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London: Weniger Verkehrsabgase lassen Kinderlungen schneller wachsen

In London steht am Dienstag, 29. August 2023, ein beschmiertes Schild zur Ultra-Low Emission Zone (ULEZ).
Unbekannte haben in London am Dienstag, 29. August 2023, ein Verkehrsschild zur Ultra-Low-Emission-Zone (ULEZ) beschmiert. Copyright  Copyright 2023 The Associated Press. All rights reserved
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Von Alexandra Leistner
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Eine neue Studie zeigt: Saubere Luft in Umweltzonen lässt die Lungen von Londoner Kindern schneller als bisher wachsen.

Weniger Abgase im Straßenverkehr stehen mit einem schnelleren Lungenwachstum bei Kindern in Verbindung. Das zeigt eine neue Studie aus London.

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Um die gesundheitlichen Folgen von Luftverschmutzung zu mindern, haben viele Städte sogenannte Ultra Low Emission Zones (ULEZ) eingeführt. Diese Zonen beschränken besonders schadstoffreiche Fahrzeuge oder belegen sie mit Gebühren, um sauberere Mobilität zu fördern.

Eine in The Lancet Public Health veröffentlichte Untersuchung legt nahe, dass weniger Verkehrsabgase der Lunge von Kindern zugutekommen.

Forschende der Queen Mary University of London haben mehr als 3.400 Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren begleitet.

Die Einführung der ULEZ wurde zum „natürlichen Experiment“. Das Team verglich Kinder aus dem Zentrum Londons mit einer ähnlichen Gruppe in Luton, wo es keine Umweltzone gab.

Einmal pro Jahr nutzten die Forschenden einen Atemtest. Sie maßen, wie viel Luft die Kinder in einer Sekunde kräftig ausatmen konnten – ein Standardmaß für die Lungenfunktion.

Vor Einführung der ULEZ wuchsen die Lungen der Londoner Kinder langsamer, fanden die Forschenden heraus. Innerhalb von fünf Jahren setzte jedoch eine Trendwende ein.

Luftverschmutzung in London sinkt mehr als doppelt so schnell

Die Belastung durch Luftschadstoffe ging sowohl in Zentral-London als auch in Luton zurück. Im Zentrum Londons war der Rückgang jedoch mehr als doppelt so groß. Die Konzentration von Stickstoffdioxid, einem Schadstoff aus Autoabgasen, sank in London pro Jahr um rund 3,8 Mikrogramm pro Kubikmeter, in Luton nur um 1,8 Mikrogramm.

Mit der sinkenden Belastung wuchsen die Lungen der Londoner Kinder schneller. Ihre Lungenfunktion nahm im Schnitt um 233 Milliliter pro Jahr zu, in Luton nur um 223 Milliliter.

Nach vier Jahren war der Unterschied zwischen den beiden Gruppen verschwunden. Die Kinder in London hatten zu denen in Luton aufgeschlossen.

Nach Angaben der Forschenden ist es die erste Studie, die einen Zusammenhang zwischen einer Umweltzone, besserer Luftqualität und schnellerem Lungenwachstum bei Kindern zeigt.

Die Ergebnisse könnten wichtige Folgen für die öffentliche Gesundheit haben. Kinder, deren Lungen sich nicht vollständig entwickeln, haben später ein höheres Risiko für Asthma und andere Erkrankungen. Im Zentrum Londons sank der Anteil der Kinder mit eingeschränkter Lungenfunktion von 14 Prozent auf 9 Prozent, parallel zum Rückgang der Luftverschmutzung.

ULEZ-Einführung sorgt für Streit

Die ULEZ bleibt dennoch umstritten. Nach Angaben der Metropolitan Police wurden zahlreiche Überwachungskameras beschädigt oder gestohlen.

Die Zone wurde im Oktober 2021 vom Zentrum auf die inneren Bezirke Londons ausgeweitet und im August 2023 auf alle Londoner Stadtbezirke.

Mehrere Londoner Bezirksräte klagten gegen die Ausweitung von 2023. Der High Court entschied jedoch, dass sie rechtmäßig ist und weiter umgesetzt werden darf.

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