Spaniens Fußball-Nationalspielerinnen und ihr Betreuerstab erhalten Zugang zu Kinderwunsch-Behandlungen, um Familienplanung zu erleichtern – vor dem Hintergrund sinkender Geburtenraten in Europa.
Die Spielerinnen der spanischen Frauen-Nationalmannschaft, auch im Futsal, außerdem Schiedsrichterinnen und Assistentinnen der höchsten Liga sowie Mitarbeiterinnen des Verbands erhalten künftig Zugang zu Behandlungen wie Eizelleneinfrieren, In-vitro-Fertilisation, Eizellspende und genetischen Tests. Das gab der spanische Fußballverband (RFEF) in dieser Woche bekannt.
Mit der Initiative will der Verband Frauen, die für die RFEF arbeiten, mehr Freiheit geben, selbst zu entscheiden, ob und wann sie Kinder bekommen. Spaniens Nationalteam gewann 2023 die FIFA-Frauen-Weltmeisterschaft.
„Wenn Spanien mit seinen Nationalteams auf dem Platz die Besten der Welt ist, müssen wir auch bei Themen wie Vereinbarkeit von Beruf und Familie vorne liegen“, sagte (Quelle auf Englisch) der Präsident der RFEF, Rafael Louzán.
Die Vereinbarung läuft bis zum Frühjahr 2029. Sie garantiert Zugang zu Angeboten für die reproduktive, körperliche und psychische Gesundheit, erläuterte Reyes Bellver, Direktorin des Frauenfußballs bei der RFEF. Ziel sei, die Unterstützung für Sportlerinnen „zu bündeln und auf ein neues Niveau zu heben“.
Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der Europa unter den niedrigsten Geburtenraten seit mehr als sechs Jahrzehnten leidet. Die Zahl der Lebendgeburten pro Frau sank von 2,62 im Jahr 1964 auf 1,34 im Jahr 2024.
Der Zugang zu Behandlungen wie dem Einfrieren von Eizellen, IVF, Eizellspende und genetischen Tests helfe Sportlerinnen, besser informierte Entscheidungen „unter weniger Druck“ zu treffen, sagte Schiedsrichterin Alicia Espinosa.
Der Verband arbeitet dafür mit Tambre zusammen, einer Gruppe von Kinderwunschkliniken. Tambre werde „präzise medizinische Informationen und spezialisierte Betreuung bieten, damit alle Sportlerinnen frei und ohne Druck entscheiden können, ob sie jetzt, später oder gar nicht Mutter werden wollen“, sagte Inge Kormelink, Geschäftsführerin von Tambre.
Die Initiative knüpft an weitere Maßnahmen des Verbands an, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessern sollen, etwa besondere Regelungen bei Turnieren der A-Nationalmannschaft für Spielerinnen mit Kindern.