Finden Sie uns
Werbung

Vier Italienerinnen im Westjordanland festgesetzt: Rom fordert Aufklärung

Ein palästinensischer Arbeiter füllt Oliven in eine Maschine zur Verarbeitung in einer Olivenölfabrik in Turmus Ayya im Westjordanland, Donnerstag, 22. Oktober 2026.
Ein palästinensischer Arbeiter verteilt Oliven in einer Verarbeitungsmaschine einer Olivenölfabrik im Ort Turmus Ayya im Westjordanland am Donnerstag, 22. Oktober 2026. -  Copyright  AP Photo/Leo Correa
Copyright AP Photo/Leo Correa
Von Cecilia Attanasio Ghezzi
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Während Siedlergruppen Journalisten und Diplomaten angreifen, gehen israelische Behörden gegen internationale Freiwillige vor. Italien schaltet Botschaft und Generalkonsulat ein.

Im Westjordanland hat es neue Festnahmen unter ausländischen Aktivisten gegeben. Israelische Streitkräfte stoppten eine weitere Gruppe internationaler Freiwilliger, die palästinensische Olivenerntehelfer schützen wollten. Unter den Festgesetzten sind vier Italienerinnen, die von der israelischen Armee angehalten wurden.

WERBUNG
WERBUNG

Das italienische Außenministerium, die Farnesina, machte den Fall öffentlich und kündigte an, von Israel umgehende Aufklärung zu verlangen. Die Frauen wurden im Dorf al-Bweib südlich von Hebron festgesetzt. Zuvor waren bereits ähnliche Fälle bekannt geworden, darunter der von Manuel und Alberto Tartarotti. Die beiden Italiener wurden später des Landes verwiesen.

"Sobald wir von dem Vorfall erfahren haben, sind die italienische Botschaft in Tel Aviv und das Generalkonsulat in Jerusalem mit den israelischen Behörden in Kontakt getreten und haben dringend Klarheit über die Umstände der Festnahme und die Lage der Italienerinnen verlangt", teilte die Farnesina mit. Inzwischen liege die Bestätigung vor, "dass sich die Italienerinnen auf einer Polizeiwache befinden".

Großeinsatz am Vortag

Bereits gestern hatte die israelische Armee bei einem groß angelegten Einsatz rund 90 Freiwillige kontrolliert und festgenommen, darunter den demokratischen Bewerber für den US-Kongress Brad Lander. Lander und Dutzende weitere Aktivisten kamen später wieder frei, müssen aber strenge Bewegungsauflagen einhalten.

Zur gleichen Zeit nahmen die Behörden zwei Italiener aus Bozen fest: Manuel Tartarotti (35) und seinen Vater Alberto (67). Sie waren ins Westjordanland gereist, um humanitäre Gelder zu übergeben und die Feldarbeit zu unterstützen. Nach stundenlanger Haft bei der israelischen Polizei wurden sie ausgewiesen und mit einem zehnjährigen Einreiseverbot für Israel belegt.

Heikle Erntezeit

Die Olivenernte gilt im Westjordanland seit jeher als sensible Phase, in der es leicht zu Zwischenfällen kommt. In den vergangenen Wochen häuften sich Angriffe extremistischer Siedlergruppen. Am vergangenen Wochenende wurde dabei eine Fotoreporterin des "Wall Street Journal" verletzt, außerdem griffen Täter mehrere Fahrzeuge europäischer Diplomaten an.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Besetztes Westjordanland: israelische Siedler attackieren EU-Diplomaten

Westjordanland: Hirten transportieren nachts Milch mit Eseln durch Gräben

Vier Italienerinnen im Westjordanland festgesetzt: Rom fordert Aufklärung