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Druck auf russisches Stadion: Kanye-West-Konzerte vor Absage?

Russisches Stadion sagt geplante Kanye-West-Konzerte ab
Russisches Stadion sagt geplante Kanye-West-Konzerte ab Copyright  Screenshot social media - Telegram / AP Photo - Canva
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Von David Mouriquand
Zuerst veröffentlicht am
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Nur eine Woche nach der Ankündigung von zwei Auftritten in St. Petersburg scheinen Kanye Wests Konzerte gestrichen. Der Veranstaltungsort erklärt, er beherberge den umstrittenen Musiker nicht; Medien berichten von Druck aus Moskau.

Kanye „Ye“ West sollte als bislang größter westlicher Star seit der russischen Invasion der Ukraine 2022 in Russland auftreten.

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Der umstrittene US-Rapper, der zuletzt vor allem mit seinen antisemitischen Ausfällen und abgesagten Europa-Konzerten Schlagzeilen machte, sollte am zehnten und elften Oktober in der Gazprom Arena in Sankt Petersburg auftreten.

Russische Fans sicherten sich sofort Karten, nachdem die Konzerte angekündigt worden waren. Die Shows waren praktisch ausverkauft.

Nun gibt es eine neue Wendung: Die Gazprom Arena teilte mit, dass sie den Rapper doch nicht beherbergen werde, weil kein Mietvertrag unterschrieben wurde.

In einer Mitteilung in sozialen Netzwerken (Quelle auf Englisch) erklärte die Arena: „Die Gazprom Arena war nicht und ist nicht Veranstalter dieses Events.“

„Dafür ist die Moskauer Konzertagentur Say Agency zuständig. Die Gazprom Arena hat keinen Vertrag zur Anmietung des Stadions für diese Veranstaltung unterschrieben.“

Die Erklärung fährt fort: „Einen solchen Vertrag gibt es nicht. Folglich kann das Konzert nicht in unserer Halle stattfinden.“

Zuvor hatte die Gazprom Arena auf ihren Kanälen noch für die Konzerte geworben und Ye als „einflussreichsten Musiker unserer Zeit“ bezeichnet.

Der Veranstalter Say Agency widerspricht der Darstellung der Arena. Demnach habe die Gazprom Arena die Veröffentlichung der Termine ausdrücklich genehmigt. Das Unternehmen beharrt darauf, dass die Konzerte weiterhin stattfinden sollen.

Zum Zeitpunkt der Berichterstattung waren die Auftritte von Ye bereits von der Website der Arena verschwunden, und zugleich mehren sich Spekulationen, die Entscheidung sei auf Druck aus Moskau erfolgt.

Offizielle Hinweise auf ein Eingreifen der Behörden gibt es bislang nicht. Das Sankt Petersburger Portal Fontanka berichtet jedoch, die Konzerte hätten nicht alle nötigen Genehmigungen erhalten und seien nach einem „Anruf von oben“ aus Moskau abgesagt worden.

Zuvor hatten einige russische Politiker gegen den Auftritt Wests mobil gemacht, die Russland von jeglichem westlichen Einfluss befreien wollen. Dazu gehört der konservative Abgeordnete Witalij Milonow, der in einer Videobotschaft vorschlug, West solle lieber traditionelle russische Lieder singen als sein geplantes Programm.

„Vielleicht hört er danach mit seinen widerlichen Eskapaden auf und wird ein normaler Mensch“, sagte Milonow.

Vorerst bleibt unklar, ob die Oktober-Termine tatsächlich stattfinden.

West begann seine antisemitischen Tiraden 2022, als er in sozialen Netzwerken eine Reihe beleidigender Kommentare absetzte. In der Folge wurden seine Konten bei X und Instagram gesperrt. Der Musiker wurde von seiner Künstleragentur fallen gelassen, und Modemarken wie Adidas und Balenciaga gingen ebenfalls auf Distanz zu West.

West veröffentlichte anschließend ein Foto von KKK-Gewändern, nahm seine frühere Entschuldigung bei der jüdischen Gemeinschaft zurück, erklärte sich selbst zu „einem Nazi“ und behauptete, er habe „Dominanz über seine Frau“.

Im Februar 2025 begann West, T-Shirts mit Hakenkreuzen zu verkaufen, und im Mai veröffentlichte er den Song „Heil Hitler“, in dem er die NS-Führungspersönlichkeit pries. In der Folge wurde ihm das Visum für Australien entzogen und er sah sich in Brasilien mit der Drohung einer sofortigen Festnahme konfrontiert.

West entschuldigte sich für seine Taten und schaltete eine ganzseitige Anzeige im „Wall Street Journal“ Anfang dieses Jahres. Darin ging er auf seine früheren antisemitischen Äußerungen ein, sprach von einer „vier Monate langen manischen Phase mit psychotischem, paranoidem und impulsivem Verhalten“ und erklärte, er habe „den Bezug zur Realität verloren“.

Viele Beobachter stellten jedoch den Zeitpunkt der Entschuldigung infrage, da sie genau mit der Veröffentlichung seines neuen Albums „Bully“ und dem Start seiner Welttournee zusammenfiel.

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