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Cyberangriffe auf Supermarkt-Kühlanlagen in Europa: Belgien ermittelt

Ausgefallene Tiefkühltruhen im ICA-Baronen-Markt an der Odengatan in Stockholm am Montag, zweiten November 2026.
Stromlose Gefriertruhen im ICA-Baronen-Markt an der Odengatan in Stockholm am Montag, dem zweiten November 2026. -  Copyright  Fredrik Sandberg/TT News Agency via AP
Copyright Fredrik Sandberg/TT News Agency via AP
Von Jonathan Benton & Pascale Davies
Zuerst veröffentlicht am •Zuletzt aktualisiert
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In Supermärkten in Belgien, Schweden, den Niederlanden, Estland, Luxemburg, Finnland und Irland wurden Kühl- und Gefriergeräte hochgestellt, Lebensmittel verdarben.

Dutzende Supermärkte in Europa melden, dass die Temperaturen in ihren Kühl- und Gefrieranlagen über Nacht stark angestiegen sind. Fachleute gehen inzwischen davon aus, dass dahinter Cyberangriffe stecken, ähnlich dem Vorfall, der vor einigen Wochen Frankreich getroffen hat.

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Betroffen sind Supermarktketten in Belgien, Schweden, Estland, den Niederlanden, Luxemburg und Irland.

Den Anfang nahmen die Berichte in Belgien. Dort meldeten Medien am Montag, dass Kühlgeräte auf bis zu 17 Grad Celsius hochgefahren wurden. Viele Läden mussten daraufhin Lebensmittel entsorgen.

Belgiens Zentrum für Cybersicherheit (CCB) erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Belga, man sei über einen Vorfall informiert, der die Kühlanlagen von Supermärkten betreffe.

CCB-Sprecherin Katrien Eggers sagte: „Wir wissen von einem Vorfall, haben aber keine weiteren Informationen.“ Wer hinter dem Angriff steckt, ist bislang nicht bekannt.

Nach Angaben eines Sprechers hat die föderale Staatsanwaltschaft in Belgien eine Untersuchung des Vorfalls eingeleitet.

Rund 40 Delhaize-Proxy-Supermärkte, 15 Carrefour-Shop-&-Go-Filialen, 15 Intermarché-Läden und fünf Spar-Q8-Tankstellenstandorte seien in Belgien betroffen, berichtete die Zeitung Le Soir (Quelle auf Englisch).

Die Fleischerei-Gruppe De Laet en Van Haver teilte ebenfalls mit, dass ihre Kühlanlagen betroffen waren. Auch IKEA erklärte, dass die Filiale Bergen in Mons Auswirkungen gespürt habe. Damit steigt die Zahl der betroffenen Geschäfte in Belgien auf 75.

„Wir haben einen IT-Vorfall festgestellt, der die Kühlanlagen in mehreren Dutzend Filialen betrifft. Wir haben sofort die notwendigen Maßnahmen ergriffen, um unsere Geschäfte funktionsfähig zu halten“, sagte ein Delhaize-Sprecher gegenüber Euronews.

Carrefour erklärte am Morgen gegenüber Euronews: „Die Auswirkungen bei Carrefour sind sehr begrenzt. Derzeit sind 15 unserer 700 Filialen betroffen, sowohl in Flandern als auch in Wallonien. Kein einziger Hypermarkt gehört dazu.“

Man ergänzte: „Alle Geschäfte bleiben geöffnet, da es nur einige Kühlgeräte betrifft, vor allem Tiefkühltruhen. Wir haben schnell reagiert, damit alle Filialen offen bleiben können.“

Später am Vormittag sagte der Sprecher von Carrefour Belgien, Mich Vergauwen: „Es ist ein Cyberangriff, es gibt keinen anderen Grund“, und betonte erneut, die „Auswirkungen seien sehr begrenzt“.

Der Vorfall soll sich zwischen Sonntagabend und Montagmorgen ereignet haben und ließ die Temperaturen in den Kühlgeräten sprunghaft ansteigen.

Stephan Moelans, Geschäftsführer des Kühltechnik-Unternehmens Sabcobel, das die Kühl- und Tiefkühlanlagen von Delhaize verwaltet, erklärte gegenüber Belga, der Angriff in Belgien nutze genau denselben Mechanismus wie der vorangegangene Cyberangriff in Frankreich.

Moelans sagte: „In den vergangenen Wochen haben wir sehr intensiv daran gearbeitet, die Kühlanlagen unserer Kunden gegen diese Schwachstelle zu schützen.“

Er erklärte, der Vorfall sei passiert, als die Verdampfer der Anlagen in den Abtaumodus geschaltet wurden.

Der Kühltechnik-Chef betonte, ein reines Software-Update reiche nicht aus, um die Schwachstelle zu beseitigen. Es seien stattdessen physische Anpassungen an den Anlagen nötig.

„Das erfordert Investitionen. Die einfachste Lösung ist, die Kühlgeräte über eine gesicherte Internetverbindung zu steuern. Die meisten unserer Kunden sind nach dem Angriff in Frankreich darauf umgestiegen“, sagte er.

Sabcobel kennt nach eigenen Angaben rund 20 betroffene Anlagen, von den hunderten, die das Unternehmen in Belgien betreut.

Danfoss, das Unternehmen, das die Software für die betroffenen Kühlanlagen sowohl im aktuellen Fall als auch beim Vorfall in Frankreich im Oktober liefert, erklärte, betroffen seien Kunden, die ihre Software nicht aktualisiert hätten.

Ein Sprecher sagte VTM NIEUWS, „das Unternehmen gehe davon aus, dass die Schwachstelle vor allem in veralteter Software liege und man die Kunden bereits aufgefordert habe, die neue Software zu nutzen“.

Cyberangriffe auf Kühlanlagen: Supermärkte in ganz Europa betroffen

Berichten zufolge gab es in der vergangenen Nacht auch Probleme in mehreren Filialen der schwedischen Supermarktketten ICA und Coop. Dort wurden Kühl- und Gefriergeräte auf bis zu 50 Grad Celsius hochgestellt.

Laut Medienberichten kam es in Estland in einer Filiale der Supermarktkette Selver zu einem ähnlichen Vorfall.

In Irland waren nach Angaben des Eigentümers Musgrave gegenüber der Irish Times 13 SuperValu-Filialen von einem vermuteten Cybervorfall betroffen.

In den Niederlanden wurden nach Angaben eines Sprechers des Zulieferers Danfoss in der vergangenen Nacht die Kühl- und Tiefkühlsysteme von mindestens 17 Unternehmen angegriffen. Die Namen der betroffenen Firmen wurden nicht genannt.

Delhaize setzte in Luxemburg vorsorglich seine Bestellsysteme aus, um einen ähnlichen Vorfall zu verhindern.

Finnische Medien berichten, dass mehrere Supermärkte der K Group betroffen sind. Die K Group gehört zu den größten Einzelhandelsketten Finnlands.

Die nun gemeldeten Vorfälle folgen auf einen ähnlichen Angriff in Frankreich vor wenigen Wochen, am 12. Oktober. Damals wurden Hunderte französische Supermärkte der Ketten Intermarché und Coopérative U von einem Cyberangriff auf ihre Kühlanlagen getroffen.

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