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Start-ups wollen Tempo, Gewerkschaften Schutz: Der Streit um EU Inc.

René Repasi (S&D, Deutschland), Abgeordneter des Europäischen Parlaments in der Plenarsitzung des EP im Januar 2026.
René Repasi (S&D, DE), Abgeordneter des Europaparlaments in der Plenarsitzung im Januar 2026. -  Copyright  © European Union 2026 - Source : EP
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Von Elisabeth Heinz
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EU Inc. soll Unternehmern den Weg durch den Binnenmarkt ebnen. Doch im Rechtsausschuss des Europaparlaments streiten die Abgeordneten über Arbeitnehmerrechte, eine Einigung bleibt aus. Fragen Sie den Euronews‑KI‑Chatbot.

Der Rechtsausschuss (JURI) des Europäischen Parlaments hat sich am 19. Oktober nicht auf den Entwurf eines Berichts zu EU Inc. einigen können. Zuvor hatte er bereits die Abstimmung vom 5. Oktober verschoben. Der Streit über Arbeitnehmerrechte blockiert eine Einigung der Abgeordneten.

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EU Inc. ist eine EU-weite Gesellschaftsform. Unternehmen könnten sich in einem Mitgliedstaat registrieren und wären dann im gesamten Binnenmarkt tätig. Grundlage wäre ein gemeinsames Regelwerk, das "28. Unternehmensregime". Gründer müssten sich nicht mehr durch 27 unterschiedliche nationale Vorschriften arbeiten.

Die EU-Kommission hat den Vorschlag im März 2026 vorgelegt. EU Inc. soll die Gründung von Unternehmen in der EU einfacher und günstiger machen. Das Modell richtet sich gegen die Zersplitterung der europäischen Start-up-Landschaft. Es soll die Zusammenarbeit, die Mobilität von Fachkräften und den Zugang zu Kapital stärken.

Gründer könnten ihr Unternehmen vollständig online innerhalb von 48 Stunden anmelden. Das Startkapital läge bei einem Euro, ein Notar wäre nicht nötig. Registrierung und Unterlagen laufen auf Englisch. Bei Aktivitäten im Ausland gäbe es weder eine Pflicht zu Übersetzungen noch zur Nutzung der jeweiligen Landessprache.

Die Staats- und Regierungschefs der EU wollen das Gesetz bis Jahresende verabschieden. Gleichzeitig regt sich Widerstand aus unterschiedlichen Lagern.

Die Initiatoren von EU Inc. kritisieren, der Vorschlag sei nach monatelangen Verhandlungen stark verwässert worden. In einer öffentlichen Erklärung vom 15. Oktober werfen sie der EU vor, EU Inc. auf ein beschleunigtes Registrierungsverfahren zu reduzieren. Kernbestandteile wie die freie Wahl des Registersitzes und ein einheitlicher Aktienrahmen zur Gewinnung von Fachkräften fielen weg.

Der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) warnt, der Entwurf gefährde Arbeitnehmerrechte. Am 24. September und am 20. Oktober demonstrierten Gewerkschaften aus der gesamten EU in Brüssel und Straßburg. Sie befürchten, dass Unternehmen die leichteren Gesellschaftsregeln nutzen könnten, um nationale Arbeitsgesetze und Sozialstandards zu umgehen.

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