„Er war ein talentierter Jugendlicher. Hätte ich dieses E‑Zigarettenzeug ernster genommen, würde er noch leben“, sagt Autor Cem Akaş. Er will Jugendliche und Eltern stärker über Gesundheitsrisiken informieren.
Der Chefredakteur des türkischen Verlags Can Yayınları und Autor Cem Akaş sowie die Foto-Künstlerin Esra Özdoğan trauern um ihren 19-jährigen Sohn Can Akaş, der unerwartet gestorben ist.
Am Montag, dem 19. Oktober, starb Akaş plötzlich. Am Dienstag, dem 20. Oktober, fand in Istanbul die Trauerfeier statt. Anschließend wurde er auf dem Hekimbaşı-Friedhof in Ümraniye beigesetzt.
An der Beerdigung nahmen zahlreiche Vertreter aus Literatur-, Verlags- und Kulturszene teil. Danach wandte sich Cem Akaş an die Presse und sprach über seine Sorgen wegen des Konsums von E-Zigaretten.
Akaş erklärte, sein Sohn sei an Herzversagen gestorben. Er betonte, viele Menschen wüssten noch immer zu wenig über mögliche Gesundheitsrisiken von E-Zigaretten.
Akaş sagte in seiner Erklärung: „Can war ein junger Mann mit viel Potenzial, er war talentiert. Wenn ich dieses Ding, das man E-Zigarette nennt, ernster genommen hätte, wäre er heute noch am Leben. Mittags saß er mit meiner Frau Esra neben uns. Wir fragten ihn, ob er Drogen nehme, weil er schlecht aussah. Er sagte: ‚Nein, welche Drogen, ich rauche nur diese eine Zigarette.‘ Da war ich beruhigt. Ich hätte mich nicht beruhigen dürfen. Die Todesursache ist Herzversagen.“
„Eltern und Jugendliche wissen zu wenig darüber, welchen Schaden diese so harmlos wirkende Zigarette in der Lunge anrichten kann. Ich habe eine fünfjährige Krebstherapie hinter mir. Ich weiß nicht, wie viel Zeit mir noch bleibt, um irgendetwas zu tun. Aber die Zeit, die wir haben, werden Esra und ich nutzen, um das Bewusstsein für dieses Thema zu stärken“, sagte Akaş.
Die endgültige Todesursache von Can Akaş soll ein Bericht des Instituts für Rechtsmedizin klären.
Der 19-Jährige hatte seine Schulzeit an einer Mittel- und Oberschule in Istanbul abgeschlossen und stand kurz davor, nach Mailand zu reisen, um dort zu studieren.
E-Zigaretten: Welche Gesundheitsrisiken drohen?
Die Weltgesundheitsorganisation WHO weist darauf hin, dass E-Zigaretten keineswegs harmlos sind. Die in den Geräten verwendeten Flüssigkeiten können unterschiedlich viel Nikotin enthalten. Beim Erhitzen entstehen Aerosole, die unter anderem Schwermetalle und krebserregende Chemikalien enthalten können.
Nach Angaben der US-Seuchenschutzbehörde CDC enthalten die meisten E-Zigaretten Nikotin, eine stark abhängig machende Substanz. Nikotin kann bei Jugendlichen, deren Gehirn sich noch entwickelt, Prozesse beeinträchtigen, die für Aufmerksamkeit, Lernen, Stimmung und Impulskontrolle wichtig sind.
Die langfristigen gesundheitlichen Folgen von E-Zigaretten sind noch nicht vollständig erforscht. Sicher ist jedoch, dass sie die Belastung durch schädliche Stoffe erhöhen können und Risiken für Lunge sowie Herz-Kreislauf-System bergen.
Es gibt zugleich Studien, nach denen E-Zigaretten manchen Rauchenden helfen, von herkömmlichen Zigaretten wegzukommen.