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Krieg greift aufs Schwarze Meer über: Erdoğan empfängt Selenskyj in Istanbul

Der türkische Präsident Erdoğan und der ukrainische Präsident Selenskyj bei der gemeinsamen Pressekonferenz nach ihren Gesprächen, 31. Oktober 2026.
Gemeinsame Pressekonferenz von Präsident Erdoğan und dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj nach ihren Gesprächen, 31. Oktober 2026. -  Copyright  AP Photo
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Von Burcu Basaran
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Bei ihrem Treffen in Istanbul haben die Präsidenten der Türkei und der Ukraine über Angriffe auf zivile Schiffe und neue Friedensverhandlungen gesprochen. Erdoğan kündigte weitere Gespräche an.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj haben am Samstag nach bilateralen Gesprächen und Verhandlungen beider Delegationen im Präsidialbüro Dolmabahçe in Istanbul eine gemeinsame Pressekonferenz gegeben.

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Erdoğan erklärte, man habe über die Friedensbemühungen in der Ukraine und die Sicherheitslage im Schwarzen Meer gesprochen. "Ich möchte betonen, dass wir bereit sind, jede Anstrengung zu unternehmen, um den Weg zum Frieden zu öffnen", sagte er.

Der türkische Präsident betonte, Angriffe auf zivile Schiffe im Schwarzen Meer seien nicht hinnehmbar. Er rief Russland und die Ukraine auf, sich verantwortungsvoll zu verhalten.

"Seit Beginn des Krieges setzen wir uns aktiv dafür ein, Sicherheit und Stabilität im Schwarzen Meer zu wahren. Doch mit der jüngsten Eskalation greifen die Kämpfe zunehmend auf das Schwarze Meer über. Es ist offensichtlich, dass Angriffe auf zivile Schiffe und Schritte, die die Spannungen im Schwarzen Meer erhöhen, niemandem nutzen", sagte Erdoğan.

"Wir können diese Angriffe, ganz gleich von wem sie ausgehen und aus welchem Grund sie erfolgen, in keiner Weise akzeptieren. Wir fordern alle Seiten auf, Verantwortung zu übernehmen und entsprechend zu handeln. Um die Sicherheit der Schifffahrt im Schwarzen Meer wiederherzustellen, werden wir unsere Gespräche mit den Parteien fortsetzen", fügte er hinzu.

Selenskyj wirft Russland Eskalation vor

Selenskyj warf Russland vor, die Lage im Schwarzen Meer zu verschärfen. Ein großer Teil seiner Gespräche mit Erdoğan habe sich um die Sicherheitsprobleme in der Region gedreht, sagte der ukrainische Präsident.

"Mit Präsident Erdoğan haben wir einige Ideen und Vorschläge besprochen, die helfen könnten. Für diesen Dialog danke ich ihm besonders", erklärte Selenskyj.

Erdoğan sagte, die Gespräche zur Wiederherstellung der Sicherheit der Schifffahrt im Schwarzen Meer würden weitergehen. Eine Einigung in dieser Frage könne den Bemühungen um einen dauerhaften Frieden in der Ukraine neuen Schwung verleihen.

Die Türkei pflegt weiterhin Beziehungen sowohl zu Russland als auch zur Ukraine. Zugleich ist sie wie andere Länder der Region über die Angriffe auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer besorgt.

Außenminister Hakan Fidan hatte zuvor erklärt, Russland und der Ukraine sei ein Vorschlag unterbreitet worden, um die Angriffe auf zivile Schiffe im Schwarzen Meer zu beenden. Beide Staaten hätten darauf bislang nicht reagiert.

Die Türkei hat bereits mehrfach Verhandlungsrunden zwischen Russland und der Ukraine ausgerichtet. Ziel sei ein dauerhafter Waffenstillstand und ein Friedensabkommen.

Erdoğan hatte in einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump in der Woche ebenfalls erklärt, die Türkei sei bereit, den diplomatischen Prozess zwischen Russland und der Ukraine wiederzubeleben und den Krieg zu beenden.

"Treffen in der Türkei möglich"

Erdoğan begrüßte in seiner Erklärung am Samstag, dass die Initiativen zur Beendigung des Russland-Ukraine-Krieges auf diplomatischem Weg wieder in Schwung kämen. Er verwies dabei ausdrücklich auf die Bemühungen von US-Präsident Trump.

"Wir freuen uns darüber, dass die Initiativen zur Beendigung des Krieges, insbesondere dank der Bemühungen von US-Präsident Trump, auf diplomatischem Wege wieder Fahrt aufgenommen haben", sagte Erdoğan.

Die in der Türkei zwischen der Ukraine und Russland geführten Verhandlungen hätten gezeigt, dass sich durch Diplomatie konkrete Ergebnisse erzielen ließen, ergänzte er.

"An dem Punkt, an dem wir heute stehen, sagen wir zudem: 'Bei einem gerechten Frieden gibt es keine Verlierer.' Ich möchte betonen, dass wir bereit sind, jede Anstrengung zu unternehmen, um den Weg zum Frieden zu öffnen", sagte Erdoğan.

Der Kreml hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, eine neue Verhandlungsrunde zwischen Russland, der Ukraine und den USA solle im November in den Vereinigten Arabischen Emiraten beginnen.

Selenskyj erklärte, er habe mit Erdoğan über dieses Verhandlungsformat und darüber gesprochen, wie die Türkei, Europa und andere Partner in den Prozess einbezogen werden könnten. Dabei sei auch die Möglichkeit zur Sprache gekommen, die Gespräche in der Türkei abzuhalten.

"Für die Herstellung des Friedens müssen starke Entscheidungen getroffen werden", sagte Selenskyj. Russland müsse auf allen Ebenen die Botschaft erhalten, dass Frieden die einzige Option sei und die Unterstützung für die Ukraine weitergehe.

Weitere Quellen • AFP

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