In Torrent, einer Stadt mit rund 85.000 Einwohnerinnen und Einwohnern in der Region Horta Sud, standen die Straßen im Schlamm. Zahlreiche Autos wurden beschädigt oder waren nicht mehr fahrbereit. Einsatzkräfte der Stadt retteten fünfzehn Menschen aus einem Schnellrestaurant, in dem sie eingeschlossen waren, als das Wasser hineinströmte. Anwohnerinnen und Anwohner berichteten der Nachrichtenagentur AFP, dass es dort bereits früher zu ähnlichen Überschwemmungen gekommen sei, und kritisierten das Fehlen baulicher Schutzmaßnahmen.
Außerdem stellten die Bewohnerinnen und Bewohner den Zeitpunkt des Alarmsystems ES-Alert infrage. Die Warnmeldung verschickte das regionale Notfallzentrum um 22.08 Uhr. Sie riet davon ab, sich mit dem Auto auf den Weg zu machen, forderte dazu auf, sich von Bächen und Schluchten fernzuhalten und in höhere Stockwerke zu wechseln, falls das Wasser weiter stieg. Viele Menschen erklärten jedoch, die Nachricht sei erst eingetroffen, als Straßen, Keller und Tunnel bereits unter Wasser standen.
Der Regen setzte nach dem heißesten Sommer Spaniens seit Beginn der Aufzeichnungen ein. Der nationale Wetterdienst AEMET und regionale Meteorologinnen und Meteorologen hatten vor heftigem Regen in den östlichen Regionen gewarnt. In Torrent registrierte das AVAMET-Netz insgesamt fast 96 Liter pro Quadratmeter, davon 71 Liter innerhalb von nur 30 Minuten, was als „mehr als wolkenbruchartig“ beschrieben wurde. Die jüngsten Überschwemmungen trafen auch die Schlucht Barranco del Poyo und angrenzende Gebiete, darunter die nahe Stadt Paiporta. Dort schwoll der Wasserlauf deutlich an, trat aber nicht über die Ufer. Einsatzteams räumten weiter beschädigte Straßen und bargen liegengebliebene Fahrzeuge.