Amazon baut seinen Standort in Pforzheim für über 300 Millionen Euro um und will die Zahl der Beschäftigten bis Ende 2029 auf über 2.000 erhöhen. Der Betriebsrat begrüßt die Pläne, aus der Belegschaft kommt aber auch Kritik.
Amazon plant, in Pforzheim in der Nähe von Stuttgart über 300 Millionen Euro zu investieren. Der US-Onlinehändler will sein Personal an dem Standort bis Ende 2029 mehr als verdoppeln.
Gleichzeitig plant Amazon, seine Strategie in Pforzheim zu ändern. Künftig sollen dort vor allem kleine bis mittlere Waren gelagert werden, etwa USB-Sticks oder Bügeleisen. Derzeit lagern an dem Standort vor allem mittelgroße Artikel wie Spielekonsolen oder Windelpackungen, erklärte ein Amazon-Sprecher der dpa.
Sobald der Umbau fertiggestellt ist, sollen in Pforzheim etwa 20 Millionen Artikel Platz haben. Mit Hilfe von hunderten Transportrobotern sollen diese für den Versand vorbereitet werden. Die Roboter sollen künftig mobile Regale zu Mitarbeitenden bringen. So müssten diese nicht durch das ganze Lager laufen. "Wir wollen ein guter Nachbar in der Region sein - mit attraktiven Arbeitsplätzen, Perspektive für Mitarbeitende und Engagement für die wirtschaftliche Entwicklung vor Ort", erklärte der Sprecher weiter.
Momentan arbeiten am Pforzheimer Amazon-Standort mehr als 1.000 Menschen. Bis Ende 2029 sollen es über 2.000 sein.
Peter Boch (CDU), Pforzheims Oberbürgermeister, spricht von einem starken Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort seiner Stadt: "In keiner anderen Kommune in Baden-Württemberg sind in den letzten Jahren derart hohe ausländische Direktinvestitionen geflossen, die auch tatsächlich baulich am Standort in Wert gesetzt wurden", so Boch.
Der Betriebsrat bezeichnet den Umbau als "gute Sache" und erklärt, froh über die Standortsicherheit zu sein, wie er dem SWR mitteilte. Neben zusätzlichen Stellen solle auch der Einstiegslohn erhöht werden.
Kritik hingegen komme aus der Belegschaft, so der SWR. Es werde sich um noch stärkere Kontrollierbarkeit und ein noch höheres Arbeitstempo gesorgt. Druck und Arbeitsbelastung seien bereits sehr hoch. Seit Jahren versucht die Gewerkschaft ver.di, am Standort Pforzheim die Anerkennung der Tarifverträge im Einzel- und Versandhandel durchzusetzen.