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Ryanair-Chef nennt EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen "nutzlos"

Ursula von der Leyen ist Präsidentin der Europäischen Kommission.
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Von Simon Ormiston
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Ryanair-Chef Michael O'Leary geht auf Konfrontation: Ursula von der Leyen sei "nutzlos", das Europaparlament ein "Narrenschiff". Zugleich warnt er vor deutlich teureren Flügen im kommenden Jahr.

Ryanair-Chef Michael O'Leary hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen als "nutzlos" bezeichnet. Er wirft ihr vor, viel über Wettbewerbsfähigkeit zu reden, aber nichts dafür zu tun.

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In einem Interview mit Euronews sagte O'Leary: "Im Europäischen Parlament haben Sie dieses 'Narrenschiff', das immer neue Vorschriften bastelt, die die Kosten des Fliegens erhöhen, obwohl die Verbraucher niedrigere Preise wollen."

O'Leary kritisierte Umweltabgaben der EU, die nur für Flüge innerhalb des Blocks gelten. Amerikanische, asiatische und chinesische Airlines sind davon ausgenommen, obwohl sie nach seinen Worten mehr als die Hälfte der Emissionen des europäischen Luftverkehrs verursachen.

O'Leary fordert Abgaben für US-Airlines

"Niemand außer dem Europäischen Parlament und Ursula von der Leyen würde ein derart dummes System entwerfen. Wenn es Ihnen ernst ist mit Wettbewerbsfähigkeit, dann besteuern Sie die Amerikaner, sobald ihre Flugzeuge hier in Europa landen."

Langstreckenverbindungen von europäischen ebenso wie von amerikanischen, asiatischen und chinesischen Airlines fallen derzeit unter ein weniger strenges CO₂-Kompensationssystem der Vereinten Nationen. Nach Angaben der Flugsicherungsorganisation Eurocontrol machen diese Flüge nur sechs Prozent aller Starts aus, stehen aber für mehr als die Hälfte der CO₂-Emissionen des europäischen Luftverkehrs.

Im Juli hat die Kommission vorgeschlagen, die EU-Abgabe ab 2029 auf bestimmte Flüge aus Europa auszuweiten. Strecken wie Frankfurt-Dubai und Frankfurt-Istanbul sollen nach dem Vorschlag in den Emissionshandel einbezogen werden. Längere Verbindungen wie Frankfurt-Tokio bleiben außen vor. Ankommende Flüge aus den USA und aus China würden weiterhin von der Abgabe ausgenommen.

"Ursula von der Leyen hat Angst, etwas anderes zu tun als zu reden. Sie ist nutzlos", sagte O'Leary der Sendung Europe Today. "Europa hat einen Fahrplan für mehr Wettbewerbsfähigkeit, er heißt Draghi-Bericht. Zwei Jahre später ist keine einzige der Empfehlungen umgesetzt, und Ursula von der Leyen versteckt sich im Berlaymont und hält nur Reden."

Er forderte eine "faire und angemessene" Abgabe auf jeden Flug, der in Europa startet oder landet.

Der frühere italienische Regierungschef Mario Draghi veröffentlichte den Bericht im September 2024. Darin warnte er, die EU drohe ohne tiefgreifende Reformen in eine "langsame Agonie" zu geraten, und plädierte für zusätzliche Investitionen von bis zu 800 Milliarden Euro pro Jahr.

Im vergangenen Monat stellte die Joint European Disruptive Initiative in einer Studie fest, dass der Block bislang 26 Prozent der Empfehlungen Draghis umgesetzt hat. Sie erklärte: "Fortschritte gibt es tatsächlich, aber sie halten nicht Schritt mit dem Tempo der Welt."

O'Leary: Belgien, Frankreich und Deutschland nicht wettbewerbsfähig

O'Leary war in Brüssel, um den Winterflugplan von Ryanair vorzustellen. Die Airline streicht in Belgien eine Million Sitzplätze und 20 Strecken, nachdem die Regierung von Bart De Wever die Luftverkehrsabgabe pro Ticket um zwei Euro auf sieben Euro erhöht hat. Ursprünglich war ein Anstieg auf zehn Euro vorgesehen, doch nach massivem Druck aus der Branche wurde er abgeschwächt. Ryanair reicht diese Entlastung jedoch nicht.

"Wir verlegen Flugzeuge in Länder, die wettbewerbsfähig sind", sagte O'Leary. "Belgien ist nicht wettbewerbsfähig. Frankreich ist nicht wettbewerbsfähig. Deutschland ist hoffnungslos nicht wettbewerbsfähig."

Die neue belgische Abgabe liegt dennoch unter dem Niveau der Nachbarländer. Die Niederlande verlangen bereits 30,25 Euro pro abfliegendem Passagier, Deutschland erhebt für die meisten Europaflüge 13,03 Euro.

Der Abbau von Ryanairs Winterstrecken folgt einem Trend in der Branche: Auch die schwedische Fluggesellschaft SAS und Easyjet haben ihr Flugangebot in diesem Jahr reduziert.

O'Leary warnte die Passagiere vor deutlich höheren Ticketpreisen. Ryanair hat den Kerosinpreis für dieses Jahr mit rund 67 Dollar pro Barrel im Voraus abgesichert und ist damit gegen steigende Ölpreise geschützt. Nach seiner Einschätzung dürfte der Preis im kommenden Jahr etwa doppelt so hoch liegen, wenn diese Absicherung ausläuft.

"Wir garantieren, dass es keine Treibstoffzuschläge geben wird", sagte O'Leary. "Aber es besteht kein Zweifel daran, dass die Flugpreise 2027 wegen deutlich höherer Ölpreise kräftig steigen werden."

Seine Warnung fällt in eine Phase, in der der Krieg im Nahen Osten die Ölpreise stark nach oben treibt. Brent-Öl, die internationale Referenzsorte, schloss am Freitag bei 109,86 Dollar je Barrel, dem höchsten Stand seit Mai. Inzwischen liegt der Preis über 110 Dollar, weil Angriffe auf Tanker die Versorgung aus dem Persischen Golf bedrohen.

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