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Ukraine trifft russische Rüstungsfabrik mit eigener Flamingo-Rakete

Screenshot eines Videos, das der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am 10. Juni 2026 auf X veröffentlicht hat
Screenshot eines Videos, das der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am 10. Juni 2026 auf X veröffentlicht hat Copyright  @ZelenskyyUa
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Von Sasha Vakulina
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Wolodymyr Selenskyj hat angekündigt, dass Kyjiw Gebiete tief in Russland angreift – als Antwort auf Angriffe auf die Ukraine und um den Kreml zu direkten Gesprächen zu drängen. Jetzt hat eine ukrainische Flamingo-Rakete eine Rüstungsfabrik getroffen.

Kyjiw hat ukrainische Flamingo-Raketen eingesetzt und damit eine russische Militäreinrichtung angegriffen, die die russischen Truppen mit Komponenten für Drohnen und Raketen versorgt. Das bestätigte Präsident Wolodymyr Selenskyj am Mittwoch.

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„Wir setzen unsere ukrainischen Langstrecken-Sanktionen gegen russische Militäreinrichtungen und die Ölindustrie fort“, schrieb Selenskyj auf X. Er veröffentlichte dazu ein Video, das angeblich eine Rakete auf dem Weg zu ihrem Ziel und Rauchschwaden über russischen Anlagen zeigt.

„Insbesondere haben in der vergangenen Nacht ukrainische FP-5-Flamingos ein Rüstungswerk in Tscheboksary getroffen, das die Besatzungsarmee mit Komponenten für Drohnen und Raketen beliefert.“

Tscheboksary ist die wichtigste Stadt der zentralrussischen Region Tschuwaschien und liegt rund 1 000 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.

Der Regionalgouverneur Oleg Nikolajew bestätigte, dass die Stadt getroffen wurde.

„In den frühen Morgenstunden geriet Tscheboksary unter Raketenbeschuss. Wir arbeiten daran, die Zahl der Opfer und das Ausmaß der Schäden an der Infrastruktur zu ermitteln“, erklärte Nikolajew auf Telegram, ohne weitere Details zu nennen.

Lokale Medien berichteten, der ukrainische Angriff habe das Werk VNIIR-Progress getroffen, das Antennen für Drohnen produziert. Auch der ukrainische Generalstab bestätigte dieses Ziel.

Das von der Ukraine, den USA und der Europäischen Union sanktionierte Werk VNIIR-Progress stellt Satellitennavigations-Empfänger und Kometa-Antennen her. Sie kommen in Shahed-Angriffsdrohnen, Kalibr-Marschflugkörpern, ballistischen Iskander-M-Raketen und gelenkten Fliegerbomben zum Einsatz.

Der Angriff auf Tscheboksary war Teil einer größeren ukrainischen Operation. Dabei wurden auch die Kuibyschew-Raffinerie in der russischen Region Samara, mehr als 900 Kilometer von der Frontlinie entfernt, sowie zwei Ölanlagen in der Region Wladimir in rund 700 Kilometern Entfernung getroffen.

Die Kuibyschew-Raffinerie verarbeitet jährlich rund 3,7 Millionen Tonnen Rohöl und liefert Treibstoffe, die in der russischen Rüstungsindustrie und bei den Streitkräften verwendet werden.

Flamingo-Rakete entsteht in der Ukraine

Die Ukraine hat eine eigene Rakete mit dem Namen Flamingo entwickelt. Sie kommt bisher jedoch nur selten zum Einsatz.

Erstmals im August 2025 öffentlich gezeigt, soll der Marschflugkörper FP-5 Flamingo eine Reichweite von bis zu 3 000 Kilometern und einen Sprengkopf von bis zu 1 100 Kilogramm haben.

Das Flamingo-Mutterunternehmen Fire Point erklärte Anfang Juni, es habe einen Testflug einer ballistischen Rakete durchgeführt. Diese soll die Grundlage für ein Projekt zum Aufbau eines Luftverteidigungs- und Raketenabwehrsystems bilden.

Die FP7.X ist die Abfangvariante der ballistischen Rakete FP7 von Fire Point, die derzeit entwickelt wird und nach Angaben des Unternehmens auch Bodenziele angreifen können soll.

Mitarbeiter und Soldaten inspizieren Flamingo-Raketen des ukrainischen Unternehmens Fire Point während der Übergabe an das Militär an einem unbekannten Ort in der Ukraine, Donnerstag, 4. Dezember 2025
Mitarbeiter und Soldaten inspizieren Flamingo-Raketen des ukrainischen Unternehmens Fire Point während der Übergabe an das Militär an einem unbekannten Ort in der Ukraine, Donnerstag, 4. Dezember 2025 AP Photo

Die Rakete selbst ist nur ein Baustein eines Luftverteidigungssystems. Analysten betonen, dass die komplexesten Elemente das bodengebundene Radarnetz und das Zielsystem in der Rakete sind.

Das Management von Fire Point erklärte, Ziel des Projekts sei der Aufbau eines einheitlichen paneuropäischen Luft- und Raketenabwehrsystems.

Fire-Point-Miteigentümer Denys Shtilierman sagte vor wenigen Wochen, das Unternehmen verhandle mit nicht namentlich genannten europäischen Firmen über den Start eines neuen Luftverteidigungssystems. Dieses soll bis Ende des kommenden Jahres überschallschnelle ballistische Raketen abschießen können und eine kostengünstige Alternative zum US-System Patriot bieten.

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