Ein drei Jahre altes Interview mit Lewis Hamilton macht erneut online die Runde und entfacht neue Debatten über soziale Ungleichheit, Reichtum und vermeintliche Doppelmoral – zumal seine Begleitung in Monaco am vergangenen Wochenende für Gesprächsstoff sorgte.
Lewis Hamilton erlebt als britischer Formel-eins-Pilot eine starke WM-Saison 2026, zumal er beim Großen Preis von Monaco am vergangenen Wochenende Zweiter wurde. Gleichzeitig steht er nun im Zentrum einer hitzigen Debatte.
Sagen Prominente nur das Richtige und handeln dann genau anders – und zeigen damit, wie wenig sie die Realität vieler Menschen kennen?
Ein drei Jahre altes Interview ist im Netz wieder aufgetaucht. Es hat eine neue Debatte über die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich, über Ungleichheit und, nach Ansicht mancher, über eine peinliche Doppelmoral ausgelöst.
„Eines der Themen, mit denen ich jeden Tag ringe – und so ist das Leben nun mal, das ist seit Tausenden von Jahren so –, ist die enorme Kluft zwischen Reichen und Armen“, sagte der siebenmalige Formel-eins-Weltmeister 2023 im Podcast „On Purpose“ von Jay Shetty.
„Wenn du durch L.A. fährst, siehst du immer noch so viele Menschen, die auf der Straße leben. Niemand sollte Milliarden besitzen dürfen“, so Hamilton weiter. „Meiner Meinung nach sollte es eine Grenze geben, wie viel jemand haben kann, denn es gibt genug, damit alle versorgt sind.“
Der Ausschnitt verbreitete sich rasant in den sozialen Netzwerken. Viele Nutzerinnen und Nutzer stellten Hamiltons Aussagen seinem eigenen Vermögen gegenüber. Sein Privatvermögen wird auf rund 581 Millionen Dollar geschätzt.
Für ihn kommt erschwerend hinzu, dass Hamilton derzeit mit Kim Kardashian liiert ist, die am Sonntag in Monaco dabei war. Die beiden wurden küssend und feiernd gesehen, Hamilton lobte ihre Anwesenheit als „großartig“.
Bei vielen Fans hatte Kardashian in Monaco allerdings schon zuvor für Ärger gesorgt. Sky-Sports-Formel-eins-Reporter Martin Bundle wollte sie vor dem Rennen interviewen. Sie ignorierte ihn jedoch, was bei Zuschauerinnen und Zuschauern Zweifel an ihrem Taktgefühl auslöste.
„Kim Kardashian ist nicht zu gut, um mit Martin Brundle zu sprechen. Was für ein kompletter Mangel an Stil“, schrieb ein X-Nutzer.
Laut Schätzungen von Celebrity Net Worth (Quelle auf Englisch) verfügt Kardashian über ein Vermögen von rund zwei Milliarden Dollar und gehört damit zu den reichsten Prominenten weltweit.
Zusammen mit dem wieder aufgetauchten Hamilton-Interview sorgte das für heftige Reaktionen. Viele Fans zweifeln nun an seiner Glaubwürdigkeit, wenn es um Reichtum und soziale Ungleichheit geht.
Hamilton hat zwar seine eigene Stiftung – Mission 44, die „Veränderungen vorantreiben soll, damit jede junge Person in der Schule erfolgreich sein kann“. Dennoch werfen ihm manche Heuchelei vor, angesichts seines gemeinsamen Vermögens mit Kardashian. Andere verweisen schnell auf seinen Wohnsitz im Fürstentum Monaco.
„Der Typ ist über 500 Millionen Dollar schwer und lebt in Monaco, um keinen Cent Steuern zu zahlen“, schrieb ein Nutzer. Ein anderer meinte: „Sei selbst die Veränderung, die du sehen willst, und verschenke all das überschüssige Geld, das du und deine Freundin habt, dann ziehen wir nach.“
„Er ist mit einer Frau zusammen, die in L.A. lebt und zwei Milliarden Dollar wert ist. Er selbst ist 500 Millionen Dollar schwer. Er hat überhaupt kein Gespür dafür, wie weltfremd er klingt“, schrieb ein weiterer Nutzer, während ein anderer ergänzte: „Er ist buchstäblich mit genau der Person zusammen, über die er redet.“
Einige Reaktionen im Überblick:
„Zu predigen, es gebe genug für alle, und gleichzeitig so verschwenderisch zu leben, wirkt hohl“, schrieb ein Nutzer auf X. „Reichtum ist in Ordnung, erspare uns nur die Belehrungen.“
Die siebte Formel-eins-WM-Runde in Barcelona-Catalunya findet am 14. Juni statt.