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WHO warnt: Krebsfälle nehmen bis 2050 wegen massiver globaler Ungleichheit stark zu

Weltweit: Krebsfälle steigen bis 2050 um zwei Drittel
Weltweit: Krebsfälle steigen bis 2050 um zwei Drittel Copyright  Cleared/Canva
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Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am
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Laut einem neuen WHO-Bericht könnten die Krebsfälle bis 2050 um 66,7 Prozent steigen. Gleichzeitig bleibt der Zugang zu Behandlung zwischen armen und reichen Ländern extrem ungleich.

Krebsfälle werden weltweit weiter zunehmen. Die Menschen werden älter, die Bevölkerung wächst, und die Belastung durch Risikofaktoren wie Umweltverschmutzung nimmt zu.

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Einige Länder werden jedoch deutlich stärker betroffen sein, laut einem neuen Bericht (Quelle auf Englisch) der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Die stärksten Zuwächse erwartet die WHO in Afrika und im östlichen Mittelmeerraum: plus 125,2 Prozent beziehungsweise 109,8 Prozent. Wegen anhaltender Ungleichheiten wird die größte Krebsbelastung in Ländern mit niedrigem und niedrigem mittlerem Einkommen erwartet.

Der Grund: Das weltweite Bild bei Krebs sei „von tiefgreifender Ungleichheit geprägt“.

So liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei Brustkrebs und bei Krebserkrankungen im Kindesalter in Ländern mit hohem Einkommen bei über 85 Prozent. In Ländern mit niedrigem Einkommen sinkt sie auf unter 45 Prozent, schätzt die WHO.

Schwerwiegende Defizite beim Zugang zu Krebsdiagnostik gefährden weltweit eine rechtzeitige Erkennung und genaue Stadieneinteilung. Das erschwert eine angemessene Therapie. In vielen Ländern wird Krebs weiterhin meist in einem späten Stadium diagnostiziert – selbst bei Tumoren, die sich früh erkennen ließen, heißt es in dem Bericht.

Große Ungleichheiten in der Krebsversorgung zeigen sich sowohl zwischen den Staaten als auch innerhalb der Länder. Sie hängen etwa mit Bildungsstand, Wohnort auf dem Land oder in der Stadt, ethnischer Zugehörigkeit, Geschlecht sowie mit Faktoren wie Behinderung, indigener Herkunft oder dem Status als Migrantin, Migrant oder Geflüchtete zusammen.

„Ob ein Mensch Krebs überlebt, darf niemals davon abhängen, wo er geboren wurde oder wie viel er verdient“, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus.

„Die in diesem Bericht dokumentierten Ungleichheiten sind nicht unvermeidlich. Sie sind das Ergebnis politischer Entscheidungen und können durch entschlosseneres gemeinsames Handeln korrigiert werden“, so Tedros.

Die politischen Zusagen hätten sich in den vergangenen Jahren zwar verstärkt, die Fortschritte kämen aber viel zu langsam, warnt die WHO.

Wie ist die Lage?

Derzeit verfügen 82 Prozent der Staaten über nationale Krebsbekämpfungspläne, und die wissenschaftliche Innovation nimmt weltweit Fahrt auf. Doch diese Fortschritte schlagen nicht schnell genug in konkrete, lebensrettende Maßnahmen um.

„In Ländern, die Präventionsprogramme eingeführt haben, gehen bestimmte Krebsraten bereits zurück. Dennoch verläuft der Fortschritt insgesamt zu langsam“, sagte Elisabete Weiderpass, Direktorin der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) der WHO.

„Das Krebsprofil verändert sich. Zunehmend bestimmen steigende Raten von Fettleibigkeit, Bewegungsmangel, ungesunder Ernährung und Luftverschmutzung das Geschehen. Krebsprävention muss eine politische Priorität bleiben.“

Derzeit erkrankt im Laufe des Lebens etwa eine von fünf Personen an Krebs, und 92 Prozent der Weltbevölkerung haben eine enge Angehörige oder einen engen Angehörigen mit einer Krebsdiagnose.

Im Jahr 2024 wurden weltweit 20,6 Millionen neue Krebsfälle registriert, schätzungsweise 9,7 Millionen Menschen starben daran. Krebs ist damit die zweithäufigste Todesursache nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei Männern treten vor allem Lungen- und Prostatakrebs auf, bei Frauen Brust- und Lungenkrebs.

Um diese Entwicklung zu bremsen, fordert die WHO die nationalen Behörden zu besseren Datengrundlagen und klaren Rechenschaftsmechanismen auf, die Fortschritte erfassen und Maßnahmen steuern. Zudem braucht es mehr Investitionen in die Umsetzung und eine dauerhafte internationale Zusammenarbeit, die Forschung, Politik und Praxis enger verzahnt.

„Die Entscheidungen, die wir jetzt und in den kommenden Jahren treffen, werden die Krebsbelastung und den Umgang mit der Krankheit auf lange Sicht prägen“, sagte Tedros.

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