Trotz chinesischer Eigentümer bleibt Volvo Cars in China dem Wettbewerbsdruck ausgesetzt und verschärft seinen Kurswechsel wegen heimischer Rivalen, US-Zöllen und gestrichener E-Auto-Prämien.
Der in Schweden ansässige Autobauer Volvo Cars will weltweit rund 2.500 Stellen streichen. Das Unternehmen begründet den Schritt mit US-Zöllen und harter Konkurrenz durch chinesische Marken, die Volvo im dritten Quartal in die Verlustzone gedrückt haben.
Der Mehrheitsaktionär von Volvo Cars ist der chinesische Konzern Geely. Im dritten Quartal erzielte der Hersteller einen Umsatz von 66,9 Milliarden Kronen (rund 6 Milliarden Euro). Das entspricht einem Rückgang von fast 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Unter dem Strich verzeichnete Volvo Cars einen Nettoverlust von 5,7 Milliarden Kronen (etwa 513 Millionen Euro). Ein Jahr zuvor hatte noch ein Nettogewinn von 4,5 Milliarden Kronen (405 Millionen Euro) in den Büchern gestanden.
„Wir bewegen uns weiterhin in einem sehr schwierigen Umfeld mit starken äußeren Belastungen: De-Globalisierung, Hyperwettbewerb und der Klimawandel“, erklärte Vorstandschef Håkan Samuelsson in einer Mitteilung.
Als Reaktion kündigte das Unternehmen ein zusätzliches Sparprogramm über 5 Milliarden Kronen (rund 450 Millionen Euro) an. Es kommt zu bereits laufenden Kostensenkungen hinzu. Die neuen Maßnahmen sollen etwa 2.000 Stellen in Schweden und weitere 500 Jobs in anderen Ländern kosten. Volvo will Beraterverträge auslaufen lassen, natürliche Fluktuation nutzen und gezielte Abfindungsprogramme auflegen.
Die vollen finanziellen Effekte dieser Einschnitte erwartet das Unternehmen bis Ende 2027.
Volvo Cars hatte in den vergangenen Jahren stark auf Elektrofahrzeuge gesetzt. Nach Unternehmensangaben drückte jedoch der Wegfall von Kaufanreizen für reine Elektroautos und Plug-in-Hybride in den USA unter Präsident Donald Trump zusätzlich auf die Margen.
Im Jahr 2024 verabschiedete sich Volvo Cars von dem Plan, ab 2030 nur noch reine Elektrofahrzeuge zu verkaufen.
„Wir sind überzeugt, dass wir die richtige langfristige Strategie haben, um diese Herausforderungen zu bewältigen. Kurzfristig sind unsere Absatzvolumina jedoch stark unter Druck. Deshalb müssen wir unseren Turnaround-Plan mit weiteren entschlossenen Maßnahmen untermauern. Wir wollen unseren Break-even-Punkt senken und den Cashflow verbessern, um widerstandsfähiger zu werden“, so Samuelsson.
Wie viele andere europäische Autobauer kämpft Volvo Cars mit einem schwierigen globalen Marktumfeld. Bereits im vergangenen Jahr kündigte der Konzern ein Sparprogramm von 18 Milliarden Kronen (rund 1,62 Milliarden Euro) an. Damals waren weltweit etwa 3.000 Stellen von dem Programm betroffen.
Im September teilte das Unternehmen mit, dass Škoda-Auto-Chef Klaus Zellmer Håkan Samuelsson spätestens zum 1. Oktober 2027 ablösen soll.