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Thessaloniki verziert Stadtteil mit kunstvollen Graffiti an Hauswänden

Foto aus Thessaloniki
Foto aus Thessaloniki Copyright  ΑΠΕ-ΜΠΕ / Σούζυ Καμαλιάνι
Copyright ΑΠΕ-ΜΠΕ / Σούζυ Καμαλιάνι
Von Ioannis Karagiorgas mit ΑΠΕ-ΜΠΕ
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Japanisch inspirierte Farben, Blumen und Motive tauchen in den Häusern des historischen Viertels auf. Sie verändern das Straßenbild und ziehen Anwohner wie Touristen an.

Im Stadtteil Ano Poli in Thessaloniki haben einige Bewohner einen ungewöhnlichen Weg gefunden, auf Schmierereien und wildes Graffiti zu reagieren. Statt die Hausfassaden immer wieder neu zu streichen, geben sie sie in die Hände von Kunstschaffenden und verwandeln sie in Freiluft-Leinwände.

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Farben, Blumen und von Japan inspirierte Motive tauchen inzwischen an Wohnhäusern in dem historischen Viertel auf. Sie verändern das Straßenbild und ziehen die Blicke von Anwohnern und Besuchern auf sich.

In den vergangenen Tagen sorgt vor allem ein großflächiges Wandbild an einer Außenmauer eines Hauses in dem traditionellen Siedlungsbereich für Aufmerksamkeit. Das Werk greift die Ästhetik und Ikonografie Japans auf: Die ikonische „Große Welle“ von Katsushika Hokusai trifft auf blühende Kirschbäume, traditionelle Architektur und eine markante rote Sonne. Der Ort hat sich bereits zu einem kleinen Fotospot entwickelt.

Hinter der Gestaltung steht die Künstlerin Suzy Kamaliani. Sie übernahm das Mural auf Wunsch der Hauseigentümer. Ihre besondere Liebe zu Japan gab die Richtung für das Thema vor, das Motiv entstand in enger Abstimmung mit der Künstlerin.

Foto eines Hauses in Thessaloniki
Foto eines Hauses in Thessaloniki ΑΠΕ-ΜΠΕ/ Σούζυ Καμαλιάνι

Die Entscheidung hatte jedoch nicht nur ästhetische Gründe. Die Eigentümer suchten nach einer Möglichkeit, die immer neuen Sprayangriffe auf die Außenwände einzudämmen. Die Idee war bereits an einem anderen Haus in Ano Poli erprobt worden, wo Suzy Kamaliani im vergangenen Februar eine farbenfrohe Komposition aus Blumentöpfen, Blumen und Bougainvillea gestaltet hatte. Nach ihren Angaben blieb die Fläche nach Abschluss des Werks von weiteren Beschädigungen verschont.

Kamaliani beschäftigt sich seit 2009 intensiv mit Malerei. Neben der Arbeit auf Leinwand erkundet sie seit einigen Jahren auch großformatige Wandgemälde. Wie sie erklärt, liegt der wichtigste Unterschied eines Murals in seinen Dimensionen: Eine große Wand bietet ein anderes Feld der Ausdrucksmöglichkeiten und mehr Freiheit in der Komposition als eine klassische Leinwand.

Ein hartnäckiges Problem für die Stadt

Die ungeordneten Parolen und Schmierereien beschäftigen nicht nur Immobilieneigentümer, sondern auch die Stadtverwaltung von Thessaloniki. Reinigungsaktionen wirken oft nur kurzfristig.

Der stellvertretende Bürgermeister für Technische Werke und Nachhaltige Mobilität, Prodromos Nikiforidis, weist darauf hin, dass Ano Poli besonders stark betroffen ist. Die spezielle städtebauliche Struktur mit vielen niedrigen und ebenerdigen Häusern lässt zahlreiche Flächen offen für willkürliche Eingriffe. Das Problem begleitet die Stadt seit vielen Jahren.

Um die visuelle Verschmutzung wirksamer zu bekämpfen, hält die Stadtverwaltung bloße Reinigungen für unzureichend. Sie setzt auf breitere Aufklärung und die Aktivierung der Bürger, aber auch auf Kooperationen mit Unternehmen, die Material und Technik für die Sanierung der Flächen bereitstellen könnten.

Die gleiche Logik des „Schutzes durch Kunst“ zeigt sich inzwischen auch im kommerziellen Zentrum von Thessaloniki. Viele Geschäftsleute haben Künstler beauftragt, die Metallrollläden ihrer Läden zu bemalen, vor allem an Orten, deren Fassaden nach Demonstrationen und Kundgebungen häufig mit Parolen übersät sind. Die gestalteten Flächen dienen so zugleich als bewusste ästhetische Entscheidung und als informeller Schutzschild gegen Vandalismus.

Eingang eines Hauses in Thessaloniki
Eingang eines Hauses in Thessaloniki ΑΠΕ-ΜΠΕ / Σούζυ Καμαλιάνι

Künstlerregister für neue Murals

Gleichzeitig versucht die Stadt Thessaloniki, Maßnahmen für Kunst im öffentlichen Raum besser zu strukturieren. Sie richtet dafür eine offene Datenbank zur Vernetzung von Kunstschaffenden ein, die im Bereich Wandgemälde arbeiten, und lädt Interessierte ein, sich einzutragen.

Die Initiative sieht ein Register von Künstlern vor, die eine nachweisbare Laufbahn und ein aussagekräftiges Portfolio vorweisen können. Diese Basis soll künftig als Ausgangspunkt für neue Murals und künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum dienen und die Präsenz der Kunst im Stadtbild von Thessaloniki stärken.

In Ano Poli hat der Wandel allerdings bereits in den Wohnhäusern selbst begonnen. Wo bis vor Kurzem eine leere Wand ein leichtes Ziel für die nächste Schmiererei war, erzählen heute eine Welle von Hokusai, eine blühende Sakura oder eine Bougainvillea eine neue Geschichte über das Viertel.

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