Die meisten Passagiere des vom Hantavirus betroffenen Kreuzfahrtschiffs sind in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Dort stehen Tests und eine Quarantäne an.
Nach einem Ausbruch von Hantavirus, einer seltenen und potenziell tödlichen Viruskrankheit, ist auf dem Kreuzfahrtschiff der Notfallplan in Kraft getreten. Am Sonntag erreichte es mit 147 Menschen an Bord die Kanarischen Inseln in Spanien – Passagiere und Crew aus 23 Ländern, darunter 70 Europäer.
In einer abgestimmten Aktion der spanischen Regierung, der Weltgesundheitsorganisation und des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten wurden alle Passagiere an Bord auf Symptome untersucht. Gleichzeitig organisierten die Behörden die Rückreise in die jeweiligen Herkunftsländer.
An Bord sind weiterhin 54 Menschen. 32 bleiben auf dem Schiff und reisen per Schiff weiter. Die übrigen 22 werden mit dem Flugzeug ausgeflogen. Beide Gruppen sollen in die Niederlande gebracht werden, darunter sechs Menschen, die später nach Australien weiterfliegen.
Wo sich die Passagiere jetzt aufhalten
Deutschland
An Bord befanden sich acht Menschen aus Deutschland, darunter einer der verstorbenen Passagiere. Vier deutsche Passagiere wurden in ein Krankenhaus in Frankfurt gebracht. Dort werden sie zunächst untersucht, bevor sie zur Quarantäne in ihre jeweiligen Bundesländer weiterverlegt werden, wie ein Kliniksprecher deutschen Medien sagte.
Jede und jeder von ihnen steht dann am Wohnort unter der Aufsicht der örtlichen Gesundheitsbehörden, teilte das Robert Koch-Institut (RKI) mit.
Spanien
Die 14 spanischen Staatsbürger liegen derzeit im Militärkrankenhaus Gómez Ulla in Madrid. Es gehört zu den Krankenhäusern des Landes mit einer Hochisolierstation für solche Fälle.
Nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums sollen die Passagiere dort 42 Tage in Quarantäne bleiben und regelmäßig PCR-Tests machen, um mögliche neue Fälle frühzeitig zu erkennen.
Frankreich
Fünf Menschen sind am Sonntag von Spanien nach Frankreich gereist. Bei einem der Passagiere traten während des Transports Symptome auf; inzwischen ist der Fall als weiterer Hantavirus-Befund bestätigt, wie das französische Gesundheitsministerium mitteilte.
Mit einem am Montag veröffentlichten Erlass hat Frankreich angeordnet, dass Passagiere von dem Kreuzfahrtschiff in einer Gesundheitseinrichtung in Quarantäne kommen, solange bis ihre medizinische und epidemiologische Situation vollständig geklärt ist.
Im Anschluss daran folgt eine Isolation von insgesamt 42 Tagen.
„Jede Person, die mit den Passagieren oder mit Infizierten in Kontakt war, kann unter Quarantäne oder Isolation gestellt werden, wenn ein ernstes Risiko einer Ansteckung besteht“, erklärten die französischen Behörden.
Niederlande
Am Sonntag landete ein Flugzeug mit 26 Passagieren in den Niederlanden, darunter acht niederländische Staatsbürger.
Nach der Landung in Eindhoven wurden sie nach Hause gebracht. Dort sollen sie nach Angaben des Ministeriums für Gesundheit, Wohlfahrt und Sport 42 Tage in häuslicher Isolation bleiben.
Wer nicht in den Niederlanden lebt, kommt in eine Quarantäneeinrichtung.
Während der Quarantäne dürfen die Passagiere kurze Spaziergänge nach draußen machen, müssen dabei aber mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen halten und eine Maske tragen.
Belgien
Belgien übernahm am Sonntag zwei Passagiere von dem Kreuzfahrtschiff. Beide wurden zur medizinischen Abklärung in das Universitätskrankenhaus Antwerpen (UZA) gebracht.
Zeigen sie keine Symptome, kehren sie nach Hause zurück. Dort übernehmen die flämischen Gesundheitsbehörden eine engmaschige Betreuung, teilte die belgische Gesundheitsverwaltung mit.
Griechenland
Griechenland hatte nur einen eigenen Staatsbürger an Bord. Er zeigt keine Symptome und befindet sich vorsorglich in Quarantäne im Attikon Allgemeines Universitätsklinikum in Athen, wo er 45 Tage in Isolation bleiben soll, wie das Krankenhaus am Montag mitteilte.
Irland
Zwei Passagiere wurden von Spanien nach Irland verlegt. Sie kamen am Sonntag in Dublin an und sind seitdem in einer medizinischen Einrichtung isoliert, wo sie getestet und überwacht werden, wie die irischen Gesundheitsbehörden am Montag nationalen Medien erklärten.
Beide seien „guter Dinge und zeigen keinerlei Symptome“.
Vereinigtes Königreich
Die britische Gesundheitsbehörde UK Health Security Agency (UKHSA) teilte am Montag mit, dass 20 britische Staatsbürger, ein deutscher Staatsbürger mit Wohnsitz im Vereinigten Königreich und ein japanischer Passagier von der MV Hondius im Arrowe Park Hospital in Wirral im Nordwesten Englands überwacht werden.
Nach einer 72-stündigen Testphase werden die Passagiere gebeten, sich nach ihrer Rückkehr bis zu 45 Tage zu isolieren. In dieser Zeit sind regelmäßige Tests und Betreuung durch die nationalen Gesundheitsbehörden vorgesehen.