Zendaya kehrt für die dritte Staffel des Jugenddramas „Euphoria“ zurück. In Frankreich zeigt eine neue Ausstellung späte Werke von Francis Bacon – das sind die Kulturhighlights der Woche.
Willkommen zurück zu einer neuen Runde Kultur-Empfehlungen.
Für Serienfans ist es eine große Woche: HBO startet 'Euphoria', Disney+ bringt 'The Testaments'. Doch auch draußen lohnt sich der Weg: neue Schauen zu Francis Bacon und Veronica Ryan sowie eine Wiederaufnahme von Pina Bauschs 'Kontakthof' locken aus der Wohnung.
Also: die letzten Schoko-Ostereier verputzen, vom Sofa aufstehen – und die folgenden Tipps in den Wochenkalender eintragen.
Ausstellungen
Francis Bacon
Francis Bacon, Study from the Human Body, 1986Francis Bacon, Study from the Human Body, 1986
Wann: vom elften April bis zum dreißigsten Mai 2026
Wo: Gagosian (Paris, Frankreich)
Die verstörenden Porträts von Francis Bacon haben Künstlerinnen und Künstler von David Lynch bis Damien Hirst geprägt. Doch ausgerechnet Paris inspirierte den Maler selbst am stärksten. In seinen späten Jahren zog er in die Stadt und tauchte ganz in ihre kreative, kosmopolitische Szene ein.
Diese Erfahrungen spiegeln sich in späteren Arbeiten wie 'Study from the Human Body' (1986) und 'Man at a Washbasin' (1989–90) wider. Die Bilder fallen durch leuchtende Farben auf und lösen sich von Bacons sonst düsteren Paletten. Die Schau bietet eine seltene Gelegenheit, den Künstler aus einer ungewohnten Perspektive zu sehen. Mehr Infos hier (Quelle auf Englisch).
Veronica Ryan: Multiple Conversations
Porträt von Veronica Ryan in Along a Spectrum, 2021, Spike Island, Bristol. Porträt von Veronica Ryan in Along a Spectrum, 2021, Spike Island, Bristol.
Wann: bis zum vierzehnten Juni 2026
Wo: Whitechapel Gallery (London, Großbritannien)
Die britische Künstlerin Veronica Ryan, ausgezeichnet mit dem Turner Prize, hat ihre Karriere darauf aufgebaut, Naturmaterialien in sorgfältiger Handarbeit in nachdenkliche Installationen zu verwandeln. Von bronzenen Magnoliensamen-Kapseln bis zu Pappschalen für Avocados – in ihrer neuen Ausstellung wird die Welt neu sortiert. Alltägliche Dinge gewinnen durch Abstraktion Bedeutung und Hoffnung.
Gleichzeitig stoßen die Werke Reflexionen über Identität, Entwurzelung und kapitalistische Zerstörung an. Diese Themen wirken universell und zugleich sehr persönlich. Weitere Informationen hier. (Quelle auf Englisch)
Bonus-Tipp: 'Queen Elizabeth II: Her Life in Style' eröffnet in der King’s Gallery (Quelle auf Englisch) vom zehnten April bis zum achten Oktober 2026.
Veranstaltungen
Pina Bausch / Meryl Tankard Kontakthof - Echoes of '78
Wann: vom siebten bis elften April
Wo: Sadler's Wells Theatre (London, Großbritannien)
Seit seiner Uraufführung 1978 gilt 'Kontakthof' als eines der legendärsten Werke von Pina Bausch. Der Titel meint sinngemäß einen Ort der Begegnung. Das Stück erzählt vom feinen Ziehen und Zerren menschlicher Beziehungen – mal zart, mal zerstörerisch.
Entstanden ist es in einer Übergangsphase für die wegweisende deutsche Choreografin, als ihre Arbeiten plötzlich weltweit Anerkennung fanden. Fast 50 Jahre später bringt das Sadler's Wells Theatre in London das Stück erneut auf die Bühne. Diesmal zeichnet Meryl Tankard für die Choreografie verantwortlich; sie stand bereits in den Originalaufführungen auf der Bühne.
Neun weitere Tänzerinnen und Tänzer der ursprünglichen Besetzung kehren ebenfalls zurück. So können alle, die damals nicht dabei waren, heute etwas von der ursprünglichen Magie über Generationen hinweg erleben. Mehr dazu hier. (Quelle auf Englisch)
Bonus-Tipp: Art Paris, eine der führenden Kunstmessen Europas, findet vom neunten bis zwölften April im Grand Palais (Quelle auf Englisch) in Paris statt.
Filme
Father Mother Sister Brother
Wo: Kinos im Vereinigten Königreich und auf MUBI
Wann: ab dem zehnten April
Jim Jarmuschs 'Father Mother Sister Brother' seziert Familienbeziehungen mit dunkelstem Humor. Der Regisseur kehrt damit zu seinem Anthologie-Format zurück; der Film gewann außerdem im vergangenen Jahr den Goldenen Löwen bei den Filmfestspielen von Venedig.
Zur Starbesetzung gehören Tom Waits, Adam Driver, Mayim Bialik, Charlotte Rampling und Cate Blanchett. In drei Geschichten erzählt der Film von der Entfremdung zwischen erwachsenen Kindern und ihren Eltern – in unterschiedlichen Familien und Ländern.
Unser Filmkritiker David Mouriquand nennt das Werk 'einen charmanten Film, der eine in der Einfachheit verborgene Tiefe andeutet, am letzten Hindernis jedoch stolpert'. Seine vollständige Kritik lesen Sie hier.
Bonus-Tipp: 'California Schemin'', basierend auf der wahren Geschichte der schottischen Hip-Hop-Band Silibil N' Brains, die sich als Amerikaner ausgab, startet ab dem zehnten April in ausgewählten Kinos.
Serien
Euphoria
Wo: HBO Max
Wann: ab dem zwölften April
Nach mehr als vier Jahren Pause kehrt Sam Levinsons hyperästhetische Serie über orientierungslose Teenager mit einer dritten Staffel zurück. Die Handlung setzt fünf Jahre nach der letzten Episode ein. Wieder im Mittelpunkt stehen Rue (Zendaya), Cassie (Sydney Sweeney) und Nate (Jacob Elordi), die an der Schwelle zum Erwachsensein stehen und dennoch weiter von den Traumata ihrer Vergangenheit verfolgt werden.
Zu erwarten sind dramatische Hochzeiten, Sugar Daddys und wütende Drogenhändler – Sam Levinson verspricht die bisher beste Staffel der Serie.
Bonus-Tipps: Zwanzig Jahre nach dem Finale kehrt die Kult-Sitcom 'Malcolm mittendrin' als Reunion-Miniserie 'Life's Still Unfair' zurück, auf Disney+ ab dem zehnten April. 'The Testaments', die Fortsetzung der viel gelobten Serie 'The Handmaid's Tale', startet dort bereits am achten April.
Musik
WU LYF: A Wave That Will Never Break
Wann: ab dem zehnten April
In Zeiten endloser Social-Media-Beichten und dauernder Neuveröffentlichungen wirkt die Rockband WU LYF (World Unite Lucifer Youth Foundation) wie eine faszinierende Ausnahme. Nach ersten Erfolgen im Jahr 2008 verweigerte die Gruppe konsequent jedes Interview. Sie veröffentlichte nur ein Studioalbum, 'Go Tell Fire to the Mountain', und löste sich 2012 wieder auf.
Seit ihrer Wiedervereinigung im vergangenen Jahr pflegt die Band diese geheimnisvolle Aura weiter. Social Media boykottiert sie bewusst – in dem Wissen, dass Anonymität die Faszination verstärkt. Selbst der Release des neuen Albums folgt einem eigenen Weg: Es erscheint unabhängig über ihre L Y F-Community-Plattform.
So fühlt sich das Projekt an wie die Entdeckung eines Geheimnisses, mit einer Prise 90er-Jahre-Nostalgie – als würde man eine verstaubte Kassette im Keller eines Fremden finden. Tod den Streamingdiensten, es lebe die Gemeinschaftskunst!
Bonus-Tipp: Die Indie-Musikerin Mei Semones, bekannt für ihren eigenwilligen, vom Jazz inspirierten Sound, veröffentlicht ihr zweites Album 'Kurage' am zehnten April.