Das rumänische Verteidigungsministerium meldet: Die Drohne flog in extrem geringer Höhe und stürzte nahe der ukrainischen Grenze in einem Waldgebiet ab. Verletzte oder Schäden gibt es bislang nicht.
In Rumänien ist am Freitag eine Drohne abgestürzt, nachdem sie offenbar unbemerkt den Luftraum des Landes durchquert hatte. Das teilten die Behörden mit. Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Drohnenangriffen und Luftraumverletzungen an der östlichen NATO-Flanke ein.
Das rumänische Verteidigungsministerium erklärte, es habe einen Notruf über eine abgestürzte Drohne nahe Luncavița im Osten des Landes erhalten – nur rund fünf Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt.
Besonders brisant: Die Drohne wurde offenbar vom Radar nicht erfasst. „Nach den bislang vorliegenden Daten haben die Radarsysteme des Ministeriums das Luftziel nicht erfasst. Es flog in sehr geringer Höhe“, teilte die Behörde mit.
Die Drohne stürzte demnach in einem Waldgebiet ab. Hinweise auf Verletzte oder Schäden an Gebäuden und Infrastruktur gibt es bislang nicht.
Drohnen-Alarm auch in Lettland
Erst kurz zuvor hatte ein italienischer Eurofighter im Rahmen der NATO-Mission Baltic Air Policing eine „fremde Drohne“ im lettischen Luftraum abgeschossen.
Nach Angaben des NATO-Luftkommandos stiegen dafür zwei italienische Eurofighter vom litauischen Stützpunkt Šiauliai sowie zwei türkische F-16 vom estnischen Ämari auf. Sie sollten die Drohne identifizieren und abfangen.
Die lettischen Streitkräfte erklärten, die Drohne sei „infolge russischer elektromagnetischer Kriegsführung“ in den lettischen Luftraum gelangt. Sie wurde über der Region Balvi abgefangen.
Rumänien immer wieder von Drohnen betroffen
Rumänien teilt eine lange Grenze mit der Ukraine und liegt am Schwarzen Meer. Damit steht das Land besonders im Fokus der Sicherheitsrisiken, die seit Russlands großangelegtem Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 entstanden sind.
In den vergangenen Monaten haben sich insbesondere Drohnenvorfälle und Luftraumverletzungen gehäuft.
Erst zu Wochenbeginn sprengten rumänische Marinetaucher kontrolliert im Schwarzen Meer zwei Drohnen des Typs Gerbera. Der Einsatz fand nahe dem Gasprojekt Neptun Deep statt.
Im Juli schossen rumänische F-16 innerhalb von nur drei Tagen drei Drohnen ab. Im Juni explodierte zudem eine ukrainische Seedrohne im Hafen von Constanța.
Im Mai stürzte außerdem eine mit Sprengstoff beladene russische Drohne in der Stadt Galați ab. Sie löste einen Brand in einem Wohnblock aus und verletzte zwei Menschen.
Vertreter von NATO und EU verurteilten die Vorfälle und sicherten Rumänien und anderen betroffenen Staaten an der Ostflanke ihre Solidarität zu.
Auch der Nordatlantikrat kam am Mittwoch zusammen, um die jüngste Serie von Zwischenfällen in Osteuropa zu beraten.
In einer Erklärung nach der Sitzung teilte die NATO mit: „Die Alliierten bekräftigten, dass Russland die volle Verantwortung für die Luftraumverletzungen trägt.“ Diese seien „gefährlich und inakzeptabel“ und zeigten, dass Russland ein immer höheres Risiko in Kauf nehme.
„Die NATO ist bereit, jede Aggression abzuschrecken und sich dagegen zu verteidigen“, hieß es weiter.