Studie über 870.000 Marathonläuferinnen und -läufer zeigt: Männer treffen bis zu sechsmal häufiger als Frauen auf den berühmten Leistungseinbruch.
Männer sind über die Distanz von 42,195 km im Schnitt zwar schneller. Sie wählen jedoch deutlich weniger stabile Tempostrategien. Insgesamt erleben sie daher fast doppelt so häufig einen plötzlichen Einbruch im Rennen, heißt es in einer Studie (Quelle auf Englisch), die in „Scientific Reports“ erschienen ist.
Unter den Läuferinnen und Läufern mit einer Zielzeit von unter drei Stunden traf dieser Einbruch Männer etwa sechsmal häufiger als Frauen. Die Studie definiert ihn als eine Verlangsamung um mindestens 20 Prozent in der zweiten Marathonhälfte im Vergleich zur ersten.
Grund dafür sei, dass sie „im Verhalten weniger effizient“ seien, erklärten die Forschenden.
Männer verfügen zwar über mehr Muskelmasse, einen geringeren Körperfettanteil, eine größere Herzmasse, ein höheres Blutvolumen und höhere Hämoglobinkonzentrationen. Das macht sie im Schnitt schneller: Sie benötigen vier Stunden und zwei Minuten, Frauen vier Stunden und 29 Minuten. Trotzdem teilen sie ihre Kräfte weniger effektiv ein.
Unabhängig vom Leistungsniveau neigen Männer eher zu einem aggressiven Anfangstempo und anschließendem dramatischen Einbruch, stellten die Forschenden fest, nachdem sie die Daten von 873.334 Finishern des Berlin-Marathons aus den Jahren 1999 bis 2025 analysiert hatten. Risikofreude und Übermut könnten demnach dazu verleiten, das Rennen zu schnell zu beginnen und später stark nachzulassen.
Frauen zeigten demgegenüber „überlegene Fähigkeiten zur Selbststeuerung des Tempos und eine größere Widerstandskraft gegen Entscheidungsermüdung“.
Gerade über die Marathondistanz ist das entscheidend: Erfolg hängt dort nicht nur von der reinen Geschwindigkeit ab, sondern auch davon, wie effizient Läuferinnen und Läufer mit ihrer Energie haushalten. Das Tempomanagement sei „der wichtigste taktische Faktor für die Leistung“, betonten die Forschenden.