Finden Sie uns
Werbung

Erster deutscher Supermarkt Ziel von Hacker-Angriff

Ein Container voller verdorbener Lebensmittel nach Cyberangriff auf Supermarkt in Bayern
Ein Container voller verdorbener Lebensmittel nach Cyberangriff auf Supermarkt in Bayern -  Copyright  Edeka Ernst auf Facebook
Copyright Edeka Ernst auf Facebook
Von Kirsten Ripper & Euronews mit AFP
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Der Betreiber eines Supermarkts südlich von Regensburg berichtet auf Facebook vom Hackerangriff auf seine Kühlanlagen. "Wie krank ist das denn?", sagt er zum Foto der vielen verdorbenen Lebensmittel.

Nach zahlreichen Cyberattacken auf Supermärkte in Frankreich, Belgien, Schweden, Finnland und anderen Staaten haben Hacker auch in Deutschland zugeschlagen. In einem Edeka-Markt in Reisbach - südlich von Regensburg - in Bayern wurden die Kühlanlagen am Wochenende "auf bis zu 50° C hochgeheizt", wie Edeka Ernst auf Facebook mitteilt.

WERBUNG
WERBUNG

"In welcher kranken Welt wir leben"

"Manchmal fragt man sich wirklich, in was für einer kranken Welt wir eigentlich leben!" lautet der Kommentar des Supermarkt-Betreibers.

Das Team in Reisbach hat zwar versucht, einige Lebensmittel zu retten und an Foodsharing abzugeben. Aber eine enorme Menge landeten in der Tonne, wie auf einem Foto zu sehen ist.

"Und das macht uns einfach nur wütend!" heißt es in dem Post. "Wir setzen uns tagtäglich dafür ein, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Wir planen, reduzieren Preise, retten Lebensmittel und versuchen, jedes einzelne Produkt sinnvoll zu verwerten.Und dann kommen Menschen auf die Idee, mutwillig solche Mengen an Lebensmitteln zu vernichten?! Lebensmittel, für deren Herstellung Tiere gehalten, Felder bewirtschaftet, Energie verbraucht und unzählige Arbeitsstunden geleistet wurden."

In Zeiten von Inflation mit steigenden Lebensmittelpreisen machen die Cyberangriffe viele einfach nur sprachlos.

"Versuch, Vertrauen der Verbraucher zu untergraben"

In Frankreich waren schon am 12. Oktober die Geschäfte zahlreicher großer Supermarktketten - wie Carrefour, Intermarché und Marché U - von Hackerangriffen betroffen. In einigen Filialen bleiben die Tiefkühlregale bis heute leer.

Es folgten Angriffe auf Kühlsysteme in Belgien, Estland, Finnland, Irland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Portugal und Schweden, wie AFP berichtet.

Der EU-Kommissar für Landwirtschaft und Ernährung, Christophe Hansen, beklagte "wiederholte, äußerst besorgniserregende Cyberangriffe" und sprach von einem "gezielten Versuch, unsere Lebensmittelversorgungskette zu stören und das Vertrauen der Verbraucher zu untergraben – eine Warnung, die wir ernst nehmen müssen".

Bisher hat niemand die Verantwortung für die Hackerangriffe übernommen.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Europaweite Hackerangriffe auf Supermarkt-Tiefkühler: Experten warnen vor KI-Bedrohung

Cyberangriffe auf Kühltechnik: warum Supermarkt-Kühlschränke online sind

Cyberangriff legt Kühlsysteme in Europas Supermärkten lahm – Belgien ermittelt