USA und Iran greifen sich weiter gegenseitig an. Zugleich stocken die Friedensgespräche. Teheran hält an seiner Kontrolle der Straße von Hormus fest und treibt den Ölpreis weiter in die Höhe.
Die USA und Iran haben den zweiten Tag in Folge gegenseitig Ziele angegriffen. US-Spitzenpolitiker warfen ihren Gesprächspartnern zugleich vor, die Verhandlungen über ein Ende des seit drei Monaten andauernden Kriegs in die Länge zu ziehen.
Iranische Medien berichteten von Explosionen im Süden des Landes nahe der Straße von Hormus. Detonationen seien in Bandar Abbas, Qeschm und Minab zu hören gewesen, zudem habe es Einschläge "feindlicher Geschosse" in Kargan und Sirik gegeben, meldeten Quellen.
Das US-Zentralkommando CENTCOM erklärte später, es habe seine Angriffe auf "iranische militärische Aufklärungsfähigkeiten, Kommunikationssysteme und Luftabwehrstellungen" abgeschlossen.
US-Streitkräfte hätten Präzisionsmunition auf iranische Ziele abgefeuert, die eine Bedrohung für US-Truppen und internationale Handelsschiffe in den Gewässern der Region darstellten, fügte das Kommando hinzu.
Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump wiederholt betont, die Verhandlungen mit Teheran stünden kurz vor dem Abschluss. Am Mittwoch erklärte Trump jedoch, Iran halte die USA weiterhin "für einen Trottel" und müsse nun "den Preis zahlen".
Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte, falls Trump es verlange, "verhandeln wir mit Bomben, und das können wir sehr gut".
Straße von Hormus: Iran meldet vollständige Schließung
Iran reagierte auf die US-Angriffe mit Beschuss von US-Stützpunkten auf Bahrain und in Kuwait. In Bahrain wurde Luftalarm ausgelöst. Die Behörden riefen die Bevölkerung auf X dazu auf, sich "an den nächstgelegenen sicheren Ort" zu begeben, wie das Innenministerium des Golfstaats erklärte.
Kuwait sperrte vorübergehend seinen Luftraum. Das Militär teilte mit, seine Luftabwehrsysteme arbeiteten daran, "feindliche Luftziele" abzufangen.
Iranische Medien berichteten, die Armee habe Drohnenangriffe auf Funkantennen und Radaranlagen der in Bahrain stationierten Fünften US-Flotte geflogen.
Die iranische Marine erklärte, sie habe außerdem zwei Schiffe getroffen, die versucht hätten, die Straße von Hormus zu durchqueren. Die strategisch wichtige Wasserstraße sei "vollständig geschlossen", jeder Schiffsverkehr werde dort ins Visier genommen.
CENTCOM widersprach. Handelsschiffe würden die Straße von Hormus auch in dieser Nacht weiter in beide Richtungen passieren, hieß es.
"Macht ihr die heilige Straße von Hormus unsicher?! Wir werden euch die Region zur Hölle machen“" schrieb Majid Mousavi, Chef der Luft- und Raumfahrteinheit der Revolutionsgarden, in einem Beitrag in sozialen Medien.
Der internationale Referenzpreis für Rohöl lag am Mittwoch bei über 93 US-Dollar je Barrel. Damit sind die Preise um mehr als ein Viertel teurer geworden als zu Beginn des Kriegs.
Trump behauptete am Mittwoch, das US-Militär habe heimlich dafür gesorgt, dass 100 Millionen Barrel Öl durch die umkämpfte Meerenge gelangen konnten.
Gleichzeitig drängt der US-Präsident den Iran, ein Abkommen zur Beendigung des Kriegs zu unterzeichnen. Anfang der Woche hatte er angedeutet, eine Einigung könne innerhalb weniger Tage möglich sein, beklagte nun aber, die Unterhändler ließen sich zu viel Zeit.
"Wir waren einem Deal wirklich sehr nahe, aber sie halten uns weiter hin", sagte Trump am Mittwoch vor Reportern. Hegseth deutete an, dass sich die Angriffe in eine dritte Nacht hinein ausdehnen könnten. Sie würden "stark" und "deutlich" ausfallen, sagte er.