet dies mit der Steuererhöhung. Die Airline verlegt außerdem sechs Flugzeuge in andere europäische Märkte mit niedrigeren Kosten.

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