Die Einführung folgt Änderungen am Datenschutzrecht und Spitzengesprächen mit Google. Die Zentralbank sagt Euronews, sie arbeite daran, Uzcard und HUMO ins nationale Zahlungssystem einzubinden.
Usbekistan führt Apple Pay und Google Pay ein. Zuvor hat die Regierung Regulierungsreformen beschlossen, die den Markt für Finanzdienstleistungen für internationale Technologieanbieter öffnen sollen.
In schriftlichen Antworten an Euronews bestätigt die Zentralbank Usbekistans, dass sie daran arbeitet, die Dienste auch für Karten der inländischen Zahlungsnetze Uzcard und HUMO verfügbar zu machen. Einen Zeitplan nennt die Bank nicht.
Saida Mirziyoyeva, Leiterin der Präsidialverwaltung, gab die Freischaltung beider Dienste für lokal ausgegebene Karten am 27. Oktober bekannt. Einen Monat zuvor hatte sie sich in New York mit dem Google-Vizepräsidenten Karan Bhatia getroffen, um über technologische Zusammenarbeit und die Rahmenbedingungen für internationale Zahlungsdienste in Usbekistan zu sprechen.
Von heimischen Systemen zu globalen Plattformen
In Usbekistan konnten Kundinnen und Kunden bereits mobil und kontaktlos zahlen, etwa über die heimischen Dienste HUMO Pay und UZCARD PAY sowie über QR-Code-Systeme.
Mit Apple Pay und Google Pay können Inhaber geeigneter, lokal ausgestellter Karten nun auch internationale Plattformen nutzen. Sie sind nicht mehr allein auf die bisherigen inländischen Bezahllösungen angewiesen.
Apple Pay unterstützt zunächst Visa- und Mastercard-Karten, die von acht lokalen Banken und Finanzinstituten ausgegeben wurden: Uzum Bank, Orient Finans Bank, National Bank of Uzbekistan (NBU), Kapitalbank, Hamkorbank, Ipak Yuli Bank, TBC Bank und Octobank. Uzum Bank und Hamkorbank unterstützen derzeit nur Visa-Karten.
Google Pay unterstützt Karten von neun Banken: AVO Bank, Octobank, Uzum Bank, TBC Bank, Aloqabank, Kapitalbank, Ipak Yuli Bank, NBU und Orient Finans Bank.
Kundinnen und Kunden sollen bei ihrer Bank nachfragen, welche Karten für Apple Pay und Google Pay zugelassen sind.
Die Zentralbank erklärte gegenüber Euronews, dass beide Dienste Kartendaten bei Zahlungen schützen. Cashback und andere Vorteile hängen jedoch von den jeweiligen Bedingungen der einzelnen Banken ab.
Regulierungsreformen öffnen den Markt
Die Einführung folgt Änderungen am usbekischen Datenschutzrecht im März 2026. Diese Anpassungen haben die Beschränkungen für Verarbeitung und Speicherung bestimmter Kategorien persönlicher Daten im Ausland gelockert.
Bei ihrem Treffen mit dem Google-Vizepräsidenten im September stellte Mirziyoyeva einen direkten Zusammenhang zwischen den neuen Regeln und der Einführung internationaler Zahlungssysteme her.
„Dadurch eröffnen sich in Usbekistan breitere Möglichkeiten für die uneingeschränkte Nutzung internationaler Zahlungssysteme“, sagte sie.
Bei den Gesprächen im September ging es außerdem um eine breitere Zusammenarbeit mit Google, etwa bei Künstlicher Intelligenz, Schulungen zur Cybersicherheit und Unterstützung des Technologiesektors des Landes.
Die Entwicklungen fallen mit der Nationalen Fintech-Strategie Usbekistans für die Jahre 2026-2030 zusammen, die die Zentralbank im September gebilligt hat.
Die Strategie sieht vor, Investitionen anzuziehen, grenzüberschreitende Zahlungen auszubauen, Open Banking einzuführen und die Vernetzung der Finanzsysteme zu verbessern.