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Fidschi ruft wegen rasant steigender Fälle HIV-Notstand aus

Fidschi.
Fidschi. Copyright  EDWARD WRAY/AP
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Von Marta Iraola Iribarren mit AFP
Zuerst veröffentlicht am
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Fidschi ruft wegen stark gestiegener HIV-Neuinfektionen den nationalen Notstand aus; Regierung und Partner versuchen, sexualisierte Übertragung und Drogenkonsum einzudämmen.

Fidschi hat einen nationalen HIV-Notstand ausgerufen. Sexuelle Übertragung und der Konsum illegaler Drogen treiben die Verbreitung des Virus voran; Schätzungen zufolge lebt inzwischen etwa jede 60. erwachsene Person in dem Pazifikstaat mit HIV, vor fünf Jahren war es noch etwa eine von 167.

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„Ich erkläre hiermit offiziell einen nationalen HIV-Notstand in Fidschi“, sagte Gesundheitsminister Atonio Lalabalavu am Mittwoch vor Journalistinnen und Journalisten. „Diese Entscheidung anerkennt, wie ernst die Epidemie ist, und dass unser Land jetzt eine dringende und koordinierte Antwort braucht.“

Die Zahl der neuen HIV-Diagnosen stieg 2025 auf 2.016 Fälle und damit auf das 16-Fache des Werts von 2019, wie die Behörden mitteilten. Die Regierung kündigte eine „Regierungsantwort aus einem Guss“ an.

Unter den HIV-Fällen mit bekanntem Übertragungsweg standen mehr als die Hälfte im Zusammenhang mit sexueller Übertragung und mehr als 42 Prozent mit intravenösem Drogenkonsum, teilte das Gemeinsame Programm der Vereinten Nationen zu HIV/Aids (UNAIDS) am Mittwoch in einer Pressemitteilung (Quelle auf Englisch) mit.

Die Übertragungsraten begannen um 2019 zu steigen, als eine Gruppe von besonders gefährdeten Menschen auftauchte, die Drogen spritzen – vor allem in der Community der Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter, erklärte Renata Ram, Landesdirektorin des UN-HIV/Aids-Programms in Fidschi, Anfang dieses Jahres gegenüber AFP.

Zwei von 100 schwangeren Frauen tragen das Virus in sich. Von den 59 Babys, die 2025 mit HIV zur Welt kamen, starben 18 vor ihrem ersten Geburtstag. HIV kann den Fötus oder das Neugeborene während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder durch Stillen infizieren.

HIV-Bekämpfung: Regierung weitet Maßnahmen aus

Die Regierung weitet den Zugang zu kostenlosen HIV-Tests, Präventionsangeboten und Behandlungen aus.

„Dazu gehören Schnelltests, vorbeugende Medikamente für Menschen mit erhöhtem Risiko, Schadensminderung für Personen, die Drogen spritzen, sowie kostenlose Behandlung für alle, bei denen HIV diagnostiziert wurde.“

Fidschi erhält für seine Anstrengungen internationale Unterstützung, unter anderem aus Australien, Neuseeland und Indien sowie vom Globalen Fonds und den Vereinten Nationen.

„Fidschi hat erkannt, wie dringend die Lage ist, und verstärkt seine Reaktion“, sagte Winnie Byanyima, Exekutivdirektorin von UNAIDS, in einer Pressemitteilung (Quelle auf Englisch). Die aktuelle Situation erinnere die Welt daran, dass Aids noch nicht überwunden sei.

„HIV-Epidemien können sich schnell verändern. Länder brauchen Gesundheits- und Gemeindestrukturen, die sofort reagieren können“, sagte sie.

Die UN-Organisation begrüßte die Pläne Fidschis, ein Gesetz für Programme zur Ausgabe von Spritzen und Nadeln einzuführen.

„Fidschi hat noch die Chance, den Verlauf dieser Epidemie zu verändern“, sagte Eamonn Murphy, UNAIDS-Direktor für unter anderem Asien und den Pazifik.

Er betonte, die Ausrufung des nationalen Notstands sei ein Aufruf zum Handeln, nicht zur Angst. „HIV wird nicht durch alltägliche Kontakte übertragen, und Menschen, die eine wirksame Therapie erhalten und eine nicht nachweisbare Viruslast haben, geben HIV beim Sex nicht weiter“, so Murphy.

Er forderte engere Zusammenarbeit im gesamten Pazifikraum und anhaltende internationale Solidarität, um die nationalen Bemühungen zu stärken und die Maßnahmen zu beschleunigen.

Drogenumschlagplatz im Pazifik

Die Wurzeln der Krise liegen auch in Fidschis Rolle als Drehscheibe des Drogenhandels. Pazifikinseln, darunter Fidschi, dienen seit Jahren als Transitpunkte für Drogen aus Lateinamerika und Asien, die für lukrative Märkte in Australien und Neuseeland bestimmt sind.

Der Zufluss hochgradig abhängig machender Drogen wie Methamphetamin und Kokain stieg nach einer kurzen Flaute während der COVID-19-Pandemie stark an, berichtet die Global Initiative Against Transnational Organized Crime.

Diese Drogen dringen zunehmend in die Binnenmärkte des Pazifik ein – unter anderem, weil ausländische kriminelle Syndikate ihre lokalen Helferinnen und Helfer immer öfter in Drogen statt mit Geld bezahlen.

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