Loader
Finden Sie uns
Werbung

Aserbaidschans Staatsölfonds hilft beim Start des China-Asean-Investitionsrats

Blick auf Baku mit den Flame Towers, Juli 2026
Blick auf Baku mit den Flame Towers, Juli 2026 Copyright  Euronews
Copyright Euronews
Von Toby Gregory, Euronews Dubai bureau
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

SOFAZ ist der einzige Gründer von außerhalb Ost- und Südostasiens. Das unterstreicht Aserbaidschans Rolle als wichtiger Korridor zwischen Asien und Europa.

Der staatliche Öl-Fonds Aserbaidschans, SOFAZ, hat sich mit fünf asiatischen Staatsfonds und Pensionsinvestoren zusammengeschlossen und auf der China International Fair for Investment and Trade in Xiamen den China-ASEAN Joint Investment Council ins Leben gerufen. Damit erhält der Kaspische Fonds einen Platz am Gründungstisch in einem Markt mit mehr als zwei Milliarden Menschen.

WERBUNG
WERBUNG

Die übrigen Mitglieder reichen von Peking bis Jakarta: die China Investment Corporation (CIC), der Staatsfonds, der den Rat initiiert hat, der staatliche Pensionsfonds Thailands, Malaysias Khazanah Nasional Berhad und der Rentenfonds KWAP sowie die Indonesia Investment Authority (INA). Das Sekretariat führt CGS International Securities aus Singapur.

Im Rekordjahr 2025 überschritt der Handel zwischen China und ASEAN erstmals die Marke von 1 Billion US-Dollar und erreichte 1,05 Billionen US-Dollar (904 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 7,4 Prozent im Jahresvergleich. Südostasien zog zugleich ausländische Direktinvestitionen von 243,9 Milliarden US-Dollar (210 Milliarden Euro) an, 9,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und 15 Prozent der weltweiten Zuflüsse.

Aserbaidschans Rolle in dieser Runde spiegelt seine Lage auf der Weltkarte. Das Land liegt am sogenannten Middle Corridor, einer Schienen- und Seeroute über das Kaspische Meer, die Fracht zwischen Asien und Europa transportiert. Die EU-Kommission hat im Rahmen ihres Global-Gateway-Programms 2024 Zusagen über 10 Milliarden Euro für diesen Korridor gemacht.

Mit dem Ausbau der physischen Infrastruktur, betont SOFAZ, gewinnt Aserbaidschan als Bindeglied zwischen beiden Regionen weiter an Bedeutung.

Der Fonds argumentiert, dass entlang dieses Korridors nicht nur Waren fließen können, sondern auch Kapital. SOFAZ sieht sich deshalb an der Seite jener Institutionen, die am asiatischen Ende investieren, und gewinnt nach eigener Darstellung ein breiteres Netzwerk von Partnern für langfristige Engagements.

SOFAZ ist 2015 in den chinesischen Markt eingestiegen und hat am 1. Juli erstmals in auf Renminbi lautende Vermögenswerte investiert. Im April 2025 unterzeichnete der Fonds während des Staatsbesuchs von Präsident Ilham Alijew in China eine Absichtserklärung mit CIC.

Aus der Absichtserklärung wurde im April dieses Jahres konkretes Kapital: SOFAZ legte gemeinsam mit CIC und INA das Galaxy Orientis China-ASEAN Investment Program auf.

Das Private-Equity-Vehikel schloss seine erste Finanzierungsrunde bei rund 520 Millionen US-Dollar (448 Millionen Euro) ab; angestrebt sind eine Milliarde US-Dollar. Investiert wird in Industrie, Gesundheitswesen, Konsumgüter, Unternehmensdienstleistungen und Technologie. Der Fonds wird unabhängig vom Rat gesteuert.

SOFAZ, das Aserbaidschans Öl- und Gaserlöse verwaltet, verfügte Ende Juni über Vermögenswerte von 72,6 Milliarden US-Dollar (62,5 Milliarden Euro). Nach Angaben des Fonds verschafft der Rat Zugang zu Partnerinstitutionen, Marktkenntnis vor Ort und einem früheren Blick auf neue Investmentthemen.

Der Rat startet ohne eigenes Kapital. Er ist kein Fonds, und eine Mitgliedschaft verpflichtet nicht zu Investitionen. Jede Institution entscheidet selbst. Zunächst stehen Foren und gemeinsame Analysen im Vordergrund. Kapital soll erst folgen, wenn die Interessen übereinstimmen.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

50 CEOs und Investoren drängen Brüssel, EU-Inc-Gesetz nicht zu verwässern

2,6 Milliarden teurer Rabatt: Italien verlängert Dieselsteuer-Senkung

Dubai startet Schulungsaktion für agentische KI für 14.000 Unternehmen