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Luftangriff oder Blackout: Polen bereitet sich mit einer App auf die Krise vor

„Wo verstecke ich mich?“: App erhöht Sicherheit polnischer Bürger.
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Von Mateusz Jaronski
Zuerst veröffentlicht am •Zuletzt aktualisiert
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In Polen können Einwohner jetzt eine neue APP der Feuerwehr nutzen. Diese zeigt im Notfall den Weg in nahegelegene Schutzräume, auch ohne Internetzugang.

Die Menschen in Polen können ab sofort die kostenlose App „Gdzie się ukryć PL“ zu Deutsch "Wo kann man sich vertecken, PL" der Feuerwehr nutzen.

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Diese zeigt im Notfall schnell den nächstgelegenen Schutzpunkt und berechnet den Weg dorthin. Wichtig ist, dass die Grundfunktionen der App auch ohne Internetzugang arbeiten.

In der Datenbank der App sind mehr als 88.000 Schutzpunkte erfasst. Sie können vorübergehend einen Zufluchtsort für rund 24 Millionen Menschen bieten. Es genügt, die App zu starten, um zu sehen, wo sich der nächstgelegene Punkt befindet. Der Nutzer erhält Angaben zur Entfernung, zur geschätzten Gehzeit und Wegbeschreibung.

Das Ministerium für Inneres und Verwaltung betont, dass Vorbereitung auf Krisenlagen rechtzeitiges Handeln erfordert, bevor eine Gefahr eintritt.

„In einer Gefahrensituation zählt jede Sekunde. Deshalb appelliere ich an alle Polinnen und Polen: Laden Sie noch heute die App auf Ihr Telefon. Dieses einfache, kostenlose Werkzeug kann helfen, den nächstgelegenen Schutzpunkt zu finden, auch wenn kein Internet verfügbar ist,“ sagte der stellvertretende Innen- und Verwaltungsminister Wiesław Leśniakiewicz.

Navigation funktioniert auch ohne Internet

Die App bietet zwei Varianten der Benutzeroberfläche. So kann jeder die Darstellung an die eigenen Bedürfnisse anpassen. In der Vollversion zeigt eine Karte die aktuelle Position des Nutzers und die Lage der Schutzpunkte. Die Kartenansicht passt sich auch der Bewegungsrichtung des Telefons an.

Die zweite Variante ist eine vereinfachte Oberfläche für Menschen, die eine Karte auf einem kleinen Bildschirm schwierig bedienen können.

Statt einer grafischen Umgebung präsentiert die App eine Liste der nächstgelegenen Standorte, informiert über Marschrichtung und Entfernung zum gewählten Ort. Während des Weges gibt sie auch Sprachanweisungen, darunter die Hinweise „Sie nähern sich“ und „Sie entfernen sich vom Ziel“.

Beide Modi bleiben nutzbar, selbst wenn die Internetverbindung ausfällt. Zusätzlich kann der Nutzer bei bestehender Verbindung die Navigation mit Google Maps oder Apple Maps starten.

Zu jedem Schutzpunkt erscheinen Basisdaten, die die Identifizierung erleichtern. Dazu gehören Adresse, Art des Objekts, Informationen zur Zugänglichkeit und GPS-Koordinaten.

App enthält praktische Hinweise

Die App zeigt nicht nur Standorte temporärer Schutzpunkte. Die Nutzer finden dort auch praktische Materialien zum Verhalten in Krisensituationen. Die Leitfäden beschreiben Regeln für Evakuierungen und das richtige Verhalten bei Luftangriffen, Überschwemmungen, Bränden sowie Stromausfällen.

In einem eigenen Bereich sind die wichtigsten Notrufnummern aufgeführt: 112, 997, 998 und 999. Jede Nummer lässt sich direkt aus der App anwählen. Außerdem sind Tonaufnahmen der Warnsignale verfügbar. So können sich Nutzer mit deren Klang vertraut machen.

Die Entwickler haben auch an die Barrierefreiheit für Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen gedacht. Das Programm unterstützt Bildschirmleser, die von blinden und sehbehinderten Menschen genutzt werden. Es ermöglicht Schriftvergrößerung, die Wahl eines hellen oder dunklen Designs und die Nutzung der vereinfachten Standortanzeige.

Was sind Schutzpunkte?

Schutzpunkte sind nicht dasselbe wie Bunker oder provisorische Schutzräume. Sie bilden eine eigene Kategorie von Orten, deren Hauptaufgabe darin besteht, Menschen vor bestimmten Gefahren vorübergehend zu schützen.

Nach Artikel 84a des Gesetzes über Bevölkerungsschutz und Zivilschutz sind dies „Orte, die sich für das vorübergehende Verbergen von Menschen eignen, in Bauobjekten oder anderen Orten, die eine grundlegende Schutzfunktion vor plötzlichen gefährlichen Wetterereignissen sowie vor den Folgen des Einsatzes konventioneller Kampfmittel gewährleisten, insbesondere vor Splittern“.

Das bedeutet, solche Orte können bei heftigen Unwettern oder bei einer Gefahr durch konventionelle Kampfmittel einen Grundschutz bieten. Sie sind jedoch nicht mit professionellen Schutzbauten gleichzusetzen.

Wichtig ist auch die Frage der Zugänglichkeit. Das Ministerium für Inneres und Verwaltung (MSWiA) erinnert daran, dass die Pflicht zur Öffnung eines Schutzpunktes erst entsteht, wenn eine Gefahr eintritt oder ein Alarm ausgelöst wird. Deshalb können einige Objekte im Alltag teilweise nicht zugänglich sein.

Inventur und Kennzeichnung der Objekte läuft

Parallel zum Start der App laufen Arbeiten zur Aktualisierung und Überprüfung der Datenbank der Schutzpunkte o czym pisaliśmy.

Die Aufgabe übernehmen Angehörige der Staatlichen Feuerwehr gemeinsam mit den Kreisbauaufsichtsbehörden. Im Rahmen dieser Arbeiten informieren die Feuerwehrleute die Eigentümer von Immobilien darüber, welche Schutzpunkte in ihren Gebäuden ausgewiesen wurden.

Seit September 2026 werden die Schutzpunkte außerdem physisch gekennzeichnet. Das soll den Bewohnern helfen, diese Orte im öffentlichen Raum leichter zu erkennen.

Die App ist auch kostenlos über die Internetseite gdziesieukryc.pl (Quelle auf Polnisch) sowie in offiziellen App-Stores verfügbar.

Download-Links:

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