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Teile von Touristeninsel in Griechenland evakuiert: Feuer auf Kreta außer Kontrolle, 2 Tote

Über der Feuerzone bei Krya Vrysi in Rethymno auf Kreta verdeckt der dichte Rauch fast die Sonne.
Dichter Rauch des Feuers in Krya Vrysi bei Rethymno auf Kreta verdeckt fast die Sonne. Copyright  ΠΕ-ΜΠΕ/ΝΙΚΟΣ ΧΑΛΚΙΑΔΑΚΗΣ
Copyright ΠΕ-ΜΠΕ/ΝΙΚΟΣ ΧΑΛΚΙΑΔΑΚΗΣ
Von Akis Tatsis & Georgios Aivaliotis & Euronews mit ΑΠΕ-ΜΠΕ
Zuerst veröffentlicht am
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Im Süden von Kreta bremst starker Wind die Löschflüge. Zwei Feuerwehrmänner kamen ums Leben. Auch zahlreiche Touristen-Gebiete mussten evakuiert werden.

Innerhalb von 24 Stunden sind in Griechenland Dutzende neue Waldbrände ausgebrochen. Stürmische Winde erschweren die Löscharbeiten in vielen Regionen des Landes.

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Die schwersten Brandherde gibt es im Süden der Insel Kreta und bei Plomari auf Lesbos im Norden der Ägäis.

Die größte und komplizierteste Feuerfront liegt am Donnerstagmorgen weiterhin im Süden des Regionalbezirks Rethymno. Dort kamen zwei Feuerwehrleute während des Einsatzes ums Leben.

Der Waldbrand löste Evakuierungen von Dörfern und Touristenorten aus und beschädigte Häuser, Felder und Viehbetriebe.

Der starke Wind schränkt den Einsatz von Löschflugzeugen und Hubschraubern massiv ein.

Rauch eines Feuers in Krya Vrysi im Regionalbezirk Rethymno auf Kreta
Rauch eines Feuers in Krya Vrysi im Regionalbezirk Rethymno auf Kreta ΑΠΕ-ΜΠΕ/ΝΙΚΟΣ ΧΑΛΚΙΑΔΑΚΗΣ

Feuer in Süd-Rethymno außer Kontrolle

Der Brand auf Kreta war am Mittwoch gegen 14.30 Uhr in niedriger Vegetation nahe Krya Vrysi im Gemeindegebiet Agios Vasilios an der Südküste Kretas ausgebrochen.

Unter dem Einfluss sehr starker Nordwinde breitete sich das Feuer rasch auf Dörfer und Touristenorte entlang der Südküste von Rethymno aus, darunter Melampes, Sachtouria, Kryopetra, Agios Pavlos, Agios Georgios, Orné und Agia Galini.

Am Donnerstagmorgen meldeten Vertreter der Region Kreta, dass die gesamte Feuerfront bereits mehr als 15 Kilometer umfasst. Die genaue Perimeterlinie und die verbrannte Fläche sind noch nicht offiziell berechnet.

Die stellvertretende Regionalpräsidentin von Rethymno, Maria Lioni, sprach von einem „albtraumhaften Abend und einem albtraumhaften Tag“. Die Schäden seien erheblich, eine vollständige Bilanz sei aber erst möglich, wenn der Brand unter Kontrolle ist.

Über 220 Feuerwehrleute im Einsatz

An der Bekämpfung des Feuers beteiligen sich 224 Feuerwehrleute, elf spezialisierte Bodenmannschaften für Waldbrandbekämpfung und 53 Einsatzfahrzeuge sowie zahlreiche Freiwillige.

Die Bodenmannschaften gehören zu den Spezialeinheiten für Waldbrandeinsätze der Feuerwehr, die zu Fuß in Waldgebieten und schwer zugänglichem Gelände operieren. Weitere Kräfte trafen am Morgen per Schiff aus dem griechischen Festland auf Kreta ein.

Die Arbeit unterstützen Wasserwagen und Baumaschinen der Gemeinde Agios Vasilios, der Region Kreta, benachbarter Kommunen sowie privater Unternehmen.

Sieben Rettungswagen des Nationalen Zentrums für Notfallhilfe stehen im Raum Krya Vrysi, Orné und Agia Galini bereit.

Sturmwind bremst Luftlöschungen

Für den Luftangriff auf die Flammen standen zwei Hubschrauber bereit. Wegen des extrem starken Windes konnten sie am Morgen jedoch keine sicheren, kontinuierlichen Wasserabwürfe fliegen.

Die Fluggeräte waren bereits am Mittwoch für kurze Zeit im Einsatz, mussten aber abziehen, als sich die Wetterbedingungen weiter verschlechterten.

Nach Angaben der Regionalverwaltung erreichten die Winde an der Südküste von Rethymno örtlich Werte von zehn bis elf Beaufort. Messstationen des Nationalen Observatoriums von Athen registrierten Böen von mehr als 100 Kilometern pro Stunde.

Die Einsatzkräfte am Boden kämpften die ganze Nacht hindurch, um die vielen Brandnester einzudämmen und ein Übergreifen der Flammen auf bewohnte Gebiete zu verhindern.

Verbrannte Häuser, Felder und Viehbetriebe

Erste Berichte sprechen von Schäden an Wohnhäusern, landwirtschaftlichen Betrieben, Ackerflächen, Weiden und Ställen. Auch Tierverluste werden gemeldet.

Wie viele Gebäude und landwirtschaftliche Anlagen zerstört wurden und wie groß die verbrannte Fläche ist, lässt sich bisher nicht genau beziffern. Die örtlichen Behörden betonen, dass eine systematische Erhebung erst beginnen kann, wenn die Zugänge zu den betroffenen Gebieten wieder sicher sind.

Touristen per Schiff evakuiert

Der griechische Notdienst 112, der Warnmeldungen per SMS an Menschen in gefährdeten Gebieten verschickt, kam seit Mittwochnachmittag mehrfach zum Einsatz.

Insgesamt wurden seit Ausbruch des Feuers sechs Warnnachrichten versandt. Die meisten forderten Einwohner und Urlauber auf, die gefährlichen Zonen zu verlassen.

Der Touristenort Agia Galini an der Südküste Kretas wurde geordnet über die Straßen evakuiert, mit Unterstützung der Polizei.

Nach Angaben von Maria Lioni verließen rund 8.000 Einwohner und Besucher die Region. Es handelt sich um eine Schätzung der Regionalverwaltung, nicht um eine endgültige Zahl der Evakuierten.

Die Küstenwache brachte zudem Menschen und Touristen per Boot von Agios Pavlos und Triopetra in Sicherheit, da Busse die Orte über Land nicht erreichen konnten. Die in den Medien genannten Zahlen der auf dem Seeweg Geretteten gehen jedoch auseinander, eine verlässliche Gesamtbilanz liegt noch nicht vor.

Vorübergehende Unterbringung in Sporthalle und Hotels

Etwa 700 Menschen wurden in die Sporthalle der Gemeinde Festos in Moires bei Heraklion gebracht, wo Feldbetten, Matratzen und grundlegende Versorgung bereitstanden.

Die Stadtverwaltung hielt außerdem Schulgebäude in Bereitschaft, falls zusätzliche Unterbringung notwendig geworden wäre.

„Wir haben die Menschen aufgenommen, die evakuiert werden mussten. Einige wurden von Reisebüros weitergebracht, aber die meisten sind hier geblieben“, sagte der Bürgermeister von Festos, Grigoris Nikolidakis. Man habe Betten, saubere Bettwäsche, Lebensmittel und andere notwendige Dinge organisiert.

Das Tourismusministerium schaltete gemeinsam mit dem Hotelverband Griechenlands eine spezielle Online-Plattform frei, über die Menschen, die ihre Häuser oder Ferienquartiere verlassen mussten, vorübergehend eine Unterkunft finden können.

Trauer um zwei Feuerwehrmänner

Unterdessen nehmen Rethymno und die Gemeinde Amari am Donnerstag Abschied von den zwei Feuerwehrleuten, die bei der Bekämpfung des Brandes in Krya Vrysi ums Leben kamen.

Bei den Toten handelt es sich um den 25-jährigen Saisonfeuerwehrmann Pantelis Diamantakis und den 58-jährigen Berufsfeuerwehrmann Emmanouil Stratidakis, genannt Manolis. Beide stammen aus der Region Amari.

Die Feuerwehr bestätigte, dass die beiden Männer während ihres Einsatzes zur Brandbekämpfung starben. Unter welchen Umständen sie genau eingeschlossen wurden, wird derzeit untersucht.

Rauchfahne zieht 100 Kilometer nach Süden

Der Brand wurde vom europäischen Wettersatelliten Meteosat-12 erfasst, der von EUMETSAT betrieben wird.

Satellitenbild der Rauchwolke des Brandes auf Kreta und Tabelle der acht Messstationen mit den höchsten Windböen bis 17.30 Uhr am 29.07.2026.
Satellitenbild der Rauchwolke des Brandes auf Kreta und Tabelle der acht Messstationen mit den höchsten Windböen bis 17.30 Uhr am 29.07.2026. meteo.gr

Auf dem Bild sind der ungefähre Brandort und die Rauchfahne, also die ausgedehnte Rauchsäule, deutlich zu erkennen.

Der Rauch wurde vom Wind rund 100 Kilometer nach Süden über das Meer getragen. Das Bild analysierte das Wissenschaftsteam des Nationalen Observatoriums von Athen.

Satellitenbild der Rauchwolken der Brände auf Kreta und in der Türkei, aufgenommen von Meteosat-12 am 29.07.2026 um 17.30 Uhr.
Satellitenbild der Rauchwolken der Brände auf Kreta und in der Türkei, aufgenommen von Meteosat-12 am 29.07.2026 um 17.30 Uhr. meteo.gr

Plomari auf Lesbos: Brand noch nicht eingegrenzt

In Plomari auf der Insel Lesbos hat sich die Lage am Donnerstagmorgen etwas entspannt, eine durchgehende aktive Feuerfront gibt es dort nicht mehr. Der Brand gilt jedoch noch nicht als eingegrenzt, da immer wieder neue Glutnester aufflammen und der starke Nordwind eine erneute Ausbreitung begünstigt.

In der Nacht konzentrierten sich die Einsatzkräfte darauf, ein Übergreifen der Flammen auf bislang unversehrte Flächen zu verhindern und Brände innerhalb von Olivenhainen zu löschen. Brennende Olivenbäume und das schwer zugängliche Gelände erschweren die vollständige Eindämmung.

Mehr als 1.000 Stremmata, also rund 100 Hektar, sind auf Lesbos bereits verbrannt, vor allem Olivenkulturen und Kiefernwald.

Vor Ort sind 92 Feuerwehrleute im Einsatz, fünf spezialisierte Bodenmannschaften und 19 Fahrzeuge, unterstützt von Freiwilligen.

Die Bodenmannschaften umfassen 34 Feuerwehrleute, davon 20 aus Thessaloniki im Norden Griechenlands, die zur Verstärkung entsandt wurden.

Mit Tagesanbruch nahmen Luftfahrzeuge wieder gezielte Wasserabwürfe auf. Ziel ist es, neue Aufflammungen einzudämmen, bevor der Wind nach Mittag voraussichtlich wieder zunimmt.

Die Nordwinde überschritten zeitweise acht Beaufort und erhöhten damit das Risiko, dass Funken in bislang nicht betroffene Gebiete getragen werden.

Unmittelbar nach Ausbruch des Feuers hatte der Dienst 112 eine Warnmeldung zur vorsorglichen Evakuierung von Bewohnern und Gästen in Richtung Agios Isidoros verschickt.

Die Luft über Lesbos war zusätzlich durch Rauch belastet, der von mehreren Waldbränden an der Westküste der Türkei über die Ägäis geweht wurde. Auch diese Rauchverlagerung wurde von Meteosat-12 erfasst.

Sehr hohe Waldbrandgefahr in weiten Teilen Griechenlands

Für diesen Donnerstag meldet das Generalsekretariat für Katastrophenschutz eine sehr hohe Waldbrandgefahr der Stufe 4 in Attika, auf Kreta, den Kykladen, den Inseln der Region Nördliche Ägäis sowie in vielen Teilen der Regionen Peloponnes und Mittelgriechenland. Grundlage ist die aktuelle Gefahrenkarte des Ministeriums für Klimakrise und Katastrophenschutz.

Gefahrenkarte für Donnerstag, den 30. Juli
Gefahrenkarte für Donnerstag, den 30. Juli Πολιτική Προστασία

Insbesondere besteht sehr hohe Brandgefahr in folgenden Gebieten:

* Region Attika (einschließlich der Insel Kythira)

* Region Peloponnes (Regionalbezirke Korinthia, Argolis, Arkadien, Lakonien)

* Region Mittelgriechenland (Regionalbezirke Böotien, Fthiotida, Fokida, Euböa einschließlich der Insel Skyros)

* Region Nördliche Ägäis (Regionalbezirke Lesbos, Chios, Samos, Ikaria)

* Region Südliche Ägäis (Regionalbezirke der Kykladen)

* Region Kreta

Das Generalsekretariat für Katastrophenschutz hat alle zuständigen staatlichen Dienste sowie die Regionen und Gemeinden in diesen Gebieten informiert, damit sie in erhöhter Bereitschaft sind und mögliche Brände sofort bekämpfen können.

Parallel dazu ist die Bevölkerung zu besonderer Vorsicht aufgefordert. Aktivitäten im Freien, die leicht zu Bränden führen können, sollen unterlassen werden, etwa das Verbrennen von trockenem Gras, Ästen oder Schnittabfällen, der Einsatz von Geräten, die Funken erzeugen wie Trennschleifer und Schweißgeräte, das Grillen im Freien, das Ausräuchern von Bienenstöcken oder das Wegwerfen brennender Zigaretten. Zudem wird erinnert, dass das Abbrennen von Feldern während der Brandschutzsaison verboten ist.

Wer einen Brand bemerkt, soll umgehend die Feuerwehr unter der Notrufnummer 199 verständigen.

Weitere Informationen und Selbstschutz-Hinweise vor Waldbränden bietet die Website des Generalsekretariats für Katastrophenschutz unter civilprotection.gov.gr.

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