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Aus Düsseldorf nach Rom: Italien bestellt weitere Rheinmetall-Schützenpanzer

LYNX KF-41 des deutschen Rüstungskonzerns Rheinmetall, am Mittwoch, 27. August 2025, in Unterlüß ausgestellt
Der Schützenpanzer Lynx KF-41 des deutschen Rüstungskonzerns Rheinmetall. Präsentation in Unterlüß, Deutschland, am Mittwoch, 27. August 2025. -  Copyright  AP Photo
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Von Stefania De Michele
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Das Fahrgestell kommt von Rheinmetall, der Turm von Leonardo. Mit 51 bestellten Lynx beginnt Italiens umfassende Erneuerung der Panzertruppe.

Italien beschleunigt die Modernisierung der gepanzerten Fahrzeuge des Heeres und versucht zugleich, die Kosten eines Milliardenprogramms zu begrenzen. Das Verteidigungsministerium ruft die Option auf weitere 30 Schützenpanzer des Typs Lynx KF-41 ab. Sie ergänzen die 21 Fahrzeuge, die der im November 2025 unterzeichnete Vertrag bereits vorsieht. Insgesamt steigt die Bestellung damit auf 51 Fahrzeuge in der Konfiguration A2CS Combat UOR, mit einem von der deutschen Rheinmetall gefertigten Fahrgestell und einem 30-Millimeter-Turm von Leonardo.

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Die Bestellung gehört zum Programm A2CS (Army Armoured Combat System), mit dem das Ministerium die Panzerkräfte des Heeres erneuern will. Die Fahrzeuge liefert das paritätische Joint Venture Leonardo Rheinmetall Military Vehicles (LRMV), das der italienische Konzern Leonardo und der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall gegründet haben, um Gefechtsfahrzeuge der nächsten Generation zu entwickeln und zu produzieren.

Der Auftrag ist Teil eines größeren Modernisierungsplans, der auch neue Kampfpanzer umfasst und mehrere Milliarden Euro schwer ist. Die genannten Summen beziehen sich auf unterschiedliche Lieferungen und Leistungen und lassen sich nicht allein den Lynx-Fahrzeugen zuordnen.

Lynx KF-41: Aufgaben der Schützenpanzer

Die Lynx sind gepanzerte Kettenfahrzeuge, die die Infanterie auf dem Gefechtsfeld begleiten. Sie transportieren nicht nur Truppen, sondern verbinden Schutz, Beweglichkeit und Feuerkraft. Soldaten können sich so dem Kampfgebiet nähern und mit Unterstützung der Bordwaffen eingreifen.

Die Plattform soll Besatzung und Infanteristen auch in Bereichen schützen, die unter feindlichem Beschuss stehen können. Zudem eignet sie sich für Aufklärung und Geländeüberwachung in Abstimmung mit anderen Systemen und Truppenteilen. Dank ihrer modularen Architektur lässt sie sich für unterschiedliche Einsatzprofile anpassen. A2CS umfasst deshalb eine breitere Familie gepanzerter Fahrzeuge für verschiedene Aufgaben.

Der Krieg in der Ukraine hat erneut gezeigt, wie verwundbar gepanzerte Fahrzeuge gegenüber Drohnen, Minen, Artillerie und Panzerabwehrraketen sind. Schutz bleibt zentral, muss aber mit Sensorik, moderner Kommunikationstechnik und enger Abstimmung mit anderen Einheiten einhergehen. Diese Anforderungen können Jahrzehnte alte Systeme nicht mehr gleich wirksam erfüllen.

30-Millimeter-Kanone und Leonardo-Turm

In der Konfiguration Combat UOR kommen das Kettenfahrgestell Lynx KF-41 von Rheinmetall und der von Leonardo entwickelte Turm HITFIST 30 Plus/X-GUN zum Einsatz, auch HITFIST 30 NG genannt. Er trägt eine 30-Millimeter-Kanone und integriert Systeme, die Zielbekämpfung und Lagebewusstsein der Besatzung verbessern sollen.

UOR steht für Urgent Operational Requirement, also dringenden operativen Bedarf. Die Konfiguration soll schneller auf Einsatzanforderungen reagieren und früher verfügbar sein als vollständig neu entwickelte Varianten.

Auch die ersten fünf Lynx, die das Heer im Januar 2026 in einer anfänglichen as-it-is-Konfiguration erhält, werden auf den Leonardo-Turm vereinheitlicht. Diese Version basiert auf der ungarischen Ausführung und trug zunächst den deutschen Lance-Turm. Die Fahrzeuge werden nachträglich umgerüstet, damit die gesamte Flotte der für Italien vorgesehenen Konfiguration entspricht.

Dardo und M113 vor dem Ersatz

Die 51 Lynx sind nur der Auftakt. A2CS sieht den Kauf von rund 1.050 Fahrzeugen in 16 Varianten vor. Damit will das Heer eine ganze Familie landgestützter Systeme erneuern, nicht nur die Modelle für den Infanteriekampf.

Schrittweise sollen ältere Systeme ersetzt werden, zunächst der Dardo, ein Schützenpanzer aus den neunziger Jahren. Hinzu kommen Fahrzeuge der M113-Familie, die in den fünfziger Jahren in den USA entwickelt wurden und bis heute für Transport und Unterstützung dienen.

Das hohe Alter ist nicht das einzige Problem. Neue Einsatzprofile verlangen zeitgemäßen Schutz, moderne Elektronik, digitale Kommunikation und bessere Vernetzung. Die Modernisierung soll außerdem den Betrieb der bislang sehr uneinheitlichen Flotte vereinfachen und die langfristige Einsatzbereitschaft erhöhen.

Kosten und Forderungen

Die Erneuerung ist auch ein wirtschaftliches und industrielles Thema. Im Juli 2026 erklärte Verteidigungsminister Guido Crosetto, er habe für das Programm zu neuen Kampf- und Schützenpanzern eine Kostenreduzierung um 18 Prozent ausgehandelt. Zugleich forderte er einen stärkeren industriellen Rückfluss, etwa durch die Fertigung von Komponenten wie Motoren in Italien, sofern möglich.

Diese Prüfung von Kosten und Fertigung betrifft das Gesamtprogramm und lässt sich nicht direkt mit den 30 zusätzlichen Lynx verbinden. Sie zeigt aber ein Kernproblem: Wie lassen sich der Ausbau militärischer Fähigkeiten, die Kontrolle der Staatsausgaben und die Stärkung der heimischen Industrie vereinbaren?

Für die 30 zusätzlichen Fahrzeuge liegt kein verifizierbarer Stückpreis vor. Die Milliardensummen für A2CS und die neuen Kampfpanzer umfassen verschiedene Lieferungen und Leistungen, darunter Entwicklung, Systemintegration, Tests, Ausbildung und logistische Unterstützung.

Wer die Fahrzeuge baut

Leonardo und Rheinmetall bündeln italienisches Know-how bei Elektronik, Bewaffnung und Turmintegration mit deutscher Erfahrung im Bau gepanzerter Fahrzeuge. Rheinmetall liefert die Plattform, Leonardo den Turm und die Systeme der italienischen Konfiguration.

Nach Angaben beider Unternehmen sollen rund 60 Prozent der Arbeiten für diese Lieferung in Italien erfolgen, darunter Integration, Tests, Auslieferung, logistische Unterstützung sowie Teile von Produktion und Entwicklung. Das heißt nicht, dass 60 Prozent jedes einzelnen Fahrzeugs im Land gefertigt werden.

Die Kooperation gehört zu den strategischen Zielen des Programms. Neben den Fahrzeugen geht es darum, Fachwissen, Fertigungskapazitäten und technischen Support aufzubauen, die über den gesamten Lebenszyklus der Systeme in Italien verfügbar bleiben.

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