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Budapest-Neustart: EU ringt, Ukraine-Friedensgespräche neu zu beleben

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (r.) begrüßt Ungarns Ministerpräsident Peter Magyar vor einem Treffen im Brüsseler EU-Hauptquartier am Freitag, 29. Mai 2026
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (r.) begrüßt Ungarns Regierungschef Peter Magyar vor einem Treffen im Brüsseler EU-Hauptquartier, 29. Mai 2026 -  Copyright  Virginia Mayo/Copyright 2026 The AP. All rights reserved
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Von Mared Gwyn Jones
Zuerst veröffentlicht am •Zuletzt aktualisiert
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Guten Morgen, Mared Gwyn hier. In dieser Freitagsausgabe: In Budapest wird heute an den Aufstand von 1956 erinnert. Erstmals seit Jahren steht dabei die EU-Spitze gemeinsam mit Ungarns Regierung auf der Bühne.

Brüssel-Budapest-Neustart: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa nehmen heute in Budapest an der Gedenkfeier zum 70. Jahrestag des ungarischen Aufstands von 1956 gegen die Sowjetherrschaft teil. Von der Leyen will im Parlament gemeinsam mit Ministerpräsident Péter Magyar sprechen. Unser Korrespondent Sándor Zsiros wertet den Auftritt als eines der deutlichsten Zeichen für ein neues Kapitel in den Beziehungen zwischen der EU und Ungarn.

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Das Tauwetter setzt nach Jahren erbitterter Konflikte unter Magyars Vorgänger Viktor Orbán ein. Früher zeigte die Regierungspropaganda von der Leyen auf Plakatwänden als Feindin. Nun spricht sie in jenem Parlament, in dem Orbán noch vor wenigen Monaten heftig gegen die EU austeilte.

Die Feier ist Magyars erster großer internationaler Auftritt seit seinem Amtsantritt im Mai. Er hatte den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj eingeladen, wie Euronews zuerst berichtete. Der Staatschef wird aber voraussichtlich nicht kommen. Die Beziehungen zwischen Kyjiw und Budapest haben sich seit Magyars Wahl im April deutlich verbessert. Dennoch überraschte Budapest Anfang der Woche EU-Diplomaten, als es die nächsten Schritte in den Beitrittsgesprächen der Ukraine blockierte, obwohl Kyjiw die zuvor formulierten Bedingungen erfüllt hatte.

Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wollte ursprünglich teilnehmen, sagte aber nach den Unruhen in seinem Land ab. Erwartet werden dagegen Moldaus Präsidentin Maia Sandu und Georgiens Ministerpräsident Irakli Kobakhidze.

Ukraine: Putins Erklärung und Moskaus Angriffe

Wladimir Putin bietet eine weitere bemerkenswerte Erklärung für den Krieg an: Moskau wolle die Ukraine gar nicht bekämpfen, angeblich bestehe Kyjiw auf dem Kampf. Russen und Ukrainer seien im Grunde "ein Volk", sagte er. Mit diesem Argument rechtfertigt Moskau immer wieder Invasion und Besetzung ukrainischer Gebiete. Putin zeigte sich zuversichtlich, dass beide Staaten sich verständigen können, sofern dies Russlands imperialen Interessen dient, schreibt unsere Kollegin Sasha Vakulina. Und wenn die Ukraine nicht zustimmt? "Dann eben anders", sagte Putin und kündigte an, Russland werde alle "Ziele" seines Krieges erreichen.

Selenskyj erwartet am Freitag ein Briefing des US-Sondergesandten Steve Witkoff, danach folgen weitere Beratungen ukrainischer, amerikanischer und europäischer Teams. Die Diplomatie steht auf der Kippe, während Moskau weiter massiv angreift. In der Nacht zu Donnerstag feuerte Russland ballistische Raketen mit Streumunition auf Kyjiw ab. Sie zielten auf das historische Zentrum und beschädigten Klostergebäude, Wohnhäuser, Geschäfte und Cafés.

Europa und die Nähe zwischen Trump und Putin

Europa ringt zugleich mit Donald Trumps demonstrativer Nähe zu Putin. Sie nährt die Sorge, die beiden könnten hinter verschlossenen Türen einen Deal aushandeln, der in einer Kapitulation der Ukraine endet. Der russische Vorstoß für einen Gipfel von Trump, Putin und Xi Jinping verstärkt den Eindruck, dass Europas Sicherheitsordnung am seidenen Faden hängt, berichtet Kollege Jorge Liboreiro. "Das ist höchst beunruhigend. Es ist furchterregend", sagte ein ranghoher Beamter. "Wir sind einfach nicht darauf ausgelegt, in einer derart gnadenlos transaktionalen Umgebung zu bestehen." Mehr dazu in der Analyse.

Trotzdem betonen europäische Beamte, der Kontakt zur Regierung Trump müsse weitergehen, damit die europäische Sicht im Friedensprozess Gehör findet. Russland hat signalisiert, Mitte November wieder trilaterale Fachgespräche mit den USA und der Ukraine aufzunehmen. Brüssel hofft auf ein multilaterales Format mit europäischer Beteiligung. Garantiert ist das nicht.

PHP-Sicherheitslücke legt Webseiten lahm

KI-Modelle haben eine Schwachstelle in PHP aufgedeckt, die OpenAI als "eine der gravierendsten" Sicherheitslücken der jüngeren Vergangenheit bezeichnet. Die Programmiersprache treibt einen Großteil des Internets an. Die Fehler schlummerten mehr als ein Jahrzehnt unentdeckt im Code, erst modernste KI-Modelle von OpenAI und Google machten daraus einen konkreten Angriff. Nun läuft ein Wettlauf gegen die Zeit.

Die niederländische Regierung nahm das Identitätssystem DigiD, das Portal Overheid.nl und die Webseite des Unterhauses vom Netz. Der Hafen von Rotterdam, Krankenhäuser und die fünf größten Parteien folgten, sogar das Nationale Cyber-Sicherheitszentrum schaltete seine Seite ab. Der finnische IT-Dienstleister Valtori stoppte vorsorglich alle staatlichen Webdienste. Frankreichs Innenministerium versetzte kommunale Verwaltungsseiten in den Wartungsmodus, der deutsche ITZBund nahm mehrere Portale vom Netz.

CERT-EU forderte alle Organisationen, die nicht sofort ein Update einspielen können, auf, ihre Seiten offline zu nehmen. Kommission, ENISA, CERT-EU, Europol und das Netzwerk der nationalen Cyber-Notfallteams riefen in einer gemeinsamen Erklärung zum sofortigen Handeln auf, vor allem bei direkt mit dem Internet verbundenen Systemen. Una Hajdari liefert die Hintergründe.

Mehr aus unseren Redaktionen

EU-Parlament verleiht Sacharow-Preis an IStGH als Signal gegen US-Sanktionen. Das Europäische Parlament hat den Sacharow-Preis an den Internationalen Strafgerichtshof vergeben und damit seine Unterstützung nach den von den USA verhängten Sanktionen unterstrichen. Die Stimmenthaltung der rechtspopulistischen Gruppe „Patriots for Europe“ erwies sich als entscheidend, um die Blockade bei der endgültigen Entscheidung zu lösen. Vincenzo Genovese liefert die Details.

Italien und Spanien beenden Grenzkontrollen und entschärfen Konflikt nach Streit um Migration in Ceuta. Rom und Madrid wollen die temporären Grenzkontrollen einstellen – ein Zeichen der Deeskalation nach Wochen der Spannungen um die Migrationslage in Ceuta. Der Beschluss folgte auf ein Telefonat der Innenminister, nachdem die Regierungschefs Giorgia Meloni und Pedro Sánchez bereits in Brüssel ihren Willen zur Aufhebung der Kontrollen signalisiert hatten. Fortunato Pinto berichtet die Hintergründe.

Golfstaaten stellen sich auf mögliche Rückkehr zum offenen Krieg zwischen USA und Iran ein. Die innenpolitische Unsicherheit rund um die israelischen und US-Zwischenwahlen schürt Sorgen vor neuen US-israelischen Angriffen auf den Iran in einer kurzen, aber intensiven Militärkampagne, die Teheran zu Zugeständnissen zwingen soll. Iran droht im Gegenzug mit verheerenden Vergeltungsschlägen gegen die Golfstaaten. Peter Barabas und das Euronews-Büro in Doha berichten ausführlich.

Außerdem im Blick

  • Die EU-Handelsminister kommen zu inoffiziellen Gesprächen in Dublin, Irland, zusammen.
  • Ungarn begeht den 70. Jahrestag des ungarischen Aufstands von 1956. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa nehmen an den Gedenkfeiern teil.

Das war es für heute. Jorge Liboreiro, Sándor Zsiros, Sasha Vakulina und Vincenzo Genovese haben zu diesem Newsletter beigetragen.

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