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Rentenalter heute und künftig: Wie lange arbeiten Europäer?

Rentner protestieren in Athen am Freitag, 24. November 2023.
Athen: Rentner demonstrieren am Freitag, 24. November 2023. Copyright  Copyright 2023 The Associated Press. All rights reserved
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Von Servet Yanatma
Zuerst veröffentlicht am
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In der EU steigt das Rentenalter für Männer bis Ende der 2060er Jahre von 64,7 auf 66,7 Jahre, für Frauen von 64 auf 66,4 Jahre.

Rund zwei Drittel der europäischen Länder dürften das Rentenalter für Männer anheben, drei Viertel planen dies für Frauen.

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Nach einer Auswertung von Euronews zu 32 Ländern steigt das Rentenalter für Männer in 21 Staaten und für Frauen in 24.

EU-weit soll das reguläre Rentenalter nach dem Bericht Pensions at a Glance 2025 der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) für Männer um zwei Jahre und für Frauen um 2,4 Jahre steigen.

Verglichen werden Menschen, die 2024 in Rente gehen, mit denen, die im selben Jahr mit 22 Jahren ins Berufsleben einsteigen und durchgehend erwerbstätig bleiben. Diese zweite Gruppe wird typischerweise Ende der 2060er-Jahre in den Ruhestand treten.

„Ein höheres Rentenalter bleibt eine gängige Strategie, um die finanzielle Tragfähigkeit der Rentensysteme zu verbessern, ohne das Rentenniveau zu senken“, heißt es in dem Bericht.

„Alternativ lässt sich die finanzielle Stabilität durch höhere Beiträge oder geringere Leistungen erreichen.“

Wo steigen die Rentenalter am stärksten, und welche Länder liegen künftig an der Spitze?

Rentenalter für Männer: Wo heute am frühesten, wo am spätesten?

Nach OECD-Daten für 2024 liegt das höchste Rentenalter für Männer bei 67 Jahren. Es gilt in Dänemark, Norwegen, Island und den Niederlanden. Der EU-Durchschnitt beträgt 64,7 Jahre.

Die Türkei fällt deutlich aus dem Rahmen: Dort liegt das Rentenalter bei 52 Jahren. Dahinter folgen 62 Jahre in Griechenland, Slowenien und Luxemburg.

Unter den fünf größten Volkswirtschaften Europas hat Deutschland mit 66,2 Jahren das höchste Rentenalter für Männer. In Frankreich liegt es mit 64,3 Jahren am niedrigsten.

Rentenalter für Männer: Wo künftig 70 Jahre und mehr?

EU-weit werden Männer, die 2024 mit 22 Jahren ins Berufsleben eingestiegen sind, voraussichtlich im Schnitt mit 66,7 Jahren um 2069 herum in Rente gehen.

Dänemark dürfte mit 74 Jahren das höchste Rentenalter für Männer haben. Ende der 2060er-Jahre steigt es in Estland auf 71 Jahre und in Italien, den Niederlanden, Schweden und Zypern auf jeweils 70 Jahre.

Das niedrigste Rentenalter für Männer wird mit 62 Jahren in Slowenien und Luxemburg erwartet.

Unter den großen Volkswirtschaften Europas werden Männer in Italien mit 70 Jahren das höchste Rentenalter haben. Es folgen das Vereinigte Königreich mit 68 Jahren und Deutschland mit 67 Jahren. In Frankreich und Spanien wird das Rentenalter für Männer bei jeweils 65 Jahren liegen.

Türkei mit größtem Sprung für Männer: plus 13 Jahre

Männer in der Türkei stehen vor der größten Veränderung. Ihr Rentenalter soll um 13 Jahre steigen, von 52 auf 65 Jahre.

In Dänemark erhöht sich das Rentenalter für Männer um sieben Jahre. In Estland, Italien, der Slowakei und Zypern liegt der Anstieg bei mindestens fünf Jahren.

In Schweden steigt das Rentenalter für Männer um vier Jahre auf 70 Jahre, in Griechenland auf 66 Jahre. In den Niederlanden erhöht es sich um drei Jahre auf 70 Jahre und in Finnland auf 68 Jahre.

Mindestens zwei Jahre beträgt der Anstieg auch in Portugal und im Vereinigten Königreich, wo das Rentenalter 68 Jahre erreicht, sowie in Tschechien, Rumänien und Belgien, wo künftig 67 Jahre gelten.

In Deutschland und Frankreich steigt das Rentenalter für Männer um weniger als ein Jahr. In mehreren anderen Staaten bleibt es unverändert.

Rentenalter für Frauen: Wo künftig am höchsten?

Für Frauen liegt das Rentenalter derzeit in Dänemark, den Niederlanden, Island und Norwegen am höchsten, bei jeweils 67 Jahren. Im EU-Durchschnitt sind es 64 Jahre.

Die Türkei hat mit 49 Jahren das mit Abstand niedrigste Rentenalter für Frauen. Dahinter folgt Polen mit 60 Jahren.

EU-weit werden Frauen, die 2024 mit 22 Jahren ins Berufsleben eingestiegen sind, voraussichtlich im Schnitt mit 66,4 Jahren in den Ruhestand gehen – 2,4 Jahre später als Frauen, die 2024 bereits in Rente gegangen sind.

Wie bei den Männern dürfte Dänemark mit 74 Jahren auch für Frauen das höchste Rentenalter haben. In Estland steigt es auf 71 Jahre und in Italien auf 70 Jahre. Frauen in den Niederlanden, Schweden und Zypern werden ebenfalls mit 70 Jahren in Rente gehen.

Innerhalb der EU behält Polen auch Ende der 2060er-Jahre mit 60 Jahren das niedrigste Rentenalter für Frauen.

Unter den großen Volkswirtschaften Europas werden Frauen in Italien mit 70 Jahren das höchste Rentenalter haben. Es folgen das Vereinigte Königreich mit 68 Jahren und Deutschland mit 67 Jahren. In Frankreich und Spanien erreichen Frauen ein Rentenalter von jeweils 65 Jahren.

Weil das derzeitige Rentenalter für Frauen in der Türkei außergewöhnlich niedrig ist, fällt dort der künftige Anstieg am stärksten aus: plus 14 Jahre, von 49 auf 63 Jahre.

In Italien und Dänemark erhöht sich das Rentenalter um sieben Jahre. Deutlich sind die Zuwächse auch in Estland mit 6,3 Jahren, in der Slowakei mit 5,8 Jahren, in Zypern mit fünf Jahren, in Rumänien mit 4,8 Jahren, in Österreich mit 4,5 Jahren sowie in Schweden und Griechenland mit jeweils vier Jahren.

In Spanien bleibt das Rentenalter für Frauen bei 65 Jahren. In Deutschland und Frankreich steigt es um weniger als ein Jahr. Im Vereinigten Königreich erhöht es sich um zwei Jahre.

Alternde Gesellschaften setzen Rentensysteme unter Druck

In einigen Ländern beeinflussen Veränderungen der Lebenserwartung das Rentenalter. Dänemark könnte zum Beispiel die bisherige Eins-zu-eins-Kopplung von Rentenalter und Lebenserwartung lockern.

In diesem Fall „wäre das prognostizierte reguläre Rentenalter niedriger als 74 Jahre“, heißt es im Bericht.

Der Bericht warnt, dass die Bevölkerungen in den OECD-Staaten in den kommenden 25 Jahren rasch altern werden. Nach den Projektionen steigt die Zahl der Menschen ab 65 Jahren je 100 Personen im Alter von 20 bis 64 Jahren von 33 im Jahr 2025 auf 52 im Jahr 2050. Im Jahr 2000 lag dieser Wert bei 22.

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