Europa verzeichnet in der ersten Jahreshälfte 2026 ein Plus von drei Prozent bei den Touristen. In Westeuropa gehen die Ankünfte wegen Hitzewellen zurück.
Der internationale Tourismus ist im ersten Halbjahr 2026 nur um null Komma vier Prozent gewachsen. Europa verzeichnete laut dem neuesten World Tourism Barometer der UN Tourism immerhin ein Plus von drei Prozent bei den Ankünften.
Der Kontinent gehört damit zu den stärksten Regionen weltweit. Nur Afrika meldet mit einem Zuwachs von vier Prozent ein noch größeres Wachstum.
Zwischen Januar und Juni reisten rund 350 Millionen internationale Gäste nach Europa. Das Wachstum verteilt sich jedoch nicht gleichmäßig.
Im südlichen Mittelmeerraum Europas und in Mittelosteuropa stiegen die Zahlen jeweils um vier Prozent. Nordeuropa legte um drei Prozent zu.
Im Gegensatz dazu gingen die Ankünfte in Westeuropa um ein Prozent zurück. UN Tourism (Quelle auf Englisch) führt dies „teilweise auf Hitzewellen im Juni und eine schwächere Nachfrage auf der Langstrecke in einigen Reisezielen im zweiten Quartal 2026“ zurück.
Im Nahen Osten brachen die Besucherzahlen um 22 Prozent ein. Südasien verzeichnete ein Minus von fünf Prozent, Südostasien von ein Prozent.
„Die Lage im Nahen Osten betrifft Reiseziele weit über die Region hinaus und erinnert eindrücklich daran, dass in einer so vernetzten Welt überall Widerstandskraft aufgebaut werden muss und nicht erst, wenn eine Krise beginnt“, sagte UN-Tourism-Generalsekretärin Shaikha Al Nuwais.
Der Bericht stellt fest, dass der Konflikt in Europa und im asiatisch-pazifischen Raum „die Nachfrage teilweise auf nahe gelegene und leichter erreichbare Ziele gelenkt“ hat.
Wo der Tourismus am stärksten wächst
Innerhalb Europas verzeichnete Moldau den deutlichsten Zuwachs bei den Gästeankünften: plus 25 Prozent im ersten Halbjahr. Griechenland und Irland legten jeweils um 15 Prozent zu.
Im weltweiten Vergleich zählen El Salvador mit plus 37 Prozent, Paraguay mit plus 34 Prozent, Bhutan mit plus 31 Prozent, Vanuatu mit plus 30 Prozent, Palau mit plus 29 Prozent, die Mongolei mit plus 27 Prozent, Usbekistan mit plus 25 Prozent und Südkorea mit plus 21 Prozent zu den stärksten Gewinnern.
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet UN Tourism ein Wachstum der internationalen Ankünfte von ein Prozent bis zwei Prozent. Zuvor war im Januar noch ein Plus von drei Prozent bis vier Prozent prognostiziert worden.